Wolf Conrad von Thumbshirn (1604-1667)
01.10.2013
Kategorie: Leben in Leichenpredigten
Oßnabrück und Münster seind Seiner Treue und Geschickligkeit Zeugen – Ein reichsständischer Gesandter aus Thüringen als Mitgestalter des Westfälischen Friedens
Abb. entnommen aus: Dickmann, Fritz, Der Westfälische Frieden, 7. Aufl., Münster 1998, gegenüber S. 352 (mit freundlicher Genehmigung der Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG)">Zum Vergrößern hier klicken

Porträt Wolf Conrad von Thumbshirn [1/2]
Am ersten großen internationalen Friedenskongress der Neuzeit, der von 1643 bis 1649 in Münster und Osnabrück tagte, beteiligten sich neben 16 europäischen Staaten auch die Reichsstände. Teils schon vor der nur zögerlich ausgesprochenen Einladung des Kaisers anreisend, teils auf diese reagierend, erschienen sie nach und nach in den beiden Kongressstädten und nahmen ihre Beratungen auf. Dies geschah weitgehend in den auf Reichstagen hergebrachten Formen. Allerdings bewirkten verschiedene Umstände, dass es bei der Leitung einiger reichsständischer Gremien situationsbedingte Änderungen gab. Und dem Verhandlungsverlauf war geschuldet, dass einige Reichsstände 1648 neben und zum Teil sogar an Stelle der kaiserlichen Gesandten mit Schweden und Frankreich verhandelten. Beide Entwicklungen betrafen das Fürstentum Sachsen-Altenburg und damit Wolf Conrad von Thumbshirn. Der fünfte Sohn einer ritterbürtigen thüringischen Adelsfamilie kam damit überraschenderweise in die Lage, zeitweilig dem "Corpus Evangelicorum" vorzusitzen und als Mitglied zahlreicher reichsständischer Deputationen mit den schwedischen und französischen Gesandten zu verhandeln. Er wirkte auch in einem noch nicht genau bekannten Umfang an der Formulierung einzelner Klauseln des Vertragswerks mit, also am kaiserlich-französischen Friedensvertrag und, in stärkerem Maße, am kaiserlich-schwedischen Friedensvertrag.[1] Beide Verträge wurden am 24. Oktober 1648 in Münster unterzeichnet; auch an diesem Akt war Thumbshirn als reichsständischer Deputierter beteiligt.
Dass Thumbshirn auf dem Westfälischen Friedenskongress eine wichtige Rolle spielte, ist nicht neu. Fritz Dickmanns mehrfach aufgelegte Monografie zum Westfälischen Frieden würdigt ihn als eine von drei Persönlichkeiten, die unter den evangelischen Gesandten hervorragten.[2] In der seit 1962 erscheinenden Quellenedition der "Acta Pacis Westphalicae"[3] wird er in fast allen der bislang 48 erschienenen Bänden genannt und seine Bedeutung mehrfach hervorgehoben. Sein Lebenslauf ist in Johann Ludolph Walthers "Universal-Register"[4] zur Aktenpublikation des Johann Gottfried von Meiern[5] referiert, der zeitgenössische Bericht über seine letzten Lebenstage sogar zitiert. Allerdings ist dieses zuerst 1740 publizierte "Universal-Register" wenig bekannt. Das mag dazu beigetragen haben, dass Thumbshirns Werdegang als Ganzes selten gewürdigt wurde.[6] Zudem ist kaum etwas über seine Persönlichkeit bekannt. Was seine Antriebskräfte, Beweggründe und Handlungsmaximen waren, wie er sich im privaten Leben verhielt, darüber findet sich in den offiziellen Akten so gut wie nichts und in der Sekundärliteratur äußerst wenig.
Vier Leichenpredigten, eine "Abdanckungs-Rede" und der beigegebene ausführliche "Lebens-Lauff" können hier weiterhelfen, da sie immerhin einschlägige Hinweise enthalten.[7] Die nicht umfangreiche Forschungsliteratur fußt direkt oder indirekt meist auf dem "Lebens-Lauff", ohne ihn jedoch zu analysieren. Geschieht dies unter Einbeziehung der Leichenpredigten und anderswo überlieferter Fakten, so ist zu konstatieren, dass die ersten 35 Lebensjahre von Thumbshirn unspektakulär, ja glanzlos verliefen. Zunächst wurden sie mehrfach von äußeren Ereignissen negativ beeinflusst. So starb sein Vater, als er zehn Jahre alt war. Nach häuslicher Unterweisung begab er sich mit 19 Jahren, also in einem für die damalige Zeit außergewöhnlich hohen Alter, zum Studium nach Leipzig. 1626 setzte er seine juristischen Studien an der württembergischen Universität Tübingen fort. Anschließend wollte er, nach fast sechsjährigem Universitätsaufenthalt, seine Ausbildung durch eine standesübliche Auslandsreise abrunden. Zunächst war ein Frankreichaufenthalt geplant, doch musste Thumbshirn schon in Straßburg umkehren, weil ihm kriegsbedingt die nötigen Mittel fehlten. Die Zeitumstände veranlassten ihn, sich in kursächsischen Kriegsdienst zu begeben. Er wollte "von der Pike auf" lernen, doch erkrankte er bald und quittierte den Dienst. In Dresden suchte er nach neuer beruflicher Orientierung. Sie fand sich 1632 in Form eines Hofmeisterpostens bei Erbprinz Johann von Anhalt-Zerbst.[8] Die verwitwete Mutter des Prinzen, eine geborene Prinzessin von Oldenburg, scheute kriegsbedingt einen weiteren Aufenthalt in Mitteldeutschland und begab sich mit Sohn und Hofmeister zu ihrem Bruder Anton Günther Graf von Oldenburg. Thumbshirn blieb dort, bis ihn 1639 der Tod seines ältesten Bruders zur Heimkehr nach Thüringen bewog.
Nun erst begann seine Karriere im Dienst des Herzogs von Sachsen-Altenburg: Noch im selben Jahr 1639 trat Thumbshirn als Hof- und Justizrat in herzoglich sachsen-altenburgischen Dienst. Anfang März 1640 heiratete er in Altenburg die einzige Tochter des Geheimen Rats und Kanzlers Bernhard Bertram, Maria-Elisabeth, und trat wenige Monate später, im September 1640, seinen ersten bedeutenden Gesandtschaftsposten an: Er vertrat neben dem sachsen-coburgischen Kanzler Johann Jakob Drach Sachsen-Altenburg und -Coburg beim Regensburger Reichstag. Wegen anderer Aufgaben noch vor dessen Ende abberufen, traf er Ende September 1641 wieder in Altenburg ein und wurde kurz darauf zum Mitglied des Konsistoriums ernannt. 1643 wurde er Direktor der Steuer-Ober-Einnahme und ging im Sommer 1645 zusammen mit dem Juristen August Carpzov zum Westfälischen Friedenskongress nach Osnabrück. Beide verblieben dort bis zum Juni 1649. Kaum zurück in Altenburg, brach Thumbshirn Anfang August 1649 wieder auf und begab sich nach Nürnberg, wo ein Exekutionstag die Umsetzung der friedensvertraglichen Regelungen behandelte. 1651 wurde Thumbshirn zum sachsen-altenburgischen Geheimen Rat ernannt und im Juni 1653 zum Kanzler. In diesen Funktionen war seine Wirksamkeit auf den sächsisch-thüringischen Raum konzentriert. Wenige Monate vor seinem Tod sah er allerdings seine alte Wirkungsstätte Oldenburg wieder, wo er dem Begräbnis Graf Anton Günthers beiwohnte und an den Verhandlungen über dessen Testament teilnahm. Begleitet wurde der schon kränkelnde Kanzler von seinem Schwiegersohn, dem sachsen-altenburgischen Hof- und Justizrat Georg Dietrich Pflugk. Nach seiner Rückkehr wurde Thumbshirn von einer Augenkrankheit befallen. Bald wieder arbeitsfähig, erkrankte er Mitte November erneut, nun ernsthaft. Er beichtete, nahm das Abendmahl und verabschiedete sich von seiner Familie. Am 4. Dezember starb er und wurde am 29. Dezember 1667 in der Brüderkirche zu Altenburg beigesetzt. Die Leichenpredigt hielt Generalsuperintendent und Oberhofprediger Johann Christfried Sagittarius,[9] der auch sein Beichtvater gewesen war. Auf seinen Gütern Ponitz, Nobitz und Lohma sprachen die Pfarrer Nikolaus Gerlach, Samuel Haberland und Martin Lorentz.
Thumbshirns Lebenslauf lässt auf eine Persönlichkeit schließen, für die eher beharrende Tendenzen typisch waren und weniger die Neigung, sich selbst Chancen zu eröffnen und nach neuen Herausforderungen zu streben. Schon seine lange Studienzeit an nur zwei Universitäten war ungewöhnlich. Später fand er anscheinend Genüge daran, jahrelang in der letztlich doch untergeordneten Position eines Hofmeisters am Oldenburger Hof zu verharren, obwohl diese Stellung anscheinend nicht mit Reisetätigkeit und dem Erwerb von Auslandserfahrung verbunden war. Er hat sich daher niemals außerhalb des Reiches aufgehalten, was für einen Adligen ungewöhnlich ist. Über Thumbshirns Jugendzeit ist praktisch nichts bekannt; besondere Begabungen und Interessen des Heranwachsenden werden nicht erwähnt. Die Länge seines Studiums lässt aber darauf schließen, dass er Gefallen an der Jurisprudenz fand. Er wollte diese Studien sogar in Frankreich fortsetzen. Der dortige Aufenthalt sollte ferner dem Erwerb profunder Französischkenntnisse dienen. In der Reichsstadt Straßburg, die französischen Kultureinflüssen offenstand, legte er einen Grund in Französischer Sprache,[10] zu mehr kam es anscheinend nicht. Das ist hinsichtlich seiner späteren Tätigkeit auf dem Friedenskongress nicht ohne Bedeutung, denn obwohl die Verhandlungssprache im Umgang mit den kaiserlichen und schwedischen Gesandten Deutsch oder Latein war, wird bei den reichsständischen Verhandlungen mit Abel Servien im Jahr 1648 die französische Sprachkompetenz zumindest förderlich gewesen sein.[11]
Aufschlussreich ist Thumbshirns Motivation, sich nach seiner Rückkehr aus Straßburg dem Soldatenberuf zu widmen. Nach Angaben seines Lebenslaufs hat er sich dem Militärwesen verschrieben in Erinnerung Seines Adelichen Standes/ welcher vornehmlich durch Kunst und Ritterliches Verhalten vermehret und gezieret wird. Anscheinend fehlte es ihm aber an einschlägigen Talenten, und so gab er diese Profession nach einem missglückten Versuch auf. Nicht Begabung für das Militärwesen hatte ihn geleitet, sondern adeliges Standesbewusstsein und die Vorstellung, den Idealen seines Standes entsprechen zu müssen, also Pflichtbewusstsein. In seiner schwierigen Lage - gescheitert als Militär, ohne Stellung und finanzielle Absicherung - half ihm Wolf von Lüttichau. Thumbshirn war mit ihm an einem Tische gewesen,[12] anscheinend damals, 1632, und nicht in seiner Studienzeit, wie bisweilen zu lesen ist,[13] denn Wolf von Lüttichau amtierte bereits seit 1623 als kursächsischer Kanzler und vorher schon als Vizekanzler.[14] Bemerkenswert ist, dass Thumbshirn wegen seiner juristischen Fachkompetenz gefördert wurde. Der Kanzler stellte fest, dass er so wohl in Jure Publico als Privato wohl gegründet sei,[15] und vermittelte ihm den Hofmeisterposten bei dem Erbprinzen von Anhalt. In dieser Stellung kam es dann aber, wie sich zeigte, eher auf theologisches als auf juristisches Wissen an: Thumbshirn unterwies den jungen Prinzen zuförderst in der Pietät/ Erkäntnus Gottes/ und der Seelig-machenden Religion.[16] Dahinter verbirgt sich unausgesprochen ein Politikum, denn der Erbprinz von Anhalt wurde in Oldenburg nicht in der reformierten Konfession seines verstorbenen Vaters, sondern nach dem Willen seiner Mutter und zum Ärger seiner väterlichen Verwandten im lutherischen Bekenntnis erzogen.[17] Das Instrument dazu war vorrangig Thumbshirn.[18]
Dieser gewissermaßen missionarische Auftrag könnte dazu beigetragen haben, den Thüringer jahrelang in Oldenburg festzuhalten. Weit wertvoller war Thumbshirns juristische Expertise bei den Westfälischen Friedensverhandlungen, als praktisch jede Vertragsklausel auf ihre juristische Fundiertheit geprüft wurde. Auf diese wichtige Zeit gehen die vier Prediger und auch der "Lebens-Lauff" verständlicherweise weniger ein als auf die letzte Lebensphase des verstorbenen Kanzlers. Immerhin lassen sich aber bestimmte Haltungen, die ihm als Kanzler nachgerühmt werden, mit einiger Sicherheit auf die Zeit des Kongresses zurückprojizieren. Thumbshirn habe, so heißt es in seinem Lebenslauf, wie alle Inhaber höherer Ämter bisweilen Haß und Wiederwertigkeit/ Feindschafft und Unwillen auf sich gezogen. Das habe er aber alles Seinem GOtt in Christlicher Gedult befohlen/ Sich dessen Schutzes getröstet/ dabey Seines angenommenen Gedenck-Spruchs: Thue Recht/ scheue Niemand; fleißig erinnert/ und immittelst daß/ was Sein Amt erfodert/ treulich zuverrichten fortgefahren.[19] Diese Haltung erklärt, dass er sich auf dem Friedenskongress nicht scheute, missliebige Anliegen vorzubringen, Kritik zu üben und zu protestieren.[20] Das nach einem Gemälde Anselms van Hulle 1649 angefertigte Kupferstichporträt gibt Thumbshirns Devise in lateinischer Fassung wieder: NEMINEM TIMEAS, RECTE AGENDO. Die Erläuterung des "Gedenck-Spruchs" als christlicher Trost in Situationen, die ihm gerade wegen seines rechtlichen Handelns Feindschaft eintrugen, verweist auf den christlichen Impetus seines Agierens. Was freilich als "das Rechte" gelten kann, ist bisweilen zeit- und interpretationsabhängig.
Das gilt auch für die Annahme von Geschenken durch Amtspersonen als Entgelt für die Gewährung von Vorteilen, kurz das, was heute als Bestechlichkeit bekannt ist und gemeinhin als moralisch verwerflich und juristisch strafbar gilt. Die Maßstäbe waren damals ein wenig anders. Wie sie im Einzelnen aussahen, ist in der Forschung umstritten.[21] Dass es üblich war, Amtsträgern durch Geschenke Vorteile entlocken zu wollen und diese Praxis auch bei Thumbshirn geübt wurde, ist in seinem "Lebens-Lauff" ausdrücklich gesagt. Thumbshirn sollte durch freundliches zureden und Versprechung ansehnlicher und wichtiger Geschencke dahin gebracht werden, daß Er von derjenigen Treue/ damit Er dem gantzen Hochlöbl. Chur- und Fürstl. Hause Sachsen verpflichtet gewesen/ etwas remittiren möchte. Thumbshirn hatte dergleichen ausgeschlagen und vor des Teuffels Versuchung gehalten[22] - ein erneuter Hinweis, wie der Friedensgesandte und Kanzler nach christlichen Kategorien urteilte. Auf dem Friedenskongress erhielt er als Direktor des "Corpus Evangelicorum" 1649 eine Zuwendung.[23] Das war eine Neuerung und deutet darauf hin, wie zufrieden die Protestanten mit ihm als Direktor dieses Gremiums waren. Ob er sonst irgendwelche, womöglich bedenkliche, "Geschenke" erhielt, ist bislang nicht nachgewiesen worden. Wenn auch Generalsuperintendent Sagittarius meinte, dass Thumbshirns Christlich Leben [...] vor der Welt meist verborgen blieben [sei],[24] so befand der Verfasser des "Leben-Lauff[s]", dass er sein Christentum nicht nur im Munde geführt, sondern auch praktiziert habe. Dazu gehörte, dass er morgens und abends in der Bibel las, Kinder und Gesinde zur christlichen Lebensführung antrieb, alle Abend Bethstunden hielt und denen, die sich widersetzten, ihren Uhrlaub gab.[25]
Resümierend bleibt festzuhalten, dass Thumbshirn einen in mehrfacher Hinsicht unüblichen Lebensweg hatte: Trotz seines adligen Standes studierte er, zwar spät einsetzend, dann aber ungewöhnlich lang, und erwarb sich profunde juristische Kenntnisse; er war zwar standesbewusst, hatte aber standesunüblich keine militärischen Neigungen. Nur als junger Mann weilte er einige wenige Jahre in Leipzig, später kurze Zeit in Straßburg und Dresden sowie 1640/41 ein knappes Jahr in der Reichsstadt Regensburg. Sein Aufenthalt in Nürnberg schloss erst an den Westfälischen Friedenskongress an. Weitere bedeutende Städte kannte er nicht und war auffälliger Weise niemals im Ausland. Seine Französischkenntnisse werden bestenfalls ausreichend gewesen sein. Im familiären Leben verhielt er sich als christlicher Hausvater und war anscheinend auch sonst von christlich-lutherischer Spiritualität durchdrungen. Zumindest scheint ihn gerade seine lutherische Prägung zum Erzieher des Erbprinzen von Anhalt-Zerbst qualifiziert zu haben. Ob es ihm angesichts einer gewissen provinziellen Prägung an Weltläufigkeit mangelte und er für die europäischen Dimensionen der Friedensverträge womöglich nur wenig Gespür hatte, das zu ergründen gehört zu den Desideraten der Forschung. Desgleichen gibt es zurzeit noch keine Erkenntnisse über den genauen Anteil Thumbshirns an den Friedensverträgen. Dass sein Beitrag wichtig war, steht außer Frage; wie essenziell er war, muss künftige Forschung zeigen.
Dr. MARIA-ELISABETH BRUNERT ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentrum für Historische Friedensforschung (ZHF) und Geschäftsführerin der dort angesiedelten Arbeitsstelle "Westfälischer Frieden 1648". Zudem ist sie Lehrbeauftragte am Institut für Geschichtswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Bestand: Stadtarchiv Altenburg
Signatur: A I 17
Enthalten in: Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften im Stadtarchiv Altenburg (Marburger Personalschriften-Forschungen 44), Stuttgart 2007
Anmerkungen:
[1] Siehe dazu die Hinweise in Acta Pacis Westphalicae Serie III, Abteilung A, Bd. 3: Die Beratungen des Fürstenrates in Osnabrück, Teil 6: Juni-Juli 1648, bearb. von Maria-Elisabeth Brunert, Münster 2009, S. LXIII, LXIV, LXVI und LXXIII.
[2] Fritz Dickmann, Der Westfälische Frieden, 7. Aufl., Münster 1998, hier S. 200.
[3] Acta Pacis Westphalicae, hrsg. von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste in Verbindung mit der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte durch Konrad Repgen und Maximilian Lanzinner, Münster 1962-(Reihe wird fortgesetzt). Für weitere Informationen über das Editionsvorhaben und die bisher publizierten Bände siehe die Website des Projekts, URL: http://www.pax-westphalica.de/ (Zugriff: 12.09.2013).
[4] Johann Ludolph Walther, Universal-Register über die Sechs Theile der Westphälischen Friedens-Verhandlungen und Geschichte, imgleichen über die Zween Theile der Nürnbergischen Friedens-Executions-Handlungen und Geschichte, Göttingen 1740. Das Werk enthält u.a. einen Teil "Nachrichten von den Lebens-Umständen derer auf dem Universal-Friedens-Congress, zu Münster und Oßnabrück, sich befundenen Gesanden". Dessen Angaben beruhen wahrscheinlich oft oder sogar meist auf Leichenpredigten bzw. anderen Trauerschriften zu Ehren der genannten Personen (S. 3-104), Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek, München (im Folgenden BSB München), URN (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10492943-1 (Zugriff: 12.09.2013).
[5] Johann Gottfried von Meiern, Acta Pacis Westphalicae, Oder Westphälische Friedens-Handlungen und Geschichte [...]/ in einem mit richtigen Urkunden bestärckten Historischen Zusammenhang verfasset und beschrieben [...], 6 Teile, Hannover 1734-1736, Digitalisate der BSB München:
Teil 1, URN (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10717072-0 (Zugriff: 12.09.2013);
Teil 2, URN (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10717073-5 (Zugriff: 12.09.2013);
Teil 3, URN (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10869317-8 (Zugriff: 12.09.2013);
Teil 4, URN (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10717075-6 (Zugriff: 12.09.2013);
Teil 5, URN (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10492261-8 (Zugriff: 12.09.2013);
Teil 6, URN (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10717077-7 (Zugriff: 12.09.2013).
[6] Siehe aber den biografischen Abriss von Gerd Steinwascher, Wolfgang Konrad von Thumbshirn, in: Karl Georg Kaster/Gerd Steinwascher (Hg.), "...zu einem stets währenden Gedächtnis". Die Friedenssäle in Münster und Osnabrück und ihre Gesandtenporträts (Osnabrück Kulturdenkmäler 8), Bramsche 1996, S. 266f.; ebenso knapp ist der biografische Artikel "Thumbshirn, Wolf(gang) Konrad of", in: Derek Croxton/Anuschka Tischer, The Peace of Westphalia. A Historical Dictionary, Westport (Connecticut)/London 2002, S. 292f. Weitere biografische Informationen finden sich in: Roland Mehlig/Joachim Emig, Wolfgang Conrad von Thumbshirn. Geheimer Rat und Kanzler. * 28. 04.1604 † 24. 11. 1667. Stationen seines Lebens, hrsg. vom Förderverein Renaissanceschloss Ponitz e.V. in Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Staatsarchiv, Ponitz/Altenburg 2007; und Barbara Löwe/Günter Hummel, Wolfgang Conrad von Thumbshirn. Ein Wegbereiter des Westfälischen Friedens (Der kleine sakrale Kunstführer. Beiheft 4), Altenburg/Langenweißbach/Neumark 2007.
[7] Kollektivverfasser, Der Gläubigen verborgener Schatz/ Und Von Gott gewiesener Weg zum Himmel [...] Als der [...] Herr Wolff Cunrath von Thumbshirn [...] Fürstl. Sächß. Hochverordneter Geheimbter Rath [...] Welcher den 24. Novembr. 1667. [...] verschieden/ und den 19. Decembris desselben Jahrs in der BrüderKirchen allhier [...] ward beygesetzet / In Vier unterschiedlichen Predigten Gezeiget [...], Altenburg 1667 (VD17 39:119058V). Die vier Leichenpredigten der Publikation stammen von Johann Christfried Sagittarius (S. 19-52), Nikolaus Gerlach (S. 85-112), Samuel Haberland (S. 115-152) und Martin Lorentz (S. 155-185). Der Verfasser des "Lebens-Lauff[s]" (S. 53-76) ist nicht angegeben, konnte sich aber auf Informationen der Familie stützen. Die "Trauer-Rede", auch "Abdanckungs-Rede" genannt, stammt von Bernhard Pflugk (S. 79-82). Die Lebensdaten Thumbshirns sind dem "Lebens-Lauff" entnommen, wurden in diesem Beitrag aber in neuen Stil umgerechnet. Das Zitat im Titel des Artikels steht in der "Abdanckungs-Rede", S. 80.
[8] Zu Fürst Johann VI. von Anhalt-Zerbst (1621-1667) siehe Siebigk, "Johann, Fürst von Anhalt-Zerbst", in: Allgemeine Deutsche Biographie (1881) [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd102309833.html?anchor=adb (Zugriff: 12.09.2013).
[9] Siehe die Angaben in Anm. 7.
[10] Lebens-Lauff (wie Anm. 7), S. 58.
[11] Thumbshirn war verschiedentlich an Verhandlungen mit Servien beteiligt, so am 27., 29. und 30. August 1648, siehe Acta Pacis Westphalicae Serie III, Abteilung A, Bd. 3: Die Beratungen des Fürstenrates in Osnabrück, Teil 7: Juli-September 1648, bearb. von Maria-Elisabeth Brunert, Münster 2013, S. 320, Anm. 6, S. 344f., Anm. 3. Soweit erkennbar, wurden die französisch-reichsständischen Verhandlungen auf Latein geführt, während die französische Delegation ihre Verhandlungsakten in französischer Sprache abfasste und Servien generell das Französische favorisierte. Der französische Resident in Osnabrück, Henri Groulart de La Court, beherrschte das Deutsche nicht und musste üben, um sein Latein zu verbessern. Siehe Guido Braun, Fremdsprachen auf dem Westfälischen Friedenskongress, in: Michael Rohrschneider/Arno Strohmeyer (Hg.), Wahrnehmung des Fremden. Differenzerfahrungen von Diplomaten im 16. und 17. Jahrhundert (Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte e.V. 31), Münster 2007, S. 203-244, hier S. 222f.
[12] Lebens-Lauff (wie Anm. 7), S. 58.
[13] So bei Steinwascher, Thumbshirn (wie Anm. 6), S. 266: Die Stelle des Hofmeisters habe Thumbshirn "der Empfehlung seines Studienfreundes, des Kanzlers Wolff von Lüttichau verdankt."
[14] Zu Wolf von Lüttichau siehe Frank Müller, Kursachsen und der Böhmische Aufstand 1618-1622 (Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte 23), Münster 1997, S. 270 und 528.
[15] Lebens-Lauff (wie Anm. 7), S. 59.
[16] Ebd.
[17] Siebigk, Fürst von Anhalt-Zerbst (wie Anm. 8).
[18] Neben Thumbshirn wirkte in Oldenburg ein Christoph Schlegel als lutherischer Erzieher. Siehe Briefe der Fruchtbringenden Gesellschaft und Beilagen: Die Zeit Fürst Ludwigs von Anhalt-Köthen 1617-1650. Sechster Band 1641-1643 (Die deutsche Akademie des 17. Jahrhunderts Fruchtbringende Gesellschaft, Reihe I, Abteilung A 6), unter Mitarbeit von Gabriele Ball und Andreas Herz hrsg. von Klaus Conermann, Berlin/Boston 2013, S. 536.
[19] Lebens-Lauff (wie Anm. 7), S. 71.
[20] Dafür ein Beispiel: Thumbshirn beschwerte sich (zusammen mit Carpzov) namens der Protestanten am 19. Juni 1647 beim kaiserlichen Hauptgesandten Maximilian Graf von und zu Trauttmansdorff über die Zurückweisung der protestantischen Protokollführer bei Fürstenratssitzungen in Münster. Siehe Acta Pacis Westphalicae Serie III, Abteilung A, Bd. 3: Die Beratungen des Fürstenrates in Osnabrück, Teil 4: 1646-1647, bearb. von Maria-Elisabeth Brunert, Münster 2006, S. 260f. (mit Anm. 11).
[21] Geldzahlungen und Geschenke, die in den Quellen oft "Verehrungen" genannt werden, sind, je nach Charakter, unterschiedlich zu beurteilen. Siehe dazu Franz Bosbach, Die Kosten des Westfälischen Friedenskongresses. Eine strukturgeschichtliche Untersuchung (Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte 13), Münster 1984, S. 101f., 199f. Zur Forschungsdiskussion über "Korruption" im 16. und 17. Jahrhundert siehe Niels Grüne, "Gabenschlucker" und "verfreundte rät". Zur patronagekritischen Dimension frühneuzeitlicher Korruptionskommunikation, in: Ronald G. Asch/Birgit Emich/Jens Ivo Engels (Hg.), Integration, Legitimation, Korruption. Politische Patronage in Früher Neuzeit und Moderne, Frankfurt (Main) u.a. 2011, S. 215-232, hier S. 216-220.
[22] Lebens-Lauff (wie Anm. 7), S. 69.
[23] Bosbach, Kosten (wie Anm. 21), S. 209.
[24] Siehe Predigt von Sagittarius, in: Der Gläubigen verborgener Schatz (wie Anm. 7), S. 59.
[25] Lebens-Lauff (wie Anm. 7), S. 67.
Zitierweise: Maria-Elisabeth Brunert, Wolf Conrad von Thumbshirn (1604-1667). Oßnabrück und Münster seind Seiner Treue und Geschickligkeit Zeugen – Ein reichsständischer Gesandter aus Thüringen als Mitgestalter des Westfälischen Friedens, in: Leben in Leichenpredigten 10/2013, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/wolf-conrad-von-thumbshirn-1604-1667.html>
