Peter Johansen Brenner (1677-1720)
01.09.2015
Kategorie: Leben in Leichenpredigten
[...] denn das Eisen/ so meinen Lebens-Faden abschneiden soll/ ist geschärffet/ und hänget mir bereits im Nacken – Die Abschiedspredigt eines zum Tode verurteilten Geistlichen

Hinrichtung Peter Johansen Brenners [1/2]
Als der Geistliche Peter Brenner am 15. Juli 1720 in Stockholm enthauptet wurde, hatte dies besonders im deutschsprachigen Raum ein beträchtliches Medienecho zur Folge. Neben zahlreichen zeitgenössischen Chroniken, die über den Fall Brenner berichteten, erschienen in deutscher Sprache allein zwischen 1720 und 1723 mindestens 13 eigenständige Drucke über die Verurteilung und Hinrichtung des ehemaligen Propstes.[1] Das Urteil und der Verlauf der eigentlichen Exekution standen dabei weniger im Vordergrund als die von dem zum Tode Verurteilten gehaltene Abschiedspredigt.[2] Einen Grund für diese besondere Aufmerksamkeit nennt Brenner zu Beginn seiner Predigt selbst: Daß Lebendige über Tode Reden halten/ ist eine Sache/ die wir fast täglich durch Anhörung der sogenannten Leichen-Predigten vernehmen; Daß aber Todte nach ihrem Hintritt zu den Lebenden reden/ ist eine Sache/ die uns selten vorkommt.[3]
Seit dem frühen 17. Jahrhundert wurden die Predigten, die Geistliche unmittelbar vor öffentlichen Hinrichtungen an die versammelten Massen hielten, insbesondere im deutschen Sprachraum im Druck publiziert. Dabei ähnelten sie in ihrem Inhalt und Aufbau den gedruckten Leichenpredigten. An die Stelle der Personalia trat allerdings eine Aufzählung der begangenen Sünden und Straftaten des Delinquenten.[4] Auch der Verurteilte selbst hatte das Recht, sich vor der Urteilsvollstreckung an die Öffentlichkeit zu wenden, um sich zu seiner Schuld und zur Rechtmäßigkeit der verhängten Strafe zu bekennen. Brenner, der als Priester seine Predigt selbst halten konnte, vermied es jedoch, auf die ihm vorgeworfenen Verfehlungen einzugehen. Stattdessen prangerte er in seiner Predigt zum Bibeltext "Schaffet, daß ihr selig werdet mit Furcht und Zittern" (Phil 2,12) das Streben nach Ehre, Reichtum und weltlichen Lüsten an, das er vielen seiner Zeitgenossen vorwarf - insbesondere denen, die ihn aus seiner Sicht ungerechtfertigt auf das Schafott gebracht hatten. Obwohl sich in seiner Predigt kein gesonderter Personalia-Teil findet, lässt Brenner an verschiedenen Stellen biographische Elemente einfließen. Ein zusammenhängendes Bild von seinem Werdegang und den Umständen, die zu seiner Verurteilung führten, lässt sich aus der Predigt allein nicht entnehmen, weshalb im Folgenden auch zeitgenössische Berichte und die vorhandene Forschungsliteratur herangezogen werden.
Peter Johansen Brenner wurde 1677 in der heute zu Finnland gehörenden Stadt Närpes (fin. Närpiö) geboren und studierte an den Universitäten in Turku und Pärnu (Estland). 1699 schloss er sein Studium mit dem Magistergrad ab.[5] In Folge des Ausbruchs des Großen Nordischen Krieges, in dem Schweden und Russland von 1700 bis 1721 um die Vorherrschaft im Ostseeraum kämpften, war Brenner zunächst als Feldprediger beym Funckischen Regiment[6] tätig. 1703 als Garnisionsprediger nach Narva gekommen, geriet er bei der Eroberung der Stadt im Sommer 1704 in russische Gefangenschaft. Nach vier Jahren als Feldprediger in Asow und Taganrog brachte man ihn erneut als Gefangenen nach Moskau, wo er aufgrund der Fürsprache des dortigen evangelischen Predigers freigelassen wurde.[7] 1711 kehrte er über Riga nach Stade ins schwedische Herrschaftsgebiet zurück.[8] Seine Gefangennahme bewertet Brenner in seiner Predigt folgendermaßen: Funffzehen Jahr sind es/ daß ich ausser des Reiches Gräntzen den Ebentheuern des Krieges gefolget bin/ ich bin in Eisen und Banden unter die Russen und Türcken als Feinde gefangen und geschlossen gewesen/ mithin habe solche Gefährlichkeiten ausgestanden/ als dergleichen schwere Zufälle gemeiniglich mit sich führen [...].[9] 1712 finden wir Brenner vorübergehend als Hofprediger des im osmanischen Exil lebenden schwedischen Königs Karl XII.[10] Von Karl XII. zum Propst von Vaasa (schwed. Vasa) und Mustasaari (schwed. Korsholm) ernannt, verbrachte er die Jahre zwischen 1716 und 1719 vorwiegend in Stockholm.[11] Im Februar 1720 überquerte Brenner heimlich die Grenze zum mit Schweden verfeindeten Königreich Dänemark. In Kopenhagen ließ er sich mithilfe des dortigen russischen Gesandten Dolgorukow mit Geld und einem gefälschten Reisepass ausstatten, um unter dem Namen eines Kauffmanns [...] hinüber zum Czaaren nach Petersburg zu gehen.[12] Auf dem Weg dorthin wurde er am 1. März in Hamburg aufgegriffen und in Ketten und Bande geschlagen über Lübeck nach Stockholm gebracht.[13] Auf die genauen Umstände, die zu seiner Verhaftung und Verurteilung führten, geht Brenner in seiner Predigt nicht ein. Er betont lediglich, dass er das Opfer greuliche[r] Lügen und gifftige[r] Mord-Zungen sei, und wiederholt mehrfach, dass, wenn eine Christliche Liebe an statt des Hasses und der Mißgunst mein Wesen ausgedeutet [hätte]/ man würde niemahlen [...] so erschreckliche Lügen von meiner Person ausgesprengt haben.[14] Möglicherweise sind die Anfeindungen zwischen dem einstigen Günstling Karls XII. und gewisse[n] ehrwürdige[n] Männer[n][15] auf die Auseinandersetzungen zwischen Vertretern des Königs und der Adelsopposition zurückzuführen, die sich seit dem Exil des Königs zuspitzten und nach seinem Tod 1718 im Streit um Thronfolge ihren Höhepunkt fanden.
Brenner erklärt in seiner Abschiedspredigt, er habe während seiner Zeit im Arrest mit Fleiß GOttes Ordnung betrachtet und sei angesichts seiner Behandlung zu dem Schluss gekommen, dass die Christen seiner Zeit ärger als die Heyden, ja als Teuffel in menschlichen Leibern verkleidet leben.[16] Die zeitgenössischen Berichte betonen jedoch, dass er bey seiner Ankunft in der Kön. Schwedischen Residenz-Stadt, als er das erstemal vernommen, sehr verstockt gewesen sei.[17] Da das Schuldbekenntnis eine Voraussetzung für die öffentliche Urteilsverkündigung darstellte, wurde ein derartiges Verhalten eines schweigenden oder seine Schuld bestreitenden Angeklagten mit großer Verärgerung wahrgenommen und derselbe als halsstarrig betrachtet.[18]
Das Todesurteil, dessen Text den meisten Druckversionen der Predigt angehängt ist, wurde am 2. Juni 1720 in Stockholm verlesen. In der Urteilsbegründung wird Brenner vorgeworfen, in Kopenhagen einigen dänischen Ministern und dem russischen Gesandten über den damahligen geschwächten Zustand des Schwedischen Reiches[19] und darüber, wie die Vestung Landscron [Landskrona] durch Verrätherey unter Dänemarck gebracht werden könnte,[20] berichtet zu haben. Hauptgrund für die Verurteilung zum Tode war also der offenbar als erfüllt angesehene Tatbestand des Landesverrats. Weiterhin wird Brenner zur Last gelegt, nach seiner Verhaftung durch Lügen und Falschaussagen versucht zu haben, von seiner Schuld abzulenken und stattdessen den Ruf seiner Feinde zu schädigen.[21] Die königliche Kommission schließt ihr Urteil mit dem Befehl, dass bemeldter Peter Johannsen als ein Landes-Verräther und Ehren-Schänder ihm zur wohl verdienten Straffe/ andern aber zur Warnung und Abscheu/ hiermit [...] Leib/ Ehre und Guts verlustig erkläret/ also daß ihm der Kopff soll abgeschlagen und er folglich unterm Galgen begraben werden.[22]
Während dem zum Tode Verurteilten üblicherweise drei Tage zur Vorbereitung auf die Exekution gewährt wurden,[23] vergingen von der Urteilsverkündung im Juni bis zu Brenners Enthauptung am 15. Juli 1720 mehrere Wochen, in denen Priester ihn fleißig besuchen, und demselben seine Sünden nachdrücklich vorstellen mussten.[24] Eine öffentliche Hinrichtung konnte im Regelfall erst vollzogen werden, nachdem der Verurteilte seine Schuld eingestanden und das Strafmaß akzeptiert hatte.[25] Das Felsen-harte Hertz Brenners, der den Berichten zufolge hartnäckig darauf bestund, daß er mit seiner Aufführung die Todes-Straffe nicht verdienet, konnte durch die intensive Überzeugungsarbeit der Priester schließlich doch erweichet werden.[26] Ausschlaggebend für sein Geständnis waren belastende Schreiben und Textentwürfe, die in seinem Haus gefunden wurden.[27] Sein Schuldbekenntnis präsentiert Brenner innerhalb der Predigt aber nicht ohne Kritik: Jch erkenne/ daß nach der Regul/ welche sich auf die Schwedische angenommene Rechte gründet/ ich mit Recht zum Tode verdammet sey/ GOtt aber weiß/ daß es so ist/ nemlich: Hätten Lügen/ Haß und Mißgunst mich nicht so sehr geplaget und verfolget/ ich würde heute nimmermehr an dieser Stätte stehen.[28]
Neben dem öffentlichen Schuldbekenntnis waren seitens des Verurteilten auch ein Bekenntnis zum christlichen Glauben, die Verabschiedung von Freunden und Verwandten und eine Ermahnung des versammelten Volkes, sich nicht zu Verbrechen und Sünden hinreißen zu lassen, üblich.[29] Bevor Brenner seine Predigt mit einer umfassenden Verabschiedung vom schwedischen König Friedrich von Hessen-Kassel und dessen Frau Ulrika Eleonore, vom Königreich Schweden und von der Stadt Stockholm im Besonderen sowie von seinen Freunden, Feinden und früheren Kollegen schließt,[30] richtet er deshalb mahnende Worte an seine Zuhörer: Liebste Freunde/ ich rede hier nicht zu dem Ende/ daß ich über eure etwa unzeitige und ungegründete lieblose Urtheile klagen wolle: O nein/ ich thue es aus Mitleyden/ und will nicht/ daß ihr in GOttes Richterliches Amt greiffen sollet/ da mit ihr dadurch nicht in seinen Haß und straffende Hand verfallet; dann es ist ein trotziges und vermessenes Unternehmen/ wann ein Mensch sich zutrauet/ dasjenige zu richten/ was in seines Nächsten Jnwendigen verborgen lieget.[31] Wohl im Bewusstsein, dass Hinrichtungen in Mitleidsbekundungen für den Armen Sünder und Protestaktionen gegen die obrigkeitliche Strafgewalt von seiten des Volkes umschlagen konnten,[32] bemüht sich Brenner in seiner Predigt die Anwesenden davon zu überzeugen, sich die erschreckliche Gewissens-Quaal/ und eine unleidliche Seelen-Pein[33] zu ersparen.
Im Gegensatz zum Hängen galt die Enthauptung in der Frühen Neuzeit als eine gnädige Tötungsart. Meistens wurde der Leichnam anschließend christlich begraben.[34] Auch Brenner betont, dass niemand [...] darum selig [sei]/ daß er auf seinen sanfften Bette stirbet, mit Klocken-Spiel und Leich-Ceremonien in die Kirche begraben wird und keiner [...] darum verdammet [werde]/ daß er enthauptet wird [...]. Könige/ Generals und Staats-Ministri, sind dergleichen Todt gestorben. Ja/ was weit mehr ist/ Der/ so da war der König aller Könige/ Christus ist gecreutziget; Ey so mag auch BRENNER wohl enthauptet werden![35] Im Anschluss an die Predigt wird die Hinrichtungszeremonie bis zu dem Moment beschrieben, in dem Brenner sein Haupt auf den Block niederlegte, den letzten Streich zu empfangen.[36] In den Druckausgaben findet sich keine Beschreibung der eigentlichen Enthauptung und der anschließenden Trauerzeremonien. Auch die zeitgenössischen Berichte liefern nur spärliche Informationen. Brenners Leichnam wurde, wie es das Urteil gefordert hatte, in einem Sarg unter dem Galgen begraben. Einige Tage nach seinem Tod soll in dem Zimmer des Stockholmer Rathauses, in dem er vor der Hinrichtung gefangen gehalten worden war, ein umfangreiches, an den schwedischen König adressiertes Geständnis gefunden worden sein.[37]
Über mögliche Motive für den ihm vorgeworfenen Landesverrat schweigen die zeitgenössischen Berichte, obwohl er durch seine längjährigen Aufenthalte in Moskau leicht als russischer Spion hätte bezichtigt werden können. Die einigen deutschen Übersetzungen vorangestellte Einleitung lässt betont offen, ob Brenner aus guter Intention[38] zu dem Entschluss gekommen sei, Dänemark und Russland zu einem Sieg über Schweden zu verhelfen. Brenner selbst geht in seiner Predigt nicht über vage Andeutungen hinaus. So heißt es in einem mit dem Ausruf Fahre wohl, Schweden! eingeleiteten Abschnitt am Ende der Predigt: Ich wünsche derowegen, daß mein abgehauenes Haupt, dir [Schweden] so glücklich seyn möge, als des Seba Bichri Sohns Haupt der Stadt Abel nützete, nachdem es abgeschlagen war, [2.] Sam. 20. Ach daß der greuliche und harte Zorn GOttes, samt denen erschrecklichen Unglücks-Wellen, welche so hefftig auf dein Regiments- und Wohlfarths-Schiff schlagen, mit mir sich besänfftigen und legen mögen.[39] Der Vergleich mit Scheba, durch dessen Tod die Zerstörung der Stadt Abel verhindert werden konnte, lässt auch die Interpretation zu, dass Brenner in seinem Versuch, den verlustreichen Krieg gegen Dänemark und Russland schnellstmöglich zu einem Ende zu führen, das notwendige Opfer sah, um das schwedische Königreich vor der Zerstörung zu bewahren.
SIMON DREHER B.A. ist Studentische Hilfskraft an der Forschungsstelle für Personalschriften. Er studiert im Masterstudiengang Geschichte an der Philipps-Universität Marburg.
Bestand: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Signatur: Hist.Suec.525,20
Enthalten in: Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts (VD18 1020590X)
Anmerkungen:
[1] Bei den 13 bekannten deutschsprachigen Druckversionen handelt es sich um:
(1) Peter Brenners Letzte Rede/ wie er durch die Süder-Pforte der Stadt Stockholm zu einem gewaltigen Tode ausgeführet worden. Den 4/15 Julii Anno 1720. Aus dem Schwedischen übersetzt, Regensburg [ca. 1720] (Bayerische Staatsbibliothek, München [im Folgenden BSB München], Res/4 Or.fun. 252,6), Digitalisat, Permalink (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10905730-9 (Zugriff: 08.06.2015);
(2) Petri Brenners Letzte Rede/ Welche Er auf dem allgemeinen Richt-Platz An das Volck gehalten/ Da er den 4. Julii, st. v. Anno 1720. Aus der Süder-Pforte zu Stockholm geführet und enthauptet wurde. Auf Verlangen guter Freunde Aus dem Schwedischen ins Teutsche übersetzet, s. l. 1720 (VD18 10502122; Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz [im Folgenden SBB-PK Berlin], 17 in: Ua 212), Digitalisat, PURL (Werk): http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00015A6000000000 (Zugriff: 08.06.2015);
(3) Petri Brenners Letzte Rede, wie er durch die Süder-Pforte der Stadt Stockholm zu einem gewaltigen Tode ausgeführet worden. Den 4/15 Julii Anno 1720. Aus dem Schwedischen übersetzt, Frankfurt (Main) [ca. 1720] (BSB München, 4 Or.fun. 28 d), Digitalisat, Permalink (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10529032-2 (Zugriff: 08.06.2015);
(4) Des gewesenen Schwedischen Probst zu Wasa/ Peter Johansen Brenners/ Nachdenckliche Abschieds-Predigt, So Er Auf dem Gerichts-Platz Als er den 15. Juli 1720. Zu Stockholm Enthauptet werden solte/ zum Volck gehalten. Aus dem Schwedischen ins Teutsche übersetzet, o.O. [ca. 1720] (VD18 11445238; Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden [im Folgenden SLUB Dresden], Hist.Suec.525,15), Digitalisat, PURL (Werk): http://digital.slub-dresden.de/id369582829 (Zugriff: 08.06.2015);
(5) Des gewesenen schwedischen Probsts zu Wasa/ Peter Brenners merckwürdige und letzte Rede, Hamburg 1720 (Universitätsbibliothek Tübingen, Fo IX 64.4);
(6) Peinliches Urtheil des gewesenen Schwedischen Probsts zu Wasa, Peter Johansen Brenners, und Dessen, vor der Execution, da derselbe den 15. Juli st. nov. 1720 vor der Süder-Pforte der Stadt Stockholm decolliret worden, auf dem Gerichts-Platz zum Volck gehaltenen nachdencklichen Abschieds-Predigt. Aus dem Schwedischen ins Teutsche übersetzet. Gedruckt im Monat August, o.O. 1720 (VD18 1020590X; SLUB Dresden, Hist.Suec.525,20), Digitalisat, PURL (Werk): http://digital.slub-dresden.de/id324327064 (Zugriff: 08.06.2015);
(7) Peinliches Urtheil Des gewesenen Schwedischen Probsts zu Wasa, Peter Johansen Brenners, und Dessen Vor der Execution, Da derselbe den 15. Julii st. nov. 1720 vor der Süder-Pforte der Stadt Stockholm decolliret worden, Auf dem Gerichts-Platz zum Volck gehaltenen nachdencklichen Abschieds-Predigt. Aus dem Schwedischen ins Teutsche übersetzet, Breslau [1720] (Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt Halle (Saale) [im Folgenden ULB Sachsen-Anhalt], 14 WA 1761 (2));
(8) Peinliches Urtheil des gewesenen Schwedischen Probsts zu Wasa Peter Johansen Brenners und dessen vor der Execution gehaltene Abschieds-Predigt. Aus dem Schwed. übersetzet, Halle (Saale) 1720 (Stadtarchiv und wissenschaftliche Stadtbibliothek Soest, 278 SO);
(9) Peinliches Urtheil des gewesenen schwedischen Probst zu Wasa, Peter Johansen Brenners und dessen vor der Execution [...] 15. Julii 1720 [...] auf dem Gerichts-Platz zum Volck gehaltenen nachdencklichen Abschieds-Predigt, Eisenach 1721 (Universitätsbibliothek Kiel, 35 in Ke 9990-73);
(10) Peinliches Urtheil des gewesenen schwedischen Probst zu Wasa/ Peter Johansen Brenners und dessen vor der Execution [...] erklähret hat. Aus dem Schwedischen ins Teutsche übersetzet, Halberstadt [ca. 1720] (SBB-PK Berlin, Fot 10000-600);
(11) Peinliches Urtheil des gewesenen Probsts zu Wasa Peter Johansen Brenner und dessen vor der Exekution [...] gehaltenen Abschieds-Predigt. Aus dem Schwed. [...] Zum andernmal gedruckt, Leipzig [ca. 1720] (SLUB Dresden, Hist.Suec.525,16);
(12) Peinliches Urtheil des gewesenen Probsts zu Wasa, Peter Johansen Brenners, und dessen auf dem Gerichts-Platz zum Volck gehaltenen [...] Abschieds-Predigt [...] Zum Dritten mal gedruckt, Leipzig [ca. 1720] (SLUB Dresden, Mscr.Dresd.App-914,131);
(13) Peinliches Urtheil des gewesenen Schwedischen Probsts zu Wasa, Peter Johansen Brenners, und Dessen, vor der Execution, da derselbe den 15. Juli st. nov. 1720 vor der Süder-Pforte der Stadt Stockholm decolliret worden, auf dem Gerichts-Platz zum Volck gehaltenen nachdencklichen Abschieds-Predigt [...] Aus dem Schwedischen ins Teutsche übersetzet [...] zum Viertenmal gedruckt, Hamburg 1723 (VD18 10502130; SBB-PK Berlin, 9 in: 4" Fy 7898), Digitalisat, PURL (Werk): http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000782600000000 (Zugriff: 08.06.2015). -
Mehreren Ausgaben sind ein Einleitungstext vorangestellt (Drucke 4, 6 und 13) und eine Übersetzung des Todesurteils angehängt (Drucke 1, 3, 6 und 13). Die Drucke 5 und 7 bis 12 konnten nicht eingesehen werden, lassen sich aber anhand des Titelwortlauts und des angegebenen Druckortes voneinander unterscheiden. Im Folgenden wird aus Druck 6 zitiert.
[2] Bei den oben genannten deutschsprachigen Drucken handelt es sich um im Wortlaut identische Übersetzungen des schwedischen Druckes: Petter Brenners Sidsta Taal/ Då Han genom Stockholms Stadz Södre Port fördes vt til en Wåldsam Död. Den 4. Julii/ Åhr 1720, Stockholm 1720 (SBB-PK Berlin, Hn 29105), Digitalisat, URL (Werk): http://www.archive.org/stream/petterbrennerssidstataal01ssm (Zugriff: 08.06.2015).
[3] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 5.
[4] Vgl. Richard J. Evans, Rituale der Vergeltung. Die Todesstrafe in der deutschen Geschichte 1532-1987, Berlin 2001, S. 194.
[5] Vgl. M. G. Historie des Jahrs 1720. oder Zur Kirchen-Politisch- und gelehrten Historie dieses Jahrs gehörige Haupt-Anmerckungen 6 (1721), S. 219f. (ULB Sachsen-Anhalt, Pon IIn 911, 8°); vgl. zu Brenners Biographie ebenso Erik Naumann, Art. "Petrus Johannis Brenner", in: Svenskt biografiskt lexikon, Bd. 6, Stockholm 1926, S. 217, Online-Artikel, URL: http://sok.riksarkivet.se/sbl/artikel/16944 (Zugriff: 08.06.2015).
[6] Historie des Jahrs 1720 (wie Anm. 5), S. 220.
[7] Vgl. ebd.
[8] Vgl. Erik Amburger, Die Pastoren der evangelischen Kirchen Rußlands vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1937. Ein biographisches Lexikon, Lüneburg/Halle (Saale) 1998, S. 273; Die Historie des Jahrs 1720 (wie Anm. 5), S. 220 setzt dagegen seine Rückkehr über Riga ins schwedische Herrschaftsgebiet erst im Jahre 1714 an.
[9] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 9.
[10] Die Europäische Fama Welche den gegenwärtigen Zustand der vornehmsten Höfe entdecket 240 (1721), S. 1054 (BSB München, Eur. 285-229/240), Digitalisat, Permalink (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb11040446-7 (Zugriff: 08.06.2015); vgl. Electa Juris Publici oder die Vornehmsten Staats-Affaires von Europa. Besonders aber von Teutschland in einem Auszug vorgestellet. Des Zwantzigsten Tomi Zweytes Stück, o.O. 1722, S. 83 (BSB München, J.publ.e. 97-20), Digitalisat, Permalink (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10555936-4 (Zugriff: 08.06.2015).
[11] Vgl. Geschichte berühmter Staatsverbrecher, die auf dem Rabensteine eines gewaltsamen Todes gestorben sind, Rotenburg a. d. Fulda 1778, S. 63 (VD18 11498889), Digitalisat der SLUB Dresden, PURL (Werk): http://digital.slub-dresden.de/id362545588 (Zugriff: 08.06.2015); vgl. Andreas Hellerstedt, 'Välkommen kära död!ʽ Den offentliga avrättningen och konsten att dö, in: Karolinska förbundets årsbok 2005, S. 7-46, hier S. 32.
[12] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 22f.
[13] Die Europäische Fama (wie Anm. 10), S. 1054; vgl. Historie des Jahrs 1720 (wie Anm. 5), S. 116.
[14] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 9 (Ergänzungen d.V.).
[15] Ebd., S. 24.
[16] Ebd., S. 13.
[17] Die Europäische Fama (wie Anm. 10), S. 1054f.
[18] Vgl. Richard van Dülmen, Das Schauspiel des Todes. Hinrichtungsrituale in der Frühen Neuzeit, in: Ders./Norbert Schindler (Hg.), Volkskultur. Zur Wiederentdeckung des vergessenen Alltags (16.-20. Jahrhundert), Frankfurt (Main) 1984, S. 203-245, hier S. 214.
[19] Andreas Lazarus von Imhof/Conrad Schönleben, Neu-eröffneten Historischen Bilder-Saals Achter Theil. Das ist: Kurtze/ deutliche und unpartheyische Beschreibung der Historiae Universalis, Enthaltend Die Geschichten/ welche sich unter dem Glorwürdigst-regierenden Kayser Carolo VI. von dem Baden-Rastaftischen Frieden an/ biß auf das Jahr 1723. vornehmlich in Europa, auch sonsten hin und wieder in der Welt zugetragen [...], Nürnberg 1733, S. 779 (VD18 80222269; BSB München, H.un. 301-8), Digitalisat, Permalink (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10032608-7 (Zugriff: 08.06.2015).
[20] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 22 (Ergänzung d.V.).
[21] Ebd., S. 23f.
[22] Ebd., S. 24.
[23] Vgl. Dülmen, Das Schauspiel des Todes (wie Anm. 18), S. 213.
[24] Electa Juris Publici (wie Anm. 10), S. 89.
[25] Vgl. Dülmen, Das Schauspiel des Todes (wie Anm. 18), S. 210.
[26] Electa Juris Publici (wie Anm. 10), S. 89.
[27] Vgl. Johann Xaverius Meyer, Das Neueste von der Zeit Oder Allerneueste Nachrichten von den vornehmsten und merckwürdigsten Begebenheiten/ Welche sich in dem uns bekanntesten Theil der Welt, bis auf gegenwärtige Zeit, so wohl in Kriegs- und Staats-Angelegenheiten als in Bürgerlichen und Criminal-Händeln/ ereignet und zugetragen haben; Wie auch was von neuen und raren Erfindungen in dem weitläufigen Reich der Natur verschiedenen Orten bekannt gemacht worden [...], Frankfurt (Main)/Leipzig 1731, S. 835 (BSB München, Eur. 535 978313), Digitalisat, Permalink (Werk): http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10407877-8 (Zugriff: 08.06.2015).
[28] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 9.
[29] Vgl. Dülmen, Das Schauspiel des Todes (wie Anm. 18), S. 241f.
[30] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 17-19.
[31] Ebd., S. 12.
[32] Vgl. Dülmen, Das Schauspiel des Todes (wie Anm. 18), S. 204.
[33] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 12.
[34] Vgl. Dülmen, Das Schauspiel des Todes (wie Anm. 18), S. 232.
[35] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 18 (Ergänzungen d.V.).
[36] Ebd., S. 20. In einigen Drucken stehen diese Worte im Präteritum (Drucke 1 bis 3), während andere sie Brenner selbst in den Mund legen und als Anweisungen im Imperativ stehen (Drucke 6 und 13). In Druck 4 fehlen sie.
[37] Vgl. Die Europäische Fama (wie Anm. 10), S. 1059; Electa Juris Publici (wie Anm. 10), S. 90f.
[38] Peinliches Urtheil (wie Anm. 1, Druck 6), S. 4.
[39] Ebd., S. 18 (Ergänzungen d.V.).
Zitierweise: Simon Dreher, Peter Johansen Brenner (1677-1720). [...] denn das Eisen/ so meinen Lebens-Faden abschneiden soll/ ist geschärffet/ und hänget mir bereits im Nacken – Die Abschiedspredigt eines zum Tode verurteilten Geistlichen, in: Leben in Leichenpredigten 09/2015, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/peter-johansen-brenner-1677-1720.html>
