Johannes Goeddaeus (1555-1632) • Hermann Vultejus (1555-1634)
01.08.2016
Kategorie: Leben in Leichenpredigten
Sentiat ut nunquam naufragium alma Themis – Die Epicedien Conrad Bachmanns auf Johannes Goeddaeus und Hermann Vultejus
Conrad Bachmann [1/3]
Zu den Aufgaben eines Professors der Dichtkunst im 16. und 17. Jahrhundert gehörte es, Gedichte zu verfassen, etwa anlässlich von Feierlichkeiten und besonderen Ereignissen der Stadt oder Universität. So ist es auch nicht verwunderlich, dass in den gedruckten Leichenpredigten auf die beiden Marburger Juristen Johannes Goeddaeus (1555-1632) und Hermann Vultejus (1555-1634) Epicedien des Marburger Poetikprofessors Conrad Bachmann (1572-1646) zu finden sind. Allerdings heben sich die beiden Carmina in besonderer Weise von den übrigen Textbeigaben ab.
Bereits ein Blick auf die Autorenangabe, welche stets unter den Gedichten gedruckt ist, verrät, dass Bachmann in besonderer Beziehung zu den beiden Verstorbenen stand.
Finden wir unter anderen Epicedien meist nur Name, berufliche Position bzw. familiäre Beziehung des Schreibers oder manchmal eine kurze zusätzliche Trauerbekundung,[1] so geht Bachmann darüber hinaus.
Unter seinem Epicedium auf Goeddaeus steht:
Supremo honori Fautoris &
Collegae sui amicissimi ponebat.;
und ähnlich bei dem Gedicht auf Vultejus:
Supremo honori Patris & Fautoris &
Collegae sui amantissimi ponebat.
Auffällig sind nicht nur die Verwendung von supremo und der beiden Superlative, sondern auch die Bezeichnungen der Verstorbenen als pater und fautor. Daraus lassen sich durchaus Rückschlüsse auf ein enges Verhältnis Bachmanns zu den beiden Juristen ziehen.
Auch in der sprachlichen Gestaltung der Verse finden wir Hinweise auf einen persönlichen Bezug des Autors. In den meisten Gedichten aus dem universitären Bereich treten die Verfasser selbst nicht im Text auf. Überwiegend sind die Trauer- und Trostgedichte erzählend in der dritten Person verfasst. Anders sehen wir es bei Bachmann, der in beiden Epicedien sowohl Verben in der ersten Person Singular als auch Pronomen der ersten Person verwendet. So reiht er sich als Schreiber der Verse in die Gruppe der Trauernden mit ein.
Dass Bachmann nicht nur irgendwelche Epicedien auf Universitätskollegen verfasst hat, wird auch beim Blick auf die verwendete Struktur und Motivik mehr als deutlich. Dem Leser fallen die Parallelen im Aufbau und der Sprache sofort auf. Sicherlich kann nun eingewandt werden, dass die Ähnlichkeiten der Sache selbst entspringen. Beide Gedichte sind schließlich auf Vertreter der gleichen Berufsgruppe verfasst worden. Bei den meisten Epicedien auf Juristen mag dies auch der Fall sein. In den beiden Gedichten auf Goeddaeus und Vultejus setzt Bachmann allerdings bewusst auf eine strenge Korrelation der Carmina, was im Folgenden kurz dargestellt werden soll.
Der zeitliche Abstand zwischen dem Gedicht auf Goeddaeus und dem auf Vultejus beträgt circa zwei Jahre. Den meisten Lesern wird wahrscheinlich das Epicedium auf Goeddaeus beim Tod von Vultejus nicht mehr präsent gewesen sein. Daher verweist Bachmann bewusst zu Beginn des Gedichtes auf Vultejus auf das von ihm in der Trauerschrift auf Goeddaeus publizierte zurück. Die ersten beiden Verse der Texte lassen daran keinen Zweifel. Im Gedicht auf Goeddaeus heißt es:
Cum jam Goddaeus Themidis fortissimus Hector
Militia e solita cederet eque solo;
und parallel dazu bei Vultejus:
Cum jam Goddaeus super aurea cesserat astra,
Hectora deflevit celsa cathedra suum.
Mit der Verwendung des Plusquamperfektes cesserat macht Bachmann dem (vielleicht unwissenden) Leser deutlich, dass Goeddaeus bereits vor Vultejus gestorben war. Gleichermaßen ist es auffällig, dass der Autor, obwohl es sich um ein Epicedium auf Vultejus handelt, den Verstorbenen selbst nicht zuerst in den Fokus setzt, sondern den zwei Jahre zuvor gestorbenen Kollegen. Bachmann ruft auf diese Weise nicht nur noch einmal den Tod von Goeddaeus ins Gedächtnis, sondern verbindet dessen Verse direkt mit denen, die er anlässlich des Ablebens von Vultejus niederschrieb.
Aus diesem Grund nimmt Bachmann auch die Charakterisierung Goeddaeus' als Themidis fortissimus Hector erneut auf. Der trojanische Kriegsheld Hektor wird zum Sinnbild für einen tapferen Verteidiger, hier zu einem Verteidiger der Gerechtigkeit[2] und ebenso Bachmanns selbst[3]. Das Motiv gipfelt am Ende des Gedichtes darin, dass, wie es in den meisten Epicedien üblich ist, der Verstorbene - hier also Goeddaeus - in den Himmel erhoben wird. Als Heros sitzt er neben der Gerechtigkeit in der himmlischen Burg und schaut von oben auf die jura injuria[4] herab.
Nach der erneuten Charakterisierung des Goeddaeus als Hektor in den ersten beiden Versen des Epicediums auf Vultejus führt Bachmann Achilles (juris Achillem)[5] als weiteren trojanischen Kriegshelden auf. Anders als im Gedicht auf Goeddaeus fehlt hier aber eine eindeutige Zuschreibung zu Vultejus. In den Versen fünf bis zehn beschreibt der Autor die Trauer der Thetis um ihren gefallenen Sohn. Diese setzt Bachmann mit dem Leid der Themis ob des Todes Vultejus' gleich.[6] Eine Projektion des Achilles-Motivs in Vultejus ist zwar nicht eindeutig, aber denkbar, wenn wir ein weiteres mythologisches Bild in den Versen betrachten.
Am Ende des Gedichtes auf Vultejus setzt Bachmann ein weiteres antikes Kämpfer-Paar in den Fokus. Er bezeichnet Vultejus als seinen Pollux und Goeddaeus als seinen Kastor.[7] Die beiden Zwillingsbrüder galten seit der Antike "als Helfer der Menschheit, als ritterliche Schirmherren im Kampf, besonders aber als Retter in Seenot"[8]. Als das Sternbild Zwilling waren Kastor und Pollux (auch noch in der Frühen Neuzeit) Schutzherren der Seefahrer. Aus dieser Funktion heraus lassen sich die Verse erklären, die der Charakterisierung als Kastor und Pollux folgen:
Sic nova Ledaei surgant mihi sidera fratres,//
Sentiat ut nunquam naufragium alma Themis.[9]
Erneut eröffnet Bachmann das Bild der beiden Verstorbenen als Verteidiger der Gerechtigkeit, da sie einen möglichen Schiffbruch[10] der Themis verhindern können. Ebenso betont er, wie im Goeddaeus-Carmen, noch einmal seine persönliche Verbundenheit durch das Pronomen mihi.
Um die Vorstellung der beiden Juristen als Verteidiger der und Kämpfer für die Gerechtigkeit zu unterstreichen, bedient sich Bachmann in beiden Gedichten immer wieder militärischer Termini.[11] Durch die Vergleiche mit den antiken Heroen wirkt diese Charakterisierung umso stärker. Offen bleibt allerdings, ob Bachmann bewusst Goeddaeus in Verbindung mit Hektor bzw. Kastor und Vultejus mit Achilles/Pollux bringt. Allein die Tatsache, dass Hektor bzw. Kastor vor Achilles bzw. Pollux gestorben sind, lässt sich als Parallele zu Goeddaeus und Vultejus festhalten. In den beiden Epicedien malt Bachmann zwar ein gewisses Charakterbild der Verstorbenen, aber es würde zu weit führen, daraus resultierend nach vermeintlichen Übereinstimmungen mit den antiken Heroen zu suchen.
Wie auch die ersten beiden Verse der Epicedien weisen die zwei letzten einen ähnlichen Aufbau auf. Die vorletzte Zeile beginnt jeweils mit Sic ait und leitet einen letzten Ausspruch der Gerechtigkeit ein.[12] Im direkten Vergleich fällt auf, dass im Epicedium auf Goeddaeus der Trauergedanke im Fokus steht, bei Vultejus jedoch ein tröstendes Motiv. So lesen wir bei Goeddaeus im letzten Distichon:
Sic ait, in lachrimas omnis liquescere coepit
Deflens Goeddaei funera moesta sui.[13]
Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf der Trauer um Goeddaeus, selbst wenn in den Versen zuvor seine Himmelfahrt beschrieben wird. Hingegen steht im Epicedium auf Vultejus:
Sic ait, & sortem caepit sperare secundam:
O cathedra, in sorte hac Spes tibi Resque viget.[14]
Hier bleibt Bachmann seinem trostbringenden Bild der vorherigen Zeilen treu.
Der Autor zieht aus dem Gedanken, dass Goeddaeus und Vultejus als neuer Zwillingsstern am Himmel erstrahlen werden, Hoffnung und Trost. Des Weiteren wird diese trostbringende Verbindung der beiden Marburger Juristen durch den Vergleich der letzten Verse verdeutlicht. Während im Goeddaeus-Gedicht noch vom Beweinen des Grabes die Rede ist,[15] beschreibt der letzte Vers im Vultejus-Carmina das Erblühen der Hoffnung für die cathedra.[16] Dieser Hoffnung auf Überwindung der Trauer und eine bessere Zukunft verleiht Bachmann bereits im Epicedium auf Goeddaeus Ausdruck:
Quis mihi laetitiae gaudia reddet herus?;[17]
Quis tamen hoc vulnus quisnam hoc mihi vulnus acerbum//
Leniet & medica consoli dabit ope//
Quisquis eris, cujatis eris, defende maniplos,//
Militiaeque decus fortiter ipse gere.[18]
Seinen verzweifelten Fragen, wer ihn von der Trauer befreien könnte, stellt der Autor ein Distichon mit Futur- und Imperativformen entgegen. Er fordert einen Hoffnungsträger für die Gerechtigkeit und sich selbst ein. Diesen Gedanken führt Bachmann im Vultejus-Text in den Versen 23 und 24 aus:
Numquam defuerint, legum qui castra tueri//
Possint, inque hostes tollere signa velint.
Und am Ende stellt er, wie ich bereits oben beschrieben habe, die beiden Verstorbenen als Leitsterne für die nachfolgende Generation der Verteidiger der Gerechtigkeit dar.
Bereits einzeln stechen die beiden Epicedien Conrad Bachmanns inhaltlich und sprachlich aus den anderen Gedichten in den Leichenpredigten auf Johannes Goeddaeus und Hermann Vultejus hervor. Was die beiden Gedichte besonders macht, ist ihr Zusammenspiel. Das Epicedium auf Vultejus ist keine simple Kopie Bachmanns seines zwei Jahre früher erschienenen Textes auf Goeddaeus. Er entwickelt vielmehr die dort formulierten Gedanken und Bilder weiter. Aus den Trauerversen erst um den einen, dann um den anderen akademischen Kollegen entsteht am Ende eine Gedichtkomposition, die vor allem das Ziel verfolgt, die Hinterbliebenen zu trösten. Dabei spielt die Verbindung der traditionellen Verwendung antiker Figuren und Motive mit den persönlichen Empfindungen des Autors eine tragende Rolle. Bachmann bringt sich selbst als Teil der trauernden und Trost suchenden Gruppe in das Gedicht mit ein und gibt nicht nur, wie es im universitären Bereich meist üblich war, die Trauerbekundungen und Trostgedanken in der dritten Person wieder. So entfaltet sich auf besondere Weise das Bild, dass Goeddaeus und Vultejus als Zwillingsstern über die nachfolgenden Generationen von Juristen wachen sollen.
PAUL MÜNCH M.A. hat an der Philipps-Universität Marburg ein Master-Studium im Fach Latinistik mit dem Forschungsschwerpunkt auf neulateinischer Dichtung absolviert.
Leichenpredigt Hermann Vultejus
Bestand: Universitätsbibliothek Marburg
Signatur: VII B 331db Personalia Hassiaca, Bd.25
Enthalten in: Katalog der Leichenpredigten und sonstigen Trauerschriften in der Universitätsbibliothek Marburg (Marburger Personalschriften-Forschungen 2), Bd. 1, Marburg 1980
Leichenpredigt Johannes Goeddaeus
Bestand: Hessische Landesbibliothek Wiesbaden
Signatur: Oct. Gl 6045
Enthalten in: Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in der Hessischen Landesbibliothek Wiesbaden (Marburger Personalschriften-Forschungen 23), Stuttgart 1999
Anmerkungen:
[1] Beispielhaft verwiesen sei hier auf das erste Epicedium in der Leichenpredigt auf Hermann Vultejus: Justus Fewrbornius, Eine Christliche Leichpredigt: Welche Dem Weiland Edlen/ Ehrnvesten/ Großachtbarn und Hochgelahrten Herrn Hermanno Vultejo, Beyder Rechten weitberühmbten Doctori, Comiti Palatino Caesareo, der Hochlöblichen Fürsten zu Hessen Rath/ der hiesigen Universitet vieljährigen und hochwolverdienten Procancellario, Iurium Professori primario, und am Fürstlichen Hessischen Sampt-Hoffgericht allhie/ Assessori, Christlichen Andenckens/ So den 31. Julii, nachmittags umb zwo uhren/ dieses 1634. Jahrs/ in seinem Erlöser/ Jesu Christo/ sanfft und selig entschlaffen/ unnd sein hinderlassener Todter Leichnahm den 5. Augusti in S. Elisabethen Kirchen/ nach Christlichem Gebrauch/ ehrlich/ und in sehr vieler Christen Beysammenheit/ zur Erden bestattet/ Durch Justum Fewrbornium, der H. Schrifft Doctorem, deroselben Professorem und Predigern allhie/ Gehalten worden ist, Marburg 1635 (VD17 7:710355N); Digitalisat des Exemplars der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Sign.: 4 CONC FUN 282 (21), PURL (Werk): http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN816593000 (Zugriff: 07.04.2016). Der Epicedienteil mit dem Titel "Obitum Magni Illius Jurisconsulti Et De Universa Germania nostra, nec non de aliis Regnis, imo de toto Imperio Romano, imprimis autem de patria nostra Hassia & Academia hac nostra Marpurgensis, meritissimi, Dn. D. Hermanni Vultteji. Scripta in honorem ipsum a Viris Magnificis, Nobilissimis, Aplissimis plurimum Reverendis, Excellentissimisque Dn. Professoribus, Collegis & Amicis, & aliis" befindet sich auf den Bl. F4v-H2v. Der Verfasser des dort an erster Stelle abgedruckten Epicediums, Justus Sinold gen. Schütz, gibt an: Honoris & gravissimi doloris ergo apposuit Justus Sinolt [...], ebd., Bl. G1r. - Das Epicedium Bachmanns (im Folgenden Epic.Vult.) ist an 6. Stelle abgedruckt, Bl. G3r-v.
[2] Bachmann formuliert: Bellator dum salvus erat, non ulla timebam// Spicula in Astraeae dejaculanda latus, in der Leichenpredigt auf Johannes Goeddaeus: Georgius Herdenius, Christliche Leich-Predigt/ Uber den Spruch/ auß dem 102.Psal.v.25. Bey Volckreicher Leichbegägnus/ Deß Weyland Edlen und Hochgelarten Herrn Johannis Goeddaei, Vornehmen Weitberühmbten Jurisconsulti, Deß Durchleuchtigen und Hochgebornen Fürsten und Herrn/ Herrn Georgen/ Landgraven zu Hessen/&c. und anderen Verschiedenen deß Heiligen Römischen Reichs Fürsten/ Graven/ Herrn und Städte/ Raths und Wollverdienten Professoris in der Hochlöblichen Universitet alhier zu Marpurg/ Welcher Donnerstags den 5. Januarii/ deß 1632. Jahrs kurz vor 10. Uhren vor Mittag/ sanfft und selig in Christo Jesu seinen Erlöser und Seligmacher eingeschlaffen/ und Mitwochens den 11. desselben Monats Januarii/ In der Pfar-Kirchen daselbst Christlich zur Erde bestattet worden ist. Gehalten durch Georgium Herdenium, Der heiligen Schrift Doctorem, Pfarrherrn und Superintendenten daselbst. Sampt beygefügten Programmatibus, Oratione-Parentali, und Epicediis, &c., Marburg 1634 (VD17 23:312647N), Bl. I2r, hier Zeile 17f. - Der erste Epicedien-Teil mit dem Titel "Epicedia In Luctuosissimum Obitum Magni Illius Iurisconsulti, De Universa Iurisprudentia in Germania nostra imo in orbe fere toto de Principibus & Magnatibus, de Rebuspublicis alius, de Patria imprimis Hassia & Academia hac meritissimi. Dn. D. Johannis Goeddaei, Scripta a Viris Magnificis, Nobilissimis, Amplissimis, Admodum Reverendis, Consultissimis, Experientissimis & Excellentissimis, Dn. Professoribus in hac Academia olim Collegis & Amicis" befindet sich auf den Bl. H3v-K1v. Das Epicedium Bachmanns (im Folgenden Epic.Goedd.) ist darin an 7. Stelle abgedruckt, Bl. I2r. - Astraea ist die "Göttin der Gerechtigkeit, die zu Beginn des eisernen Zeitalters die Erde verließ und zum Sternbild wurde". Vgl. Herbert Hunger, Lexikon der griechischen und römischen Mythologie, mit Hinweisen auf das Fortwirken antiker Stoffe und Motive in der bildenden Kunst, Literatur und Musik des Abendlandes bis zur Gegenwart, 5. Aufl., Wien 1959, Art. "Sterne", S. 333. Ob Astraea mit Themis gleichzusetzen ist, kann an dieser Stelle nicht näher analysiert werden. In vielen Epicedien auf Juristen finden sich beide Figuren, die teilweise synonym verwendet werden.
[3] Qui propugnator tutor eratque mihi, Epic.Goedd. (wie Anm. 2), Zeile 6.
[4] Ebd., Zeile 25.
[5] Epic.Vult. (wie Anm. 1), Zeile 5.
[6] Vix luxit natum sic Thetis ipsa suum., ebd., Zeile 10.
[7] Ut mihi Vultejus erat Pollucis ad instar,// Ut mihi Goddaeus castor & alter erat., ebd., Zeile 29f.
[8] Hunger, Lexikon (wie Anm. 2), Art. "Dioskuren", S. 97.
[9] Epic.Vult. (wie Anm. 1), Zeile 31f.
[10] Bereits seit der Antike werden das Leben und das Schicksal mit nautischen Motiven wiedergegeben, vgl. dazu die Bemerkung bei Joachim Grage, Theatrum maris. Das Meer als Schauplatz in der nordischen Barockliteratur, in: Jürg Glauser/Barbara Sabel (Hg.), Skandinavische Literaturen der frühen Neuzeit (Beiträge zur nordischen Philologie 32), Tübingen/Basel 2002, S. 201-220, hier S. 211: "die Situation der Schiffe auf hoher See [deutet] allegorisch auf das Auf und Ab des Lebens, als Verbildlichung der Vanitas und des Wankelmuts der Fortuna"; sowie bei Sabine Mertens, Seesturm und Schiffbruch. Eine motivgeschichtliche Studie (Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums 16), Hamburg 1987, S. 27: "Die Metapher der Seefahrt als Bild des menschlichen Lebens ist seit der Antike ein feststehender Topos, der in jahrhundertelanger Tradition weitergegeben, variiert und erweitert wird. [...] In dem Symbol der 'navigatio vitae' lassen sich die verschiedenen Lebensphasen, seine Höhen und Tiefen, das wechselnde Glück des Menschen und seine Lebenserfahrungen ausdrücken."
[11] Quisquis eris, cujatis eris, defende maniplos,// Militiaeque decus fortiter ipse gere., Epic.Goedd. (wie Anm. 2), Zeile 15f.; Si tamen in leges bonas furor arma moveret,// Astraeaeque sacras contemperaret opes:// Numquam defuerint, legum qui castra tueri// Possint, inque hostes tollere signa velint., Epic.Vult. (wie Anm. 1), Zeile 21-24.
[12] Im Gedicht auf Goeddaeus ist es Astraea, die spricht; im Gedicht auf Vultejus Themis.
[13] Epic.Goedd. (wie Anm. 2), Zeile 27f.
[14] Epic.Vult. (wie Anm. 1), Zeile 33f.
[15] Deflens Goeddaei funera moesta sui., Epic.Goedd. (wie Anm. 2), Zeile 28.
[16] cathedra oder auch celsa cathedra bezeichnet, nicht nur bei Bachmann, in den Epicedien auf Juristen den Lehrstuhl der Rechtswissenschaften und steht damit für die Gemeinschaft der Juristen an der Universität bzw. allgemein für alle praktizierenden Rechtsgelehrten. Sie bildet damit den weltlichen Gegenpart zur personifizierten göttlichen Gerechtigkeit in Gestalt von Themis, Astraea oder auch Justitia.
[17] Epic.Goedd. (wie Anm. 2), Zeile 10.
[18] Ebd., Zeile 13-16.
Zitierweise: Paul Münch, Sentiat ut nunquam naufragium alma Themis – Die Epicedien Conrad Bachmanns auf Johannes Goeddaeus und Hermann Vultejus, in: Leben in Leichenpredigten 08/2016, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/johannes-goeddaeus-1555-1632-hermann-vultejus-1555-1634.html>

