Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Rosina Boche (gest. 1659)

01.02.2016

Kategorie: Leben in Leichenpredigten

Von: Siegfried Becker

Es ist ein Schnitter haißt der Todt – Zur Rezeption eines populären Liedes aus Pestzeiten

Figürliche Darstellung des Todes mit Sense und Uhr [1/4]

Unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges griffen die Kreuz- und Bußlieder, die ein gesteigertes Interesse der Gläubigen am Leben nach dem Tod ausdrücken und die Bitte um Gnade und Barmherzigkeit Gottes in Wort und Weise fassen,[1] auch auf das alte Bild vom Schnitter Tod zurück.[2] In den Jahren nach dem großen Seuchenzug der Pest im Dreißigjährigen Krieg entstand das wohl berühmteste, noch bis ins 19. Jahrhundert in den Liederbüchern überlieferte Lied, das den Tod als Schnitter mit der floralen Vanitas-Motivik des Barock[3] zusammenbringt: Es ist ein Schnitter haißt der Todt/ Hat gwalt vom grossen Gott/ Heut wetzt er das Messer/ Es geht schon vil besser/ Bald wirdt er drein schneiden/ Wir müssens nur leyden/ Hiet dich schöns Blümelein.

Ein Regensburger Druck von 1638 scheint der älteste erhaltene Beleg zu sein.[4] Das Flugblatt erschien in zwei Ausgaben - als Separatdruck und als Druck, der ein weiteres Lied enthält. Letzterer findet sich im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin; er trägt den Titel: "Zwei Geistliche Lieder. Das Erste Ein schönes Mayenlied/ Wie der Menschenschnitter der Todt die Blumen ohne vnderschid gehling ab-mehet. [...] Getruckt im Jahr 1638".[5] Der Einzeldruck weist zusätzlich die handschriftliche Notiz auf: Schnitterlied gesungen zue Regenspurg da ein hoch adeliche iunge Bluemen ohnversehen abgebrochen worden im Jenner 1637 gedrucket im iahr 1637.[6] Die breite Rezeption dieser Erstausgaben wird in den zahlreichen Nachdrucken deutlich, so Freiburg/Schweiz 1639, Innsbruck 1640, Solothurn 1667, Augsburg o.J. (vor 1667) u.a. Der "Deutsche Bücherschatz" (Jena 1875)[7] wies einen Druck vom Jahr 1637 nach, vermutlich die in der Marginalie genannte, heute nicht mehr nachweisbare Publikation - die Erfahrung des Pestjahres 1635 jedenfalls schwingt mit in den Strophen dieses Liedes, das im Blick auf den Tod doch den Duft der Blumen, die Freude am aufblühenden Leben nicht vermissen lässt.

Die erste große europäische Pestepidemie führte 1349/50 zu hohen Bevölkerungsverlusten und mit dem Vorwurf der Brunnenvergiftung zu Pogromen gegen die Juden;[8] die Limburger Chronik des Tilemann Ehlen von Wolfhagen berichtet über dieses große Sterben und die judenslacht, aber auch über die in den folgenden Jahrzehnten wiederkehrenden Epidemien.[9] In dieser Pestzeit des 14. Jahrhunderts wurde das Bild des Todes als Sensenmann entwickelt, der die Menschen wie Blumen auf dem Felde abschneidet. Die Metaphorik der Blumen ist bereits biblisch (Jakobus 1,10; Jesaja 40,7; Psalm 103,15), und auch das Bild der Menschen als Garben (Hiob 5,26), die vom Tod mit der Sichel abgeschnitten werden, erscheint als Bibeltext (Offenbarung 14,14). Doch mit dem Grauen der großen Pestepidemie erhält der Tod Gestalt: Als zwanzig Jahre nach dem Seuchenzug in Loxstedt südlich Bremerhaven eine Kapelle errichtet wird, erscheint der Tod als Sensenmann in einem Pestzyklus, der als Kalkmalerei auf das Gewölbe aufgetragen wurde - noch nicht als Gerippe, wie er in den spätmittelalterlichen Totentänzen auftritt, sondern als eingefallener, entfleischter Körper mit verdorrter Haut, die Bauchdecke geöffnet, aus der eine Kröte hervorlugt, und Gewürm windet sich um Arme und Beine.[10] Auch ein illustriertes Flugblatt "Ein schon geystlich liedt von dem Todt" bildet den Tod der spätmittelalterlichen Pestzyklen so ab: Ein verdorrter Körper mit offener Bauchdecke hebt den Bogen, um die Pestpfeile abzuschießen auf die Menschen, die sich am Bildrand zusammendrängen wie in den spätmittelalterlichen Städten, die Seuche fürchtend und ihr doch den Boden bereitend. Gerade die Städte mit ihrer dichten Bebauung, ihren hygienischen Problemen und Infektionsrisiken erfuhren auch in den Jahrzehnten vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges verheerende Seuchenzüge der Pest; im Städtchen Gemünden an der Wohra starben 1584 von Juli bis Ende November 119 Söhne und Knechte, 142 Töchter und Mägde, 49 Männer und 45 Frauen[11]. Über das Pestjahr 1597 berichtet eine Inschrift am westlichen Strebepfeiler an der Südwand des Chores der alten Totenkirche auf dem Christenberg: ANO 1597 PESTE OB[ierunt] EX HAC ECC[lesiae] 560 - aus den nach Münchhausen eingepfarrten Dörfern waren also 560 Menschen gestorben. 1611 forderte eine schwere Pestepidemie in der Stadt Marburg 1.152 Tote und führte zur Verlegung der landgräflichen Kanzlei und der Universität nach Frankenberg, und schon in den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges fielen, begünstigt durch Wettereinbrüche (der sogenannten "kleinen Eiszeit"), Missernten und Teuerung (der "Kipper- und Wipperzeit"),[12] einer weiteren Pestepidemie 1625 zahlreiche Menschen zum Opfer, allein in Gemünden nochmals 378. Darüber liegen zuverlässige Mitteilungen vor, wie überhaupt die Quellen über das Leben in den oberhessischen Dörfern nun etwas dichter werden und sogar Selbstzeugnisse schreibender Bauern über die Kriegsereignisse in der Marburger und Amöneburger Landschaft berichten.[13]

Das Land an der Lahn war in den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges bis auf gelegentliche Braunschweiger Truppendurchzüge und die Geldentwertung der Kipper- und Wipperzeit kaum betroffen gewesen, doch änderte sich dies, als im Frühjahr 1623 Truppen der katholischen Liga unter Feldherr Tilly in Oberhessen einrückten. Damit deutete sich auch in der Marburger Landschaft der große Zusammenhang von Krieg und Migration in der Frühen Neuzeit an;[14] schon in den ersten Jahren führte der zentraleuropäische Flächenbrand des 17. Jahrhunderts große Bevölkerungsgruppen über weite Entfernungen in andere Regionen und Territorien.[15] Es ist vor allem eine gierige Soldateska gewesen, die auf diesen Truppenbewegungen unterhalten werden musste und durch Fourage und Plünderung die bäuerliche Bevölkerung extrem belastete. Not und Hunger und die damit einhergehenden hygienischen Mängel trugen zur Ausbreitung der Epidemien ebenso bei, wie die Infektionen durch eine höhere Mobilität der Bevölkerung und insbesondere der Truppen über weite Entfernungen mitgeschleppt wurden. Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen hat in seinem berühmten Roman diese Erfahrungen des Krieges verarbeitet, und im dritten Buch schildert er humorvoll, aber doch mit einer guten Prise Sarkasmus gewürzt, die Peinigungen, die den Menschen durch Heere tausender Flöhe bereitet wurden, die sie schröcklich tribuliert hätten.[16] Diese Folge einer Verelendung der Bevölkerung im Krieg aber war eine wesentliche Voraussetzung für den dramatischen Verlauf der Pest: Die Ratten, die mit den Menschen um die knappen Nahrungsmittel konkurrierten, und die Flöhe, die sie sich mit den Menschen teilten, sorgten vor allem dort, wo die Truppen gewütet hatten, für Ausbrüche und dramatische Verläufe der Pest. In den Jahren nach 1630 brachen die schwersten Pestepidemien seit dem Mittelalter aus, begünstigt durch die schweren anhaltenden Kämpfe nach dem Kriegseintritt der Schweden und durch die warmen Sommer 1630 und 1631. 1635 trat die Seuche auch in Oberhessen wieder auf. Hart betroffen waren die Städte, in deren schützende Mauern sich Menschen vor der Not des Krieges geflüchtet hatten. Die Stadt Nidda verlor etwa 45 Prozent ihrer Bevölkerung, zusätzlich noch eine größere Zahl Auswärtiger.[17] Das große Dorf Fronhausen an der Lahn verlor etwa ein Drittel seiner Bewohner.[18]

Vor allem in den kleineren, nicht eng bebauten Dörfern zeigen die Aufzeichnungen der Kirchenbücher dort, wo sie erhalten geblieben sind, dass die Seuche nicht hochkontagiös war und ihr Verlauf nicht virulent, sondern sich über einen längeren Zeitraum hinzog.[19] Die Infektionen müssen wegen der kurzen Inkubationszeit selbst in den betroffenen Familien mit mehreren Sterbefällen nicht gleichzeitig, sondern über viele Tage versetzt erfolgt sein: Die Übertragung wird wohl nicht von Mensch zu Mensch, sondern in unregelmäßigen Abständen über Tiere erfolgt sein. Die Pest ist keine Virus-, sondern eine bakterielle Infektion, die zumeist durch Flohstiche übertragen und dann wegen des Anschwellens der Lymphknoten als "Beulenpest" (Bubo) bezeichnet wurde und gefürchtet war. Während die akut verlaufende und infektiöse Lungenpest wie auch die Pestseptikämie meist tödlich verlief, hatten die an der bubonen Form Leidenden durchaus eine Heilungschance, vor allem aber zog sich die Infektionskette oft sehr lange hin (weshalb auch Quarantänemaßnahmen in den Städten meist nicht fruchteten). Denn Ratten und Flöhe konnten auch nach dem Abklingen der ersten Infektionswellen immer wieder zu neuen heftigen Ausbrüchen führen.

Die epidemiologischen Zusammenhänge aber waren den Menschen in der Frühen Neuzeit nicht bewusst: Die Flöhe waren ein lästiges, mit der Not in Kriegszeiten auch arg zunehmendes Übel. Diese Infektionsketten werden auch die Erkrankungen in den Dörfern und den langsamen, sich über mehrere Monate hinziehenden Verlauf der Pest verursacht haben. So lässt sich wohl auch erklären, dass in den Aufzeichnungen meist keine Hysterie, keine Fluchtbewegungen, keine Absonderungsmaßnahmen anklingen: Die Pflege der Kranken, die rituelle Versorgung der Toten und das Zeremoniell der Bestattung liefen relativ geregelt ab. Selbst Hochzeiten hat es in dieser Zeit gegeben, ohne Festfreude und Ausgelassenheit, aber doch mit allem Gepränge einer Braut: So hielt 1635 in Lohra Curtt Wagner Hochzeit mit Elisabetha Peter Schneiders Tochter. Weill damals die Pest zu Lohr graßirete und der meiste theil der Einwohner außgezogen Alß sind sie in gegenWarth deß Pfarrers[,] Diaconus und Opfermanns zusammen gegeben worden, da dan die Brautt in Schappel und gebende [Brautkranz und Tuchhaube] erschienen, und nach gehaltener Copulation nach Hauß gangen und niemand ferner bemühet.[20] Dieser Beleg ist gewiss bezeichnend für die Einstellungen der Bevölkerung in den oberhessischen Dörfern zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. So sehr die Furcht vor einem jähen und bösen Tod die Menschen bedrückte, ja vielleicht gerade wegen der Auffassung, den Kranken Sterbebeistand leisten und den verstorbenen Angehörigen für ein "ehrliches Begräbnis" sorgen zu müssen, konnte die Angst vor der Pest überwunden, die Entbehrung erduldet, ein Verlust ertragen werden. Was noch lange nachwirken sollte, waren die Bilder und Lieder, die sich in Krieg und Pestzeit eingeprägt haben und eine Frömmigkeit schufen, in der die Hinfälligkeit und Vergänglichkeit des Menschen reflektiert - und akzeptiert - wurde. Noch im 19. Jahrhundert war das Lied vom Schnitter Tod - nach der 1819 von Luise Reichardt komponierten Melodie - populär.

 

Prof. Dr. SIEGFRIED BECKER lehrt am Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft im Fachbereich 03 Gesellschaftswissenschaften und Philosophie der Philipps-Universität Marburg.

 

Bestand: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Signatur: Hymn. 10074
Enthalten in: Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD17 1:043737U)

 

Anmerkungen:

[1] Patrice Veit, Musik und Frömmigkeit im Zeichen des Dreißigjährigen Krieges., in: Benigna von Krusenstjern/Hans Medick (Hg.), Zwischen Alltag und Katastrophe. Der Dreißigjährige Krieg aus der Nähe (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 148), Göttingen 1999, S. 507-529; Benigna Krusenstjern, Seliges Sterben und böser Tod. Tod und Sterben in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, in: ebd., S. 469-496.

[2] Schnitter Tod, in: Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 4, hg. von Engelbert Kirschbaum, Rom u.a. 1990, Sp. 329; Tanz der Toten - Todestanz. Der monumentale Totentanz im deutschsprachigen Raum. Eine Ausstellung des Museums für Sepulkralkultur Kassel, hg. vom Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur Kassel, Dettelbach 1998. - Beispielhaft für die Verwendung des Motivs in Leichenpredigten (hier prominent im Titel) sei die Abdankung auf die 1659 in Breslau verstorbene Rosina Boche genannt: Benjamin Gerlach, Der Todt, ein Erndte-Schnitter, in: Schatz-Kammer Unterschiedener [...] Trauer-Reden und Abdanckungen [...] zusammen getragen/ [...] und zum Druck befö[r]dert von Esaias Fellgiebeln [...] , Teil: Abdanckungen: Gehalten Unterschiedenen Standes-Personen Von Vornehmen Theologis, Breslau 1665, S. 395-400 (VD17 23:268192V; Stadtbibliothek Bautzen, G 1627).

[3] Helmut Husenbeth, Die Todesauffassung im geistlichen Volkslied des 17. Jahrhunderts, Frankfurt (Main) 1966.

[4] Vgl. Lutz Röhrich/Rolf Wilhelm Brednich (Hg.), Deutsche Volkslieder. Texte und Melodien, Bd. 2, Düsseldorf 1967, S. 143-148. Andere Autoren vermuten den Druck des "Berliner" Flugblattes in der Offizin von Nikolaus Heinrich in München; siehe dazu Eberhard Nehlsen, Berliner Liedflugschriften. Katalog der bis 1650 erschienen Drucke der SB-PK, Bd. 1 (Bibliotheca bibliographica Aureliana 215), Baden-Baden 2008-2009, Nr. 665; Helmut Husenbeth, "Es ist ein Schnitter / heißt: der Todt". Sterben, Tod und Auferstehung im geistlichen Lied des 17. Jahrhunderts, Trier 2007.

[5] Im Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz ist der Druck unter der Signatur Hymn. 10074 verzeichnet. Digitalisat, PURL (Werk): http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000CEB000000000 (Zugriff: 20.01.2016).

[6] Das einzig erhaltene Exemplar wird im British Museum in London aufbewahrt, Sign.: 11522 de 35.

[7] Wendelin von Maltzahn, Deutscher Bücherschatz des sechszehnten, siebenzehnten und achtzehnten bis um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, Jena 1875, S. 316, Nr. 785.

[8] Frantisek Graus, Pest, Geißler, Judenmorde. Das 14. Jahrhundert als Krisenzeit (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 86), 3. Aufl., Göttingen 1994.

[9] Dazu auch Konrad Dux, Die Pest im Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung ihres Auftretens in Nordhessen, Diss. Frankfurt (Main) 1950; Kay Peter Jankrift, Brände, Stürme, Hungersnöte. Katastrophen in der mittelalterlichen Lebenswelt, Ostfildern 2003; Jean Delumeau, Angst im Abendland. Die Geschichte kollektiver Ängste in Europa des 14. bis 18. Jahrhunderts, Reinbek bei Hamburg 1985; Manfred Vasold, Die Pest. Ende eines Mythos, Stuttgart 2003; William Naphy/Andrew Spicer, The Black Death. A History of Plagues 1345-1730, Stroud 2000 (deutschsprachige Ausgabe: Der schwarze Tod. Die Pest in Europa, Essen 2003).

[10] Dietrich Diederichs-Gottschalk, Der spätmittelalterliche Pestzyklus in der ev.-luth. St.-Marien-Kirche zu Loxstedt, in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 71 (1992), S. 29-40.

[11] Vgl. Bericht des Metropolitans Klein über die Pest in Gemünden an der Wohra in: Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 1906/07, S. 81ff.

[12] Fritz Redlich, Die deutsche Inflation des frühen 17. Jahrhunderts in der zeitgenössischen Literatur. Die Kipper und Wipper (Forschungen zur internationalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 6), Köln/Wien 1972.

[13] Wilhelm A. Eckhardt/Helmut Klingelhöfer (Hg.), Bauernleben im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Die Stausebacher Chronik des Caspar Preis 1636-1667 (Beiträge zur hessischen Geschichte 13), Marburg 1998.

[14] Walter Kürschner, Marburg im 30jährigen Kriege. Zwei Vorträge gehalten im hessischen Geschichtsverein zu Marburg, Marburg 1921; Christopher Ernestus, Tagelöhner, Zunftmeister, Stadtschreiber. Städtisches Leben im 16. und 17. Jahrhundert im Spiegel einer Marburger Bürgerfamilie (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur 81), Marburg 2005.

[15] Volker Press, Kriege und Krisen. Deutschland 1600-1715 (Neue deutsche Geschichte 5), München 1991; Matthias Asche/Michael Herrmann, Krieg, Militär und Migration in der Frühen Neuzeit, in: Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit 6 (2002), S. 208-215.

[16] Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch. Edition der Ausgabe Nürnberg 1669 (1668), mit einem Nachwort von Günther Deicke (Bibliothek der Weltliteratur), 5. Aufl., Berlin/Weimar 1988, S. 214-217.

[17] Friedrich H. Weber, Bestattungen Auswärtiger in Nidda im Pestjahr 1635, in: Hessische Familienkunde 3 (1954/56), Sp. 529ff.

[18] Pfarrarchiv Fronhausen, Kirchenbuch Fronhausen 1 (1624-1705); vgl. Margarete Weber, Aus der Geschichte der Kirche zu Fronhausen/Lahn 1159-1959, Fronhausen 1959.

[19] Pfarrarchiv Weitershausen, Kirchenbuch Weitershausen 1624-1660, Sterberegister 1629-1640; vgl. Siegfried Becker, Die Pest in Dilschhausen, in: 750 Jahre Dilschhausen. Geschichte eines Dorfes am Wältersbach (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur 93), hg. vom Magistrat der Universitätsstadt Marburg, Marburg 2009, S. 58-69; auf diesem Bericht basiert der vorliegende Beitrag in wesentlichen Teilen.

[20] Pfarrarchiv Lohra, Kirchenbuch Lohra 1624-1773, Trauregister 1635 Oktober 8 [Ergänzungen d.V.]. In vielen von der Pest heimgesuchten Städten überlebten viele Witwen und Witwer, die bald nach dem Abklingen der Seuche wieder heirateten. In den Jahren nach Pestepidemien ist dann meist auch ein deutlicher Anstieg der Geburten festzustellen, die aus diesen Ehen hervorgingen, die demographischen Verluste jedoch nicht ausgleichen konnten.

 

Zitierweise: Siegfried Becker, Rosina Boche (gest. 1659). Es ist ein Schnitter haißt der Todt – Zur Rezeption eines populären Liedes aus Pestzeiten, in: Leben in Leichenpredigten 02/2016, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/rosina-boche-gest-1659.html>

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