Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Lucia von der Schulenburg, geb. von Veltheim, verw. von Barner (1542-1620) • Georg von der Schulenburg (1535-1619)

01.12.2014

Kategorie: Leben in Leichenpredigten

Von: Marina Arnold

[...] da einer den andern hertzlich geliebet/ und mehr ein Ehegatte für den andern gesorget/ als für sich selbst – Ein außergewöhnliches Braunschweiger Adelspaar und sein besonderes Grabmal

Schulenburg-Epitaph in der Katharinenkirche Braunschweig  [1/4]

In der Braunschweiger Katharinenkirche am Hagenmarkt steht eines der größten und bedeutendsten Grabmäler Norddeutschlands. Dieses frühbarocke sogenannte Schulenburg-Epitaph erinnert an das Ehepaar Lucia von Veltheim, verw. von Barner, und Georg (Jürgen) von der Schulenburg und wurde 1619 von der Witwe in Auftrag gegeben.[1] Beide Eheleute erhielten auch eine Leichenpredigt ihres Beichtvaters, des Braunschweiger Superintendenten Johann Wagner. Auf den jeweils beigefügten Lebensläufen beruhen folgende Ausführungen.[2]

Lucia von Veltheim wurde am 26. Dezember 1542 in Jerxheim als eines von 17 Geschwistern aus zwei Ehen ihres Vaters geboren, von denen nur ihre Schwester Kunigunda sie um gut 18 Monate überlebte.[3] Die Eltern waren Achaz von Veltheim und Adelheid, geb. von Schwicheldt, beide Angehörige des Braunschweiger Adels. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter sorgten Vater und Geschwister für eine Erziehung in der wahren Lutherischen Religion/ und in aller Zucht und Erbarkeit [...] und zu solchen Tugenden/ die fürnehmen AdelsPersonen geziemen.[4] Mit 32 Jahren heiratete Lucia von Veltheim 1575 Tilmann (Tile) von Barner (1533-1577), Landdrost in Eutin. Die Ehe blieb kinderlos und ihr Ehemann starb nur eineinhalb Jahre nach der Hochzeit. Lucia von Veltheims Witwenstand erforderte ein Leben in aller stille und einsamkeit, doch ihre finanzielle Unabhängigkeit befreite sie vom Zwang einer baldigen Wiederheirat aus ökonomischen Gründen.[5] So blieb sie 12 Jahre verwitwet, bevor sie 1589 im Kloster Dambeck in zweiter Ehe den bis dahin ledigen Rittmeister und Standesherrn Georg von der Schulenburg heiratete. Ihr sehr wohlhabender Ehemann - auch Georg der Reiche genannt - stammte aus einer der angesehensten Familien im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und der angrenzenden Altmark. Er wurde am 31. August 1535 als zweites von 13 Geschwistern auf dem Gut Knesebeck (heute Stadtteil von Wittingen) geboren. Sein Vater war Levin von der Schulenburg, die Mutter Ilsa, geb. von Quitzow. Zusammen mit seinem älteren Bruder Albrecht studierte er an der Universität Wittenberg, wo er den umb Kirchen unnd Schulen wolverdienten Mann Philippum Melanchthonen hören lesen/ wie er offt und vielmal dessen gedacht.[6] Sein aktives Leben verbrachte er an verschiedenen Fürstenhöfen und im Kriegsdienst. Er nahm an zahlreichen Feldzügen teil, darunter knapp 18-jährig als Knappe eines Braunschweig-Lüneburger Herzogssohnes 1553 an der Schlacht bei Sievershausen und unter Kaiser Maximilian II. 1566 am Kampf gegen die Türken. Georg von der Schulenburg überlebte alle seine Geschwister und beerbte seine Brüder (der letzte starb 1617).

Bei ihrer Heirat galten die Ehepartner mit fast 47 beziehungsweise 54 Jahren den Zeitgenossen bereits als alt. Dennoch lebten sie fast 30. Jahr in grossem Friede unnd vertrawlicher Ehe.[7] Wagner beschreibt ihre eheliche Harmonie im Lebenslauf für Lucia von Veltheim wie folgt: Dann wie hertzlich lieb ein Ehegaten des ander gehabt/ ist denen bekandt/ so mit jhnen umb gangen/ das auch jhr Juncker seliger diese Wort von jhr/ da sie auff eine zeit etwas schwach worden/ gesagt: Was sollte ich doch in meinem Alter machen/ wann Gott meine liebe Haußfraw von mir abfordern würde.[8] Im Lebenslauf für ihren zweiten Ehemann schreibt der Beichtvater: [...] wenn ihm seine Haußfraw etwas schwach worden/ ist er zum höchsten betrübt gewesen/ und gesagt/ was solte ich doch in meinem Alter machen/ wenn Gott meine Haußfrawen von mir sollte abfordern/ und [habe] andere dergleichen Reden aus betrübtem Hertzen geführet.[9] Wagner benutzt also in beiden Lebensläufen fast identische Formulierungen. Er bezieht seine Angaben auf Georg von der Schulenburgs hohes Alter. Doch da beide Eheleute von Beginn an 'alt' waren, können sie auch für ihre gesamte Ehe gelten.

Nach einem Jahrzehnt auf Gut Knesebeck setzte sich das Ehepaar 1600 in Braunschweig im Weichbild Hagen zur Ruhe, nahm aber aktiv am Leben der Stadt teil. Es bezog sein Stadthaus[10] nahe der Katharinenkirche und schloss sich deren Gemeinde an.[11] Die Eheleute lebten vorbildlich und gingen jeden Morgen gemeinsam zur Kirche. Außerdem leiteten sie alle Mitglieder ihres Haushalts zum regelmäßigen Kirchenbesuch, zu Beichte, Absolution und Abendmahl an. Wagner ergänzt, Schulenburg habe sich eines unstreffliches Leben und Wandels/ und sonderlich der messigkeit und nüchternheit so lange er diese 19. Jar bey uns gelebt/ zum höchsten befleissiget.[12]

Er verfolgte die schon lange anhaltende Auseinandersetzung der Braunschweiger mit Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel. Im Herbst 1605 half er ihnen durch seine strategischen Kenntnisse entscheidend, den Überfall des Herzogs auf die Stadt abzuwehren. Dadurch errang Schulenburg großes Ansehen und wurde sehr betrauert, als er am 20. April 1619 mit langem leben gesettiget gut 83-jährig starb.[13]

Zu Veltheims Betreuung ihres todkranken Ehemanns berichtet Wagner: Sie hat [...] in seiner Kranckheit Tag unnd Nacht jhm auffgewartet/ unnd keinen Schlaff in jhre Augen [...] kommen lassen/ und sich zu keiner ruhe wollen begeben.[14] Über den kranken Ehemann schreibt der Beichtvater: [...] da er seine Haußfrawe für sich gantz trawrig hat stehen sehen/ hat er sie selber etliche mal getröstet und gesagt/ sie solte sich zu frieden geben/ es müste ja doch einmal ein scheiden seyn [...] und solche etliche mal mit andern mehr tröstlichen Worten repetiret.[15] Schulenburg starb an einer schmerzhaften, nicht näher beschriebenen Krankheit. Bei seinem Tod war Lucia von Veltheim bereits 76 Jahre alt und überlebte ihren Ehemann nur um ein knappes Dreivierteljahr. In diesen letzten Monaten führte sie das Leben einer vorbildlichen Witwe: eingezogen/ fromb und Gottesfürchtig,[16] nahm zweimal täglich am Gottesdienst teil, vormittags in der Katharinen- und nachmittags in der Ulricikirche, und las in der Bibel und ihrer Ausgabe der Hauspostilleen D. Sigfridi Sacci.[17] Außerdem erhielt sie regelmäßig Besuch ihrer Verwandten, die zusammen mit dem Beichtvater auch ihr Sterben begleiteten. Doch laut Wagner ist sie jmmer trawrig gewesen/ und [hat] biß an ihren Todt/ jhres seligen Junckern Abscheid aus dieser Welt betrawret und beklaget.[18] Das heißt, sie konnte trotz ihres festen christlichen Glaubens nicht über sein Sterben hinwegkommen.

Finanziell war Lucia von Veltheim standesgemäß versorgt durch die schon vor ihrer Eheschließung getroffene Vereinbarung für die Zeit einer möglichen Witwenschaft.[19] Sie blieb nicht untätig: Am 9. Juni 1619 ließ sie ihren Ehemann im Rahmen einer sehr aufwändigen Trauerfeier im Chor der Katharinenkirche beisetzen.[20] Gleichzeitig vereinbarte sie mit den Kirchenvorstehern und Ratsherrn des Hagens die Errichtung eines Grabmonuments für beide Eheleute gegen eine Gebühr von 1.000 Talern.[21] Der Betrag war so hoch, weil das geplante Schulenburg-Epitaph den Kirchenraum durch seinen Standort völlig verändern sollte. Die Gemeinde stimmte unter der Bedingung zu, dass im Sockelgeschoß links und rechts zwei Arkaden entstanden. So blieb der Durchgang zum Chor für den Umgang der Gottesdienstbesucher beim Abendmahl möglich.[22]

Unterstützt von zwei Neffen schloss Lucia von Veltheim am 25. August des Jahres einen Vertrag mit dem Braunschweiger Bildhauer Jürgen Röttger (1550/1551-1623), der die Fertigstellung des 2.000 Taler teuren Grabmals innerhalb von zwei Jahren vorsah.[23] Das monumentale Epitaph aus Sandstein, Schiefer und Alabaster, mit fünf Stockwerken und drei Achsen (Höhe 10 m, Breite 5,3 m), stand wie ein Lettner frei im Mittelschiff. Da sich der Gemeindealtar zugleich in der mittleren Arkade befand, fiel der Blick der Gemeinde auch immer auf die beiden vollplastischen, farbig gefassten Stifterfiguren im zweiten Stockwerk. Etwa lebensgroß kniet Lucia von Veltheim betend rechts in schwarzer Witwenkleidung, links Georg von der Schulenburg in schwarzer Rüstung.[24] Die "giebelartig gestaffelte Schauwand"[25] ist geschmückt mit Reliefs und großen, plastischen Skulpturen, dazu überbordendem Zierrat: Putten, Engelsköpfen und Ornamenten. Schulenburgs Namenspatron, der heilige Georg, krönt das Epitaph. Erst bei einer Renovierung 1789 wurde es an seinen heutigen Platz an der Westwand des südlichen Seitenschiffs versetzt.

Obwohl das gemeinsame Grabmonument die Witwe in ihren letzten Lebensmonaten in Anspruch genommen haben muss, erwähnt Wagner es nicht. Lucia von Veltheim starb am 5. Januar 1620 in Braunschweig wohl an Altersschwäche, mit grossen Gütern gesegnet, so der Beichtvater, und er fügt hinzu, sie habe solche fürnehme vom Adel zur Ehe bekommen/ damit sie in Friede und Einigkeit/ und aller Ehelichen Liebe unnd Trew hat leben können.[26] Auf ihre Kinderlosigkeit geht er nicht ein. Am 9. Februar 1620 wurde sie neben ihrem Ehemann beigesetzt.[27]

Die gedruckten Leichenpredigten für Lucia von Veltheim und Georg von der Schulenburg sollten dem Trost der Hinterbliebenen, aber auch der Memoria der Verstorbenen dienen. Das gemeinsame Grabmal manifestierte den Anspruch des Adelspaars auf Ehre und Ruhm, war doch die Katharinenkirche zu dieser Zeit eine der vornehmsten Kirchen Braunschweigs. Die Beisetzung dort und vor allem das den Kirchenraum beherrschende Schulenburg-Epitaph galten als besonders ehrenvoll. Mit ihm als äußerem Zeichen der Verbindung von protestantischer Frömmigkeit und adliger Selbstrepräsentation sicherte Lucia von Veltheim das eigene Nachleben und das ihres zweiten Ehemanns.[28]

 

MARINA ARNOLD ist ehemalige Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und Leiterin des Leichenpredigtkatalogs der Bibliothek.

 

Bestand: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Signaturen: Xa 1:46 (2) (Leichenpredigt auf Lucia von Veltheim); Xa 1:38 (8) (Leichenpredigt auf Georg von der Schulenburg)
Enthalten in: Katalog der Leichenpredigten der Herzog August Bibliothek, 2., erneuerte Aufl., Wolfenbüttel 2008, Online-Ausgaben, URL: http://diglib.hab.de/edoc/ed000010/start.htm (Titelblatt des Katalogs); URL: http://diglib.hab.de/?db=leichenpredigten (Datenbank; Zugriffe jeweils: 15.09.2014)

 

Anmerkungen:

[1] Fertiggestellt 1621. Nähere Informationen bei Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Bremen Niedersachsen, bearb. von Gerhard Weiß u.a., neubearb., stark erw. Aufl., München/Berlin 1992, S. 270f.; Jörg Rasmussen, Barockplastik in Norddeutschland, Mainz 1977, S. 247-250; Abbildung des Epitaphs in: Die Inschriften der Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671, gesammelt und bearb. von Sabine Wehking auf Grund der Materialsammlung von Dietrich Mack (Die Deutschen Inschriften 56, Göttinger Reihe 9), Wiesbaden 2001, Tafel XXXVI, Abb. 65, Detail: Tafel XXXVII, Abb. 66.

[2] Alle folgenden Zitate aus den Leichenpredigten beziehen sich auf diese Textteile. Für Lucia von Veltheim siehe Johann Wagner, Eine öffentliche Bekäntniß deß heiligen Mans Hiobs [...], Goslar 1620 (VD17 23:264715F), Digitalisat der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, PURL (Werk): http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN840590830 (Zugriff: 15.09.2014). Für Georg von der Schulenburg siehe Ders., Pia & salutaris fragilitatis humanae consideratio [...], Braunschweig 1619 (VD17 23:263623N). Das Zitat im Titel ebd., Bl. G3r. Die Rahmenleisten beider Titelblätter (vierteiliger Holzschnitt) weisen nur minimale Unterschiede auf. Die Blöcke des Braunschweigers Drucks scheinen etwas nachgearbeitet und dann von der Goslarer Werkstatt verwendet worden zu sein. Vgl. dazu Cornelia Niekus Moore, Patterned Lives. The Lutheran Funeral Biography in Early Modern Germany (Wolfenbütteler Forschungen 111), Wiesbaden 2006, S. 172, Text zu Ill. 13. - Zu Johann Wagner ebd., S. 190-193.

[3] Kunigunda von Veltheim (1540-1621), Witwe Christophs von Dorstadt (gest. 1579). Ihre Leichenpredigt: Johann Fortmann, Gemina Christianorum Consolatio [...], Goslar 1621 (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Sammlung Stolberg 7154). Auch hier weist das Titelblatt entsprechende Rahmenleisten auf.

[4] Wagner, Eine öffentliche Bekäntniß (wie Anm. 2), Bl. H1v. Zur Biographie Lucia von Veltheims siehe Marina Arnold, Veltheim, Lucia von, in: Horst-Rüdiger Jarck (Hg.), Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 8. bis 18. Jahrhundert, Braunschweig 2006, S. 717f.

[5] Wagner, Eine öffentliche Bekäntniß (wie Anm. 2), Bl. H3r. Veltheim hatte 2.500 Taler in die Ehe eingebracht. Vgl. Georg Schmidt, Das Geschlecht von Veltheim, Teil 2: Die Stammreihe des Geschlechts von der Teilung der Linien an, Halle (Saale) 1912, S. 160, Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-304918 (Zugriff: 15.09.2014).

[6] Wagner, Pia & salutaris (wie Anm. 2), Bl. G2r. Zur Biographie Georg von der Schulenburgs siehe Marina Arnold, Schulenburg (Beetzendorf), Georg (auch Jürgen) von der, in: Jarck (Hg.), Lexikon (wie Anm. 4), S. 638.

[7] Wagner, Eine öffentliche Bekäntniß (wie Anm. 2), Bl. H3r. 50 Lebensjahre wurden als Beginn des Alters angesehen. Vgl. dazu Sabine Holtz, Die Unsicherheit des Lebens. Zum Verständnis von Krankheit und Tod in Predigten der lutherischen Orthodoxie, in: Hartmut Lehmann/Anne-Charlott Trepp (Hg.), Im Zeichen der Krise. Religiosität im Europa des 17. Jahrhunderts (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 152), Göttingen 1999, S. 135-157, hier S. 136.

[8] Wagner, Eine öffentliche Bekäntniß (wie Anm. 2), Bl. H3r.

[9] Ders., Pia & salutaris (wie Anm. 2), Bl. G3r. Ergänzungen hier und im Folgenden durch die Autorin.

[10] Das später sogenannte Bierbaumsche Haus (Fallersleber Straße 8/Ecke Wilhelmstraße) wurde 1944 stark zerstört und nicht wieder aufgebaut.

[11] Wagner, Eine öffentliche Bekäntniß (wie Anm. 2), Bl. H4r.

[12] Ders., Pia & salutaris (wie Anm. 2), Bl. G4v.

[13] Ebd., Bl. H3v. Das Titelblatt der Leichenpredigt nennt fälschlich den 14. April als Todestag. Zu Schulenburgs Hilfe für die Braunschweiger 1605 vgl. Hansgünter Ludewig, 800 Jahre St. Katharinen, Teil 4: Die Epitaphien und Grabplatten mit Berichten aus dem Gemeindearchiv, Braunschweig 2002, S. 12. Wagner erwähnt sie nicht. - Robert Kolb behandelt sehr hohes Alter in Leichenpredigten in dem Aufsatz: The Printer's Funeral Sermon. Recalling the Contributions of the Printer in the Wittenberg Reformation, in: William A. Kelly/Jürgen Beyer (Hg.), The German Book in Wolfenbüttel and Abroad. Studies Presented to Ulrich Kopp in His Retirement (Studies in Reading and Book Culture 1), Tartu 2014, S. 191-205, hier S. 198f.

[14] Wagner, Eine öffentliche Bekäntniß (wie Anm. 2), Bl. H3r.

[15] Ders., Pia & salutaris (wie Anm. 2), Bl. H3r.

[16] Ders., Eine öffentliche Bekäntniß (wie Anm. 2), Bl. H3v.

[17] Ebd., Bl. H4r. Es handelt sich um: Siegfried Sack (Saccus), Erklerung Uber die Sontags Evangelia und uber die fürnembsten Fest durchs gantze Jahr [...], 3 Bde., Magdeburg 1592 (Bd. 1: VD16 S 1178; Bd. 2: VD16 S 1179; Bd. 3: VD16 S 1180). Wagner schreibt, Lucia von Veltheim habe ihr Exemplar mit folgendem Eintrag versehen: Dieses Buch gehört mir Lucien von Veltheim/ Georgen von der Schulenburg Ehelichen Haußfrawen zu/ ist von mir gekauft im Jahre Christi 1593. Siehe Wagner, Eine öffentliche Bekäntniß (wie Anm. 2), Bl. H4r.

[18] Ebd., Bl. H3v.

[19] Als Wittum bzw. Leibgedinge. Siehe dazu allgemein Meyers Großes Konversations-Lexikon, Bd. 20, Neuer Abdruck, 6. Aufl., Leipzig/Wien 1909, S. 704. Schulenburgs Testament sprach der Witwe zusätzlich zum Leibgedinge 20.000 Taler, sein Hausgerät und sein Bargeld zu. Vgl. Schmidt, Veltheim (wie Anm. 5), S. 160. - Lucia von Veltheim hinterließ ein Vermögen von 40.000 Talern in Form von Schuldverschreibungen. Vgl. ders., Das Geschlecht von der Schulenburg, Teil 2: Die Stammreihe, Beetzendorf 1899, S. 239. Schulenburgs großes Vermögen erbten die Nachkommen seiner Geschwister. Vgl. ebd., S. 236-238.

[20] Zur Beschreibung der pompösen Beisetzung inklusive schwarzem Pferd in der Kirche siehe Stadtarchiv Braunschweig, Kirchenbücher der Katharinenkirche, G III 1:60a, S. 594f.

[21] Der entsprechende Vertrag datiert vom 7. Juni 1619. Siehe Stadtarchiv Braunschweig, G II 4, Nr. 6, fol. 93r-94r, unterschrieben von drei Neffen ihres Ehemanns: Levin, Lippold und Joachim Friedrich von der Schulenburg.

[22] Ebd., fol. 93r; vgl. auch Ludewig, 800 Jahre St. Katharinen (wie Anm. 13), S. 12f.

[23] Vgl. zum Text des Vertrags Heinrich Mack, Zur Geschichte der Bildhauerkunst in Braunschweig, in: Braunschweigisches Magazin 30 (1924), H. 2, S. 44-48, hier S. 45f.; zu Röttger vgl. Paul Jonas Meier, Das Kunstwerk des Bildhauers in der Stadt Braunschweig seit der Reformation (Werkstücke aus Museum, Archiv und Bibliothek der Stadt Braunschweig 8), Braunschweig 1936, S. 43; und ders., Röttger (Ridiger, Rodecker, Röttiger, Rotker u.ä.), Jürgen (Georg), in: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker, Bd. 28, Leipzig 1934 (ND München 1992), S. 506, mit Erwähnung des Schulenburg-Epitaphs.

[24] Ausführlich hierzu Die Inschriften der Stadt Braunschweig (wie Anm. 1), S. 286f. Röttger schuf das Epitaph zusammen mit dem Bildhauer Lulef Bartels aus Magdeburg. Siehe ebd., S. 287.

[25] Dehio, Niedersachsen (wie Anm. 1), S. 270; vgl. auch Ludewig, 800 Jahre St. Katharinen (wie Anm. 13), S. 13.

[26] Wagner, Eine öffentliche Bekäntniß (wie Anm. 2), Bl. H4v, J1r.

[27] Stadtarchiv Braunschweig, Kirchenbücher (wie Anm. 20), S. 598.

[28] Vgl. Anke Hufschmidt, Ilse von Saldern und ihre Schwestern. Zur Stellung von Frauen in den adligen Familien im Weserraum um 1600, in: Silke Lesemann/Annette von Stieglitz (Hg.), Stand und Repräsentation. Kultur- und Sozialgeschichte des hannoverschen Adels vom 17. bis zum 19. Jahrhundert (Hannoversche Schriften zur Regional- und Lokalgeschichte 17), Bielefeld 2004, S. 137-158, hier S. 146. Für Lucia von Veltheim und Georg von der Schulenburg existieren auch zwei steinerne Grabplatten mit der lebensgroßen Darstellung der Verstorbenen im Halbrelief, die ursprünglich deren Grabstätten im Chor der Kirche bedeckten und heute an der Südwand, links vom Schulenburg-Epitaph, aufgestellt sind. Vgl. Die Inschriften der Stadt Braunschweig (wie Anm. 1), S. 283, Nr. 763 (Veltheim), S. 278, Nr. 757 (Schulenburg).

 

Zitierweise: Marina Arnold, [...] da einer den andern hertzlich geliebet/ und mehr ein Ehegatte für den andern gesorget/ als für sich selbst – Ein außergewöhnliches Braunschweiger Adelspaar und sein besonderes Grabmal, in: Leben in Leichenpredigten 11/2014, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/lucia-von-der-schulenburg-geb-von-veltheim-1542-1620-georg-von-der-schulen.html>

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