Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Johannes Ußleber (1649-1698)

01.11.2018

Kategorie: Leben in Leichenpredigten

Von: Eva-Maria Vering

Ein Medicus Chymicus aus Altenburg

Mobiles chemisches Laboratorium [1/5]

Der Altenburger Physikus Johannes Ußleber hat in Lexika anscheinend keine Spuren hinterlassen, und es sind von ihm außer dem autobiographischen Lebenslauf nur zwei akademische Veröffentlichungen und ein Band mit Hinweisen zur Prävention vor einer drohenden Epidemie erhalten.[1] Seine Leichenpredigt und der darin enthaltene Lebenslauf[2] sind aber vielleicht, gerade weil Ußleber weder überregional Karriere noch sich mit bahnbrechenden Erkenntnissen einen Namen machte, aufschlussreich für die Ausbildung, Netzwerkbildung und Berufsausübung eines akademischen Arztes im 17. Jahrhundert. Verfasser der Leichenpredigt war Jacob Daniel Ernst (1640-1707),[3] einer der produktivsten Kompilatoren und Kuriositätenschreiber seiner Zeit und Ußlebers Beichtvater. Seine Neugier und Mitteilungsfreude spiegeln sich auch in der kenntnis- und anekdotenreichen Predigt, die darüber hinaus Hinweise zum zeitgenössischen Arzt-Patienten-Verhältnis bietet.

Johannes Ußleber stammte aus der städtischen Oberschicht Altenburgs; sein Vater war Kaufmann und Stadtvogt; seine Mutter, die bereits 1656 starb, kam ebenfalls aus einem Kaufmannshaushalt. Seine Vorfahren väterlicherseits waren Glaubensflüchtlinge aus Böhmen. Ußleber wurde zunächst, nicht nur unter der Aufsicht seines Vaters, sondern auch der des als besonders begabt und engagiert geltenden Konrektors der Landesschule Michael List (1622-1659), durch Privatlehrer, darunter Schüler der Landesschule, unterrichtet und besuchte anschließend die öffentliche Schule in Altenburg, wo ihn besonders der Theologe Michael Christian Ludovici (1635-1700), zuletzt Hofprediger und Kirchenrat in Zeitz, förderte. Ab 1667 absolvierte er in Jena ein wissenschaftliches Propädeutikum; seine hauptsächlichen Lehrer waren der Professor der Physik und Mediziner Caspar Posner (1626-1700) und der Philosoph und lutherische Theologe Friedemann Bechmann (1628-1703), dessen Hospes Ußleber auch war. Ußlebers Eltern hatten ihren Sohn infolge eines Gelübdes zum Theologen bestimmt; wegen seiner schwachen Gesundheit und weil er eine besondere Trieb-Lust und Zuneigung[4] dazu verspürt habe, wandte er sich jedoch 1668 noch in Jena der Medizin zu. Vor allem bei dem Professor der Anatomie, Chirurgie und Botanik Werner Rolfinck (1599-1673) und dem Medizinprofessor Johann Theodor Schenck (1619-1671) erwarb er die Fundamenta Theoriae Medicae sowie Kenntnisse in Anatomie, Materia Medica Botanica und Chymie.[5] 1669 disputierte er unter der Leitung des Professors für Botanik, Anatomie und Chirurgie Johann Arnold Friderici (1637-1672) über eine eigenhändig verfasste Arbeit zur "Anatomia lienis", in der er vor allem anhand der Literatur, aber auch eines kurz zuvor von Friderici untersuchten Frauenleichnams Lage, Funktion, Gestalt und Krankheiten der Milz benannte.[6]

Um 1669 wechselte Ußleber an die Universität Leipzig, wo der noch am Anfang seiner Karriere stehende, nur wenige Jahre ältere Arzt Michael Ettmüller (1644-1683)[7] sich seiner annahm. Ettmüller habe ihn zu all dem angeleitet, was einen Dogmaticu[s] rationali[s], einen gelehrten und curiösen Medicu[s] ausmache, womit Ußleber zugleich sein ehrgeiziges Studien- und Arbeitsprogramm formulierte: zur wahren Philosophie [...], ferner zu der gründlichen Erlernung der Zergliederungs-Kunst/ und Erkäntnüß des menschlichen Leibes/ wie auch die Botanie und Plantarum Characterem zu erlernen/ und allerhand Plantas monstrosas darneben zu observiren/ Hortos Hyemales, oder Herbaria viva wohl anzurichten. Uber diß zur Pharmacevtica, oder Apothecker-Kunst, zumahl aber/ alle Medicamenten selbst zuzubereiten/ von ihren Fecibus wohl zu reinigen/ besser zu maturiren und auszukochen/ zu rectificiren/ und zu perfectioniren/ absonderlich aber zur wahren rationi & experientiae gemäßen [...] Chemie, Item zu allerhand Metallen/ Mineralien/ Ertz- und Berg-Arten/ gründliche Wissenschafft und Besuchung allerhand Berg- und Saltz-Wercke/ Glas- Scheide- und Probier-Kunst [...]. Weiter zu genauer Erkundigung und Probierung allerhand Erden/ Letten/ Wasser- Heil- und Sauer-Brunnen/ warmer Bäder derer Adern und Gänge [...]/ allerha[n]d Edel- und Unedel Gesteine/ Muscheln/ Schnecken/ Gewürme/ Thiere/ und andere Res naturales. Ferner zur Vernunfftmäßigen Praxi der Wund-Artzeney/ und dann bey den Patienten zu genauer Untersuchung und Erkundigung aller Umstände/ und denn zu Verordnung der hierwider bewährtesten Artzneyen/ ohne allen Umschweiff/ und per rectam & Regiam viam.[8]

1671 unternahm Ußleber eine Bildungsreise in die Niederlande, wo er naturkundliche und andere Sehenswürdigkeiten besichtigte, mithilfe von Empfehlungsschreiben seines Mentors Ettmüller Kontakte knüpfte und in Leiden sein Studium Anatomico-Practico-Chirurgicum fortsetzte. Mit dem Botaniker Arnoldus Syen (1640-1678), der sich vor allem um die Beschreibung exotischer Pflanzen verdient machte, habe er täglich den dortigen Akademischen Garten besucht. Der Professor für praktische Medizin Franciscus Sylvius, also Franz de le Boë (1614-1672), einer der bedeutendsten Iatrochemiker[9] seiner Zeit und Begründer des klinischen Unterrichts an der Universität Leiden, sowie der Professor der Anatomie Charles Drelincourt (1633-1697) hätten ihn in der klinischen Praxis angewiesen. Am Krankenbett unterrichtet hätte ihn auch der Privatgelehrte und -lehrer für Chemie Christian M. Marggraff (1626-1687), der ihn vor allem in der Chemie, und sonst zu allen einem Medico nützlichen Dingen [...] väterlichst manducieret habe.[10]

Ußleber hatte ursprünglich nach England weiterreisen wollen, kehrte jedoch wegen des beginnenden Englisch-Niederländischen Seekriegs (1672-1674), nicht sonder Gemüths-Bekräncknüß,[11] vorzeitig über Köln, Regensburg, Nürnberg, Gotha und Leipzig nach Altenburg zurück.

Gewissermaßen im Durchreisen[12] wurde er Ende Juni 1672 mit einer Disputatio sine praeside zum Thema "De sterilitate utriusque sexus"[13] in Altdorf zum Dr. med. promoviert.

Ußleber ließ sich trotz Karriereaussichten in Amsterdam und Nürnberg auf Wunsch seines Vaters in Altenburg nieder, erwarb sich, auch über die Grenzen des Fürstentums hinaus, das besondere Vertrauen [...] viel[er] gemeine[r] und vornehme[r] Leute[14] und baute eine florierende Praxis auf. 1676 wurde er zum Ordinar-Land-Physic[us], 1684 zugleich zum stellvertretenden Amts- und Stadt-Physikus berufen; beide Ämter übte er beinahe bis zum Lebensende aus.

Ußlebers Lebenslauf vermittelt den Eindruck eines disziplinierten, in steter Pflichterfüllung als Bürger und Christ verbrachten, gelungenen Lebens. Zu den Erfolgen zählte in dieser Hinsicht auch eine gute Ehe, aus der nicht nur sechs überlebende Kinder (von acht geborenen) hervorgingen, sondern die es Ußleber offenbar erlaubte, sich weitestgehend auf seinen Beruf zu konzentrieren und die Haushaltsführung zeitweilig ganz seiner Frau zu überlassen.[15]

Das Hauptgewicht der selbstverfassten Vita liegt auf dem ausführlich geschilderten beruflichen Werdegang. Durch die detaillierte Nennung seiner Ausbildungsstationen und seiner zum Teil hochangesehenen Lehrer erwies Ußleber nicht nur seinen Förderern Dank, sondern reklamierte zugleich seinen Platz in der akademischen Medizin seiner Zeit.

Über seine Tätigkeit als Land- und Stadtphysikus sowie als Amtsarzt berichtet er Folgendes: Er habe persönlich bei an hoch ansteckenden Infektionskrankheiten Erkrankten die Diagnose gestellt; seine Arbeit als Landphysikus sei mit strapaziösen, auch nächtlichen Reisen verbunden gewesen; und er habe in Abwesenheit des Hofarztes Gabriel Clauder (1633-1691), der sich, nach dessen Lebenslauf, 1682 und 1684 zeitweilig in Dresden aufhielt,[16] den gesundheitlich angegriffenen Stadtphysikus Matthias Zacharias Pilling (1640-1684) unterstützen müssen.[17] Seine freie Zeit habe er zu Forschungen, wissenschaftlicher Korrespondenz und zur Lektüre theologischer Werke genutzt.

Ußlebers medizinische Vorbildung und die lange, über sechsmonatige Krankheitsdauer ermöglichten ihm, auch seine tödliche Erkrankung zu schildern. Er versinnbildlichte seinen Tod, ähnlich wie schon die meditative Versenkung in theologische Schriften, in den termini technici seines Berufs als chemischen Sublimationsprozess.

Der autobiographische Lebenslauf entstand, das legen verschiedene Zeitangaben nahe, vermutlich während der letzten Krankheit und wurde in den letzten Lebenswochen abgeschlossen. Er folgt dem im 17. Jahrhundert etablierten Schema, nach welchem die Personalia in Leichenpredigten Angaben zu Herkunft, Bildungsgang und Berufsweg, privater Lebensführung und Nachkommenschaft sowie zum christlichen Lebenswandel und Sterben enthalten. Innerhalb dieses Schemas ermöglichten gerade autobiographische Lebensläufe ganz eigene Gewichtungen und Wertungen. Auch wenn dabei sowohl mit Selbstilisierungen als auch mit Eingriffen fremder Hände zu rechnen ist, vermitteln autobiographische Viten besondere Einblicke in die Lebens- und Gefühlswelt der Frühen Neuzeit.

Ußlebers Lebenslauf ist zweifach überliefert, als autobiographischer oder weitgehend autobiographischer Text aus dem Jahr 1692 und als Kurzbiographie vermutlich von der Hand des Verfassers der Leichenpredigt aus dem Jahr 1706.[18] Auch die Zusammenfassung nennt die Lebensstationen sowie bekannte Lehrer und behandelt den christlichen Lebenswandel und das christliche Sterben, wobei ohne weitere Kennzeichnung Teile aus der autobiographischen Vorlage übernommen wurden. Es entfallen aber spezifische Details zu Studium,[19] Bildungsreise und Berufstätigkeit sowie zur Ehe und zur Frömmigkeit Ußlebers. Details zur beschwerlichen Arzttätigkeit fehlen ganz. Die Ehe wird lediglich als höchst vergnügt und friedlich und als langjährig bezeichnet;[20] weitere Einzelheiten, außer der Nachkommenschaft, werden nicht genannt. Der Satz in der Zusammenfassung: So hat er [Ußleber] auch sonsten gegen iedermann sich demüthig/ leutselig/ dienst- und friedfertig/ auch gegen Arme freygiebig erwiesen,[21] findet sich im autobiographischen Lebenslauf gar nicht; er ist aber als Aussage über das normgerechte soziale Verhalten eines Verstorbenen so oder ähnlich in Leichenpredigten häufig anzutreffen. Durch diese Abwandlungen, die vermutlich aus publikations- und adressatenbezogenen Gründen erfolgten und insgesamt nicht entstellend wirken, wurde gleichwohl aus einem sehr persönlichen, der Selbstvergewisserung, der Danksagung und der Steuerung der Memoria dienenden Dokument ein Stück Erbauungsliteratur.

 

EVA-MARIA VERING ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsstelle für Personalschriften.

 

Bestand: Stadtarchiv Altenburg
Signatur: A I 41
Enthalten in: Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften im Stadtarchiv Altenburg (Marburger Personalschriften-Forschungen 44), Stuttgart 2007

 

Anmerkungen:

[1] Folgende Publikationen Ußlebers sind greifbar: - Johann Arnold Friderici/Johannes Ußleber, Anatomia lienis [...], Jena 1669 (VD17 1:090952H und 39:166429H). Ein Teil der Auflage war dem Rat der Stadt Altenburg und Ußlebers Förderern gewidmet (vgl. VD17 1:090952H). Am Schluss der Arbeit sind Glückwunschgedichte u.a. seiner Lehrer Friedemann Bechmann, Werner Rolfinck, Caspar Posner und Michael Christian Ludovici abgedruckt. Digitalisat der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (im Folgenden SUB Göttingen) (VD17 1:090952H), PURL (Werk): http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN77999261X (Zugriff: 16.08.2018).
- Johannes Ußleber, [...] De sterilitate utriusque sexus [...], Altdorf 1672 (VD17 32:671355K und 547:644843T). Ein Teil der Auflage (vgl. VD17 547:644843T) enthält eine Widmung für den neuen Landesherrn, Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1601-1675). Digitalisat der SUB Göttingen (VD17 32:671355K), PURL (Werk): http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN771024290 (Zugriff: 16.08.2018).
- Johannes Ußleber, Wohlmeinender Unterricht von Natur und Eigenschafft der itzo hin und wieder einreissenden/ und unsern Gräntzen immer nähernden unartigen Fiebern/ Wie nehml. die Gesunden sich im Nothfall praeserviren/ die allbereit mit solcher Seuche behafftete Personen sich Hülffe schaffen können/ auch wie denen bey dieser gefährlichen Seuche so mancherleyen Zufällen mit darwider bewehrtestn/ gemeinsten und wohlfeilsten Artzeneymitteln möglichster massen zu wiederstehen sey [...], Altenburg 1694 (VD17 1:061537F), Digitalisat der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PURL (Werk): http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000216D200000000 (Zugriff: 16.08.2018).
- Ußleber zeichnete außerdem ein gemeinsames Trauergedicht der in Jena studierenden Altenburger anlässlich der Beerdigung von Herzogin Magdalena Sybilla von Sachsen-Altenburg, geb. Herzogin von Sachsen, verw. Prinzessin von Dänemark (1617-1668) am 6. März 1668: Erhöhete Raute [...], in: Johann Gottfried Sagittarius, Der Menschen Streit/ Knechtschaft/ und Arbeiten [...] Als die Weiland Durchläuchtigste [...] Fürstin und Frau Magdalena Sybilla/ [...] vermählte Princeßin zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg [...] den 6. Januarii Anno 1668. [...] selig eingeschlaffen [...], Altenburg [1669], S. 127-138, hier S. 138 (Name Ußlebers) (VD17 23:256324P), Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), PURL (Werk): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-104563 (Zugriff: 16.08.2018).
Darüber hinaus widmete der Mediziner Gottlieb Adam Koehler (1682-1722) seine Disputation (Rudolf Wilhelm Crause/Adam Gottlieb Köhler, Disputatio inauguralis medica de fulmine tactis [...], Jena 1694 [VD17 1:062629Z]) u.a. Ußleber: Med Doct. & Pract. Celeberrimo, Ducal. Saxo-Altenburg. Provinc. ordinario, ejusdemque Praefecturae & Oppidi Extraordinar. Physico optime merenti. Ebd., S. 2. -
Eine gewisse anekdotische Bekanntheit erlangte Ußleber im berufsständischen Konflikt mit dem Wundarzt Johann Andreas Eisenbarth (1663-1727), der von 1686 bis 1688 in Altenburg praktizierte.

[2] Jacob Daniel Ernst, Gott/ Als der rechte Leibes- Gemüths- und Seelen-Artzt [...] Alß der Wohl-Edle/ Vest- Hochgelahrt- und Hocherfahrne Herr Johann Ußleber [...] am [...] 25. Martii/ des Jahres MDCXCVIII. Zu seinem Ruhe-Bette gebracht wurde [...], Altenburg 1698 (VD17 39:117501C); der Lebenslauf ist abgedruckt auf S. 31-39. Eine weitere, bearbeitete Ausgabe der Leichenpredigt ist in einer Sammlung des Verfassers erschienen: Jacob Daniel Ernst, Die Achte Predigt [...], in: Ders., Die Schlaf-Cammern der Gerechten Oder unterschiedliche Leichen- Trost und Gedächtnüß-Predigten [...], Altenburg 1706, S. 397-448, darin der Lebenslauf auf S. 443-448 (Thüringisches Staatsarchiv Altenburg, Leichenpredigten Sammelband 27).

[3] Nach dem Abschluss seines Studiums der Theologie und der Geschichte in Leipzig mit der Erlangung des Magistergrades 1661 sowie der Ernennung zum Poeta laureatus 1662 wurde Ernst 1663 zunächst Pfarrer in Kriebitzsch bei Altenburg. Von 1678 bis 1683 leitete er als Rektor das Gymnasium in Altenburg, anschließend war er Substitut des Stiftspredigers, Diakon bzw. Archidiakon und ab 1705 Stiftsprediger und Konsistorialbeisitzer in Altenburg. Zu seiner Biographie vgl. u.a. Wolfgang Brückner, Art. "Ernst, Jacob Daniel", in: Kurt Ranke/Rolf Wilhelm Brednich (Hg.), Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung, Bd. 4: Ente-Förster, Berlin/New York 1984 (ND 2017), Sp. 222-225; John L. Flood, Poets laureate in the Holy Roman Empire, Bd. 2: D-K, Berlin/New York 2006, S. 489-495.

[4] Ernst, Seelen-Artzt (wie Anm. 2), S. 32.

[5] Ebd.

[6] Siehe Friderici/Ußleber, Anatomia lienis (wie Anm. 1).

[7] Ettmüller wurde 1668 in Leipzig promoviert, 1676 hier auch habilitiert und 1681 zum Ordinarius der Botanik und Extraordinarius der Anatomie und Chirurgie ernannt. Darüber hinaus war er seit 1670 Mitglied der Leopoldina. "Ettmüller galt als einer der tüchtigsten deutschen Universitätslehrer seiner Zeit. Er war ein eifriger Anhänger F. de la Boë Sylvius' [...] und machte sich die Verschmelzung der Chemiatrie mit dem Kartesianismus zur Aufgabe." Carl Rabl, Geschichte der Anatomie an der Universität Leipzig (Studien zur Geschichte der Medizin 7), Leipzig 1909, S. 42.

[8] Ernst, Seelen-Artzt (wie Anm. 2), S. 33; dagegen in der zweiten Ausgabe von 1706: Gleichwie nun Ehren bemeldter Herr D. Ettmüller ihn zu allem was nach dem Genio des heutigen curiösen Seculi einem Dogmatico rationali, und gelehrten Medico eignet und gebühret sorgfältigst anführen wollen; Also hat selbiger ihn auch nach absolvirten cursu Medico, nunmehr in frembde Lande zu reisen/ wolmeynend gerathen. Ders., Die Achte Predigt (wie Anm. 2), S. 445; Ergänzungen hier und im Folgenden d.V.

[9] Die "Kernaussage" der Iatrochemie lautete, dass "alle Lebensvorgänge essentiell chemisch determiniert seien". Vgl. Wolfgang U. Eckart, Geschichte der Medizin, 5., korrigierte und aktualisierte Auflage, Berlin/Heidelberg/New York 2005, S. 127. Ein weiteres Anliegen war die Herstellung von Medikamenten durch chemische Prozesse. Vgl. Jost Weyer, Geschichte der Chemie, Bd. 1: Altertum, Mittelalter, 16. bis 18. Jahrhundert, Berlin 2018, S. 429.

[10] Ernst, Seelen-Artzt (wie Anm. 2), S. 35.

[11] Ebd.

[12] Ebd.

[13] Siehe Ußleber, De sterilitate utriusque sexus (wie Anm. 1).

[14] Ernst, Seelen-Artzt (wie Anm. 2), S. 36.

[15] Vgl. ebd.: Bey solchem Ehestande [...] habe ich sonderlich zu rühmen/ wie meine allerliebste Ehe-Genossin allezeit treulichst vor mich gesorget/ und zumahl/ so ich auffm Lande gewesen/ gebethet/ die Haushaltung vor sich gantz allein/ ohne mein Zuthun/ also sorgfältig dirigiret/ daß ich vor nichts/ als meine Praxin, und was solcher anhängig/ sorgen dürffen/ mir auch darneben in meinen laboribus Chymicis, Praeparation und Dispensation der Artzeney emsig beygestanden/ und sonsten viel Liebes und kein Leid gethan. Dagegen heißt es in der Ausgabe von 1706 formelhaft: Diesen ihren Ehestand hat Gottes Güte [...] höchst vergnügt und friedlich gerathen und sie über 25. Jahr beysammen gelassen [...]. Ernst, Die Achte Predigt (wie Anm. 2), S. 446.

[16] Vgl. Paulus Martinus Sagittarius, Das Recht und nützlich-eingerichtete Vertrauen Davids [...] Bey des Weyland Wohl-Edlen/ Vest- und Hochgelahrten Hn. Gabrieli Clauderi [...] Den 15. Januar [1691] angestellter ansehnlicher Leichen-Bestattung [...], Altenburg [1691], S. 43f. (VD17 1:023253T); vgl. auch die digitale Edition der Autobiographie Clauders im Projekt "AutoThür" der Forschungsstelle für Personalschriften, URL: http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/digitale-editionen/autothuer/gabriel-clauder-1633-1691/lebenslauf.html (Zugriff: 16.08.2018); und Johanna Pöppelwiehe, Gabriel Clauder (1633-1691). Meines Lebens/ Eingang/ Fort- und Ausgang endlich betreffende - Die autobiographischen Personalia eines Altenburger Hofarztes, URL: http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/gabriel-clauder-1633-1691.html (Zugriff: 16.08.2018).

[17] Vgl. Ernst, Seelen-Artzt (wie Anm. 2), S. 37.

[18] Siehe Anm. 2.

[19] Siehe z.B. die oben zitierte Passage Dogmaticu[s] rationali[s] [...] per rectam & Regiam viam und Anm. 8.

[20] Siehe Anm. 12.

[21] Ernst, Die Achte Predigt (wie Anm. 2), S. 447.

 

Zitierweise: Eva-Maria Vering, Johannes Ußleber (1649-1698). Ein Medicus Chymicus aus Altenburg, in: Leben in Leichenpredigten 11/2018, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/johannes-ussleber-1649-1698.html>

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