Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Johann VII. Herzog zu Mecklenburg (1558-1592)

01.05.2013

Kategorie: Leben in Leichenpredigten

Von: Jan-Hendrik Hütten

Ein Schefflein, das verirret war, vnd Gott lob wider funden ist – Selbsttötung und christliches Sterben eines Landesherrn

Johann VII. Herzog zu Mecklenburg [1/3]

Nachdem Herzog Johann VII. (1558-1592) mündig geworden war, übernahm er 1585 zusammen mit seinem Onkel Herzog Ulrich (1527-1603) die Landesherrschaft. Trotz gewissenhafter Vorbereitung auf die Rolle eines Reichsfürsten, erst durch seinen Vater Johann Albrecht (1525-1576) und nach dessen Tod durch Ulrich, der auch die Vormundschaft ausübte, schien Johann den Aufgaben eines Landesherrn kaum gewachsen zu sein.[1] Schon in frühen Jahren machte er einen psychisch labilen Eindruck und litt unter Wahnvorstellungen.[2] Seine Frau Sophia, geb. von Schleswig-Holstein-Gottorp (1569-1634), berichtet beispielsweise in ihrer Autobiographie, dass sie von seiner Fraw mutter [...] wol gehorett, daß es sein gebrauch von iungk auff [...] gewesen [...] von vmbringen zu reden.[3] Bereits fünf Jahre nach der Regierungsübernahme plante Johann erfolglos seine Ämter niederzulegen und außer Landes zu gehen, da er vermutlich von den Regierungsaufgaben überfordert war. Besonders die innerdynastische Konfliktsituation mit seinem Onkel Christoph (1537-1592), der nach Teilhabe an der Landesherrschaft strebte, zerrte an seiner geistigen Verfassung ebenso wie die Schuldenlast des Herzogtums, die trotz zahlreicher Einschränkungen nicht abgebaut werden konnte.[4]

Seit Ende Februar 1592 weilte Johann mit seiner Familie in Stargard und seine geistige Verfassung hatte sich nach dem Tod seiner Mutter Anna Sophie, geb. von Preußen (1527-1591), weiter verschlechtert.[5] Während eines mehrtägigen Aufenthaltes bei seinem Bruder Sigismund August (1560-1600) in Ivenack klagte Sophia über Schlafmangel aufgrund nächtlicher Wahnvorstellungen ihres Mannes, da sich S. L. ingebildet, sein br[u]der wollte ihn gefangen nehmen.[6] Nach der Rückkehr erreichte ihn in Stargard am 8. März die Nachricht, dass sein Onkel Christoph überraschend gestorben war.[7] Obwohl, wie eingangs erwähnt, zahlreiche Auseinandersetzungen die Beziehung belasteten, machte der Tod einen starken Eindruck auf Johann[8] und er war den abent sehr trawrich und bemerkte: ich folge meinem vettern balt. [...] der kopf wehr ihm so seltzam. Im Laufe der Nacht verschlechterte sich sein geistiger Zustand scheinbar derart, dass Johann einen Selbsttötungsversuch unternahm. Sophia berichtet, dass zwischen 12 vnd einß, [...] ehr sich stach sieben wunden.[9] Nach einer kurzen Besinnungsphase direkt im Anschluss des Suizidversuchs, in der Johann seine Sünden bekannte und die Sakramente empfing, verschlechterte sich sein Zustand am Abend erneut. Er glaubte, dass er seine Frau umgebracht habe und forderte die Bediensteten auf, man soltte seinen Sohn adolff [Adolf Friedrich I. (1588-1658); d.V.] zu ihm bringen und daß kindt auch umbringen. In den folgenden Tagen litt Johann weiter an Wahnvorstellungen. Erst am 22. März besserte sich sein geistiger Zustand kurzzeitig und er kam [...] fein wieder zu sich selbst - dann aber verstarb er zwischen fünf und sechs Uhr.[10]

Mit dem plötzlichen und selbstverschuldeten Tod des erst 34-jährigen Landesherrn sah sich die mecklenburgische Dynastie vor einige Probleme gestellt, weil die Todesumstände nicht dem Ideal eines christlich-protestantischen Ablebens entsprachen[11] und dem Ansehen des Fürstenhauses nicht besonders zuträglich waren. Nach gesamtchristlichem Verständnis wurde die Selbsttötung als Sünde angesehen, da sie gegen das 5. Gebot verstieß. Zwar waren sich die Theologen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit weitestgehend einig, dass die Selbsttötung von geistig verwirrten Personen straffrei war und beispielsweise nicht durch unehrenhafte Begräbnisse sanktioniert wurde.[12] Trotzdem haftete dem Suizid immer ein gewisser Makel an, der gerade im Fall eines regierenden Fürsten als besonders schwerwiegend anzusehen war. Der Tod eines Landesherrn war keine Privatangelegenheit, sondern vielmehr ein Ereignis von öffentlichem Interesse, dem in standesgemäßer Weise nachgekommen werden musste.[13] Die Ausrichtung von Bestattungen diente, neben der Trauerbewältigung und dem Abschied, auch immer der Inszenierung der Dynastie, die in einem repräsentativen Kontext der Zurschaustellung des herrschaftlichen politischen Einflusses gesehen werden muss.[14] Besonders deutlich wird die Brisanz des Suizidversuchs mit anschließender Todesfolge in der offiziellen Korrespondenz des Herzogshauses. Die genauen Umstände wurden verschwiegen und auch in privaten Briefen der Familienmitglieder blieben die Begebenheiten unerwähnt oder wurden beschönigt.[15] Denjenigen, die sagten, wie ihr herr gestorben, wurde sogar gedroht, dass sie ihres Eides loß würden.[16]

Aufgrund der Aufzeichnungen seiner Frau Sophia wird deutlich, dass Johann in den Tagen vor seinem Selbsttötungsversuch unter Wahnvorstellungen litt und der Akt in einem Zustand seltsamer Melancolie erfolgte,[17] der das Resultat seiner labilen Psyche war. Obwohl nach zeittypischer Argumentation die Tat als entschuldbar galt,[18] konnten sich die Hinterbliebenen nicht einfach darauf berufen - geistige Schwäche war kaum mit dem Ideal des "entschlossenen und konsequent handelnden"[19] Landesvaters in Verbindung zu bringen, dem auch im Tod eine Vorzeigerolle zukam. Von einem Fürsten wurden stoische Tugenden wie Serenitas, Tranquillitas, Animus sine pertubatione gefordert,[20] und ein geistig verwirrter Landesherr fiel hier aus dem Konzept. Diese Umstände führten dazu, dass man alternative Erklärungen für den plötzlichen Tod suchte. Hier bot sich die Hexerei förmlich an. Die beschuldigten und schließlich wegen "Schadenszauber" angeklagten Frauen entgingen aber mangels Indizien einer Verurteilung und mussten nach langen Verhandlungen freigesprochen werden.[21]

Wie alle anderen mecklenburgischen Herzöge im späten 16. Jahrhundert, erhielt auch Johann mehrere Leichenpredigten.[22] Insgesamt sind drei deutsche Predigten nachweisbar.[23] Zwei Predigten wurden während der Trauerfeierlichkeiten gehalten, bei der Dritten hingegen konnte kein Vortragsort ausgemacht werden. Im engeren Fokus steht hier die Predigt[24] von Vitus Schirmeister (1520-1605), Pastor in Dewitz und Cölpin, der diese am Morgen der Beerdigung, vor der Translation des Leichnams in den Schweriner Dom, in der dortigen Schlosskirche vor dem engeren Familienkreis gehalten hat.[25] Diese Predigt rückt insbesondere in den Fokus, da Schirmeister bey seiner F. G. biß sie den Geist auffgegeben gewesen war.[26]

Schirmeister legt im Hauptteil die Lazarusgeschichte aus dem Johannesevangelium exegetisch aus, am Schluss der Leichenpredigt geht er dann explizit auf Johann ein und kündigt an warhafften bericht zu tun, wie es sich damit begeben vnd zugetragen - Als sein F. G. [...] zu Stargardt wider an[ge]kommen war. Er beginnt mit dem Erhalt der Todesnachricht und erwähnt, ähnlich der Autobiographie, die Trauer des Herzogs. Anschließend hätte Johann zu Abend gegessen und teglicher gewohnheit nach/ in Biblijs gelesen. Nachdem er sich in das Schlafgemach begeben hatte, war er gegen Mitternacht schwach vnd kranck geworden. Da kein Prediger in Stargard zur Verfügung stand, wurde nach Schirmeister geschickt, der um vier Uhr nachts aus Dewitz kam und Johann das Glaubensbekenntnis abnahm. Danach ermahnte der Herzog die Anwesenden was der Teuffel/ wens ihm Gott verhengt/ könnte zu wege bringen und beichtete. Anschließend erteilte Schirmeister dem reuigen Sünder die Absolution, worauf dieser antwortete: ich hab mich in Gottes willen ergeben/ [...] den Christus ist mein guter Hirte/ so bin ich sein armes schwaches/ [...] Schefflein/ das verirret war/ vnd Gott lob wider funden ist/ aus seiner Hand sol mich ob Gott wil nunmehr niemand reissen. Eigentlich rechneten die Anwesenden in den folgenden Stunden mit dem herzoglichen Tod. Dieser trat wider Erwarten nicht ein und Schirmeister berichtet, dass die Schmerzen Johanns durch Gottes Gnad gelindert worden. Die folgenden Tage, so der Prediger, verbrachte er an der Seite Johanns, betete mit ihm und spendete Trost.

Auffällig in diesem Teil der Predigt ist die gesteigerte Sorge Johanns um seine Sünden und dass Schirmeister den Herzog immer wieder erbaut. Er teilt mit, dass Johann gerne das "Tractatum" von Martin Luther aus der "Haußpostil" und der darin enthaltenen Leichenpredigt gehört hat und gibt den Inhalt kurz wieder.[27] Hier ist besonders interessant, dass es sich bei diesem Text um eine kurze Ausführung handelt, in der berichtet wird, dass Personen - wenn sie im wahnwitz umkämen - trotzdem nicht verdammt seien, wenn sie ihr Leben zuvor bey guter vernunfft Christlich geführt hätten. Zwar wird in der gesamten Predigt immer wieder kurz von "Schwachheit" im Kontext des Todes gesprochen beziehungsweise Johann gibt selbst Bericht von teuflischer Anfechtung, die als Zeichen des Selbsttötungsversuchs und seiner Reue interpretiert werden kann. Es wird aber nicht näher ausgeführt, was sich genau zugetragen hat. Dem informierten Zuhörer oder Leser, der mit den Rahmenbedingungen des Todes genauer vertraut war, ergibt sich hier die Möglichkeit, zwischen den Zeilen zu lesen und den Fall in seiner annähernden Bandbreite zu erfassen. Nur in diesem Abschnitt wird mehr oder minder deutlich, dass Johann im wahnwitz [...] schwach wurde und als Konsequenz einen Suizidversuch unternahm. Zwar muss hier offenbleiben, ob sich die Begebenheiten, wie Schirmeister sie darlegt, tatsächlich so ereignet haben. Gerade der Bericht Sophias stellt das in Frage, da sie von anhaltenden Wahnvorstellungen spricht und nicht von einer Besserung bis zum Tod. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass der Prediger mit seinen Ausführungen zum einen den Hinterbliebenen die eigentlich sündhafte Tat in einen erlösenden Zusammenhang stellen möchte und so ihrer Trauer nachkommt und sie mildert. Zum anderen begegnet er der heiklen öffentlichen Situation, indem er Wahnvorstellungen und Selbsttötung bewusst verschweigt, damit keine negativen Reaktionen bezüglich der mecklenburgischen Dynastie hervorgerufen werden. Insgesamt stellt er ein Sterben dar, das bemerkenswerterweise einem idealtypischen Tod gleicht. [28] Dadurch entschärft der Autor die gesamte Situation, denn das "selige Sterben" war ein zentraler Aspekt des frühneuzeitlichen Verständnisses eines "gottgefälligen" Todes. Am Ende seines Sterbeberichts merkt Schirmeister an, wie Sophia auch, dass Johann wieder zu sich kam und ihm noch einmal die Absolution erteilt wurde. Schirmeister fragte, ob er in Gott sterben wolle und nachdem der Herzog bejaht hatte, verstarb er schließlich im "rechten Glauben".[29]

In den beiden anderen Leichenpredigten finden sich ebenfalls keine wahrheitsgemäßen Schilderungen des herzoglichen Todes. In der Predigt von Andreas Celichius (gest. 1599), gehalten vor der Beisetzung im Schweriner Dom, wird das herzogliche Leben insgesamt als besonders christlich und fromm dargestellt. Die genauen Todesumstände verschweigt aber auch er und führt lediglich an, dass Johann aus zufelliger Melancholischer Schwermut in grosser leibes Schwacheit gerahten war, kurz darauf zu Christus zurückfand und rechtgläubig starb. Verweise auf wahnwitz oder ähnliches fehlen jedoch. Vielmehr ermahnt Celichius die Hörer im Dom, dass Johann eventuell für die sündhaften Untertanen mit seinem Tod büßen musste.

Insgesamt kann die Leichenpredigt von Schirmeister als eindrucksvolles Zeugnis angesehen werden, wie ein fürstlicher Tod, der einer gewissen Brisanz aufgrund der Umstände nicht entbehrte, trotzdem als gutes christliches Ableben dargestellt werden konnte und so der Dynastie nicht zum Nachteil gereichte. Dennoch bot die Leichenpredigt dem Verfasser die Möglichkeit, informierten Rezipienten einen tieferen Einblick "zwischen den Zeilen" zu gewähren und die eigentlich sündhafte Handlung mit zeitgenössischen theologischen Ansichten zu relativieren. Die vorgestellte Leichenpredigt verdeutlicht, wie es gelang, trotz der durch den Suizid politisch und theologisch schwierigen und heiklen Situation, den Angehörigen dennoch Trost zu spenden und den herzoglichen Tod vor der Öffentlichkeit zu verklären. Hier stellt sich schließlich die Frage, ob die Leichenpredigten explizit für das Gedenken an Johann verfasst wurden oder den repräsentativen Interessen der Dynastie dienten - wobei letzteres aufgrund des dargestellten Sterbeprozesses wahrscheinlicher ist.[30]

 

JAN-HENDRIK HÜTTEN B.A. ist Student der Neueren Geschichte Europas und der Politikwissenschaft sowie Studentische Hilfskraft im Arbeitsbereich Historische Geographie und Demographie des Instituts für Medienforschung an der Universität Rostock. Der Autor ist erreichbar unter: jan-hendrik.huetten[at]uni-rostock.de.

 

Bestand: Stolberger Leichenpredigten-Sammlung (als Depositum in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel)
Signatur: Slg. Stolberg 16234
Enthalten in: Katalog der fürstlich Stolberg-Stolberg'schen Leichenpredigten-Sammlung, Bd. III, Leipzig 1930

 

Anmerkungen:

[1] Steffen Stuth, Höfe und Residenzen. Untersuchungen zu den Höfen der Herzöge von Mecklenburg im 16. und 17. Jahrhundert (Quellen und Studien aus den Landesarchiven Mecklenburg-Vorpommerns 4), Bremen 2001, S. 154f.

[2] Ebd.; vgl. auch Ira Koch, Sophia von Schleswig-Holstein, Herzogin von Mecklenburg (1569-1634), in: Martina Schattkowsky (Hg.), Witwenschaft in der Frühen Neuzeit. Fürstliche und adlige Witwen zwischen Fremd- und Selbstbestimmung (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde 6), Leipzig 2003, S. 203-226, hier S. 208f.

[3] Sophia Herzogin von Mecklenburg, Autobiographie und Testament. 1632, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde 15 (1850), S. 84-98, hier S. 86.

[4] Stuth, Höfe und Residenzen (wie Anm. 1), S. 154.

[5] Koch, Sophia von Schleswig-Holstein (wie Anm. 2), S. 211.

[6] Mecklenburg, Autobiographie und Testament (wie Anm. 3), S. 86.

[7] Ebd.

[8] Stuth, Höfe und Residenzen (wie Anm. 1), S. 155.

[9] Mecklenburg, Autobiographie und Testament (wie Anm. 3), S. 86.

[10] Ebd., S. 87; vgl. ferner Stuth, Höfe und Residenzen (wie Anm. 1), S. 155; vgl. auch Ilka Minneker, Vom Kloster zur Residenz. Dynastische Memoria und Repräsentation im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Mecklenburg (Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme 18), Münster 2007, S. 249f.

[11] Vgl. hierzu allgemein Werner Friedrich Kümmel, Der sanfte und selige Tod. Verklärung und Wirklichkeit des Sterbens im Spiegel lutherischer Leichenpredigten des 16. bis 18. Jahrhunderts, in: Rudolf Lenz (Hg.), Leichenpredigten als Quelle historischer Wissenschaften, Bd. 3, Marburg 1984, S. 199-226, insbesondere S. 201f.

[12] Vgl. hierzu Alexander Kästner, Tödliche Geschichte(n). Selbsttötungen in Kursachsen im Spannungsfeld von Normen und Praktiken (1547-1815) (Konflikte und Kultur 24), Konstanz 2012, S. 99-102; vgl. ferner Gerhard Krause, Luthers Stellung zum Selbstmord. Ein Kapitel seiner Lehre und Praxis der Seelsorge, in: Luther. Zeitschrift der Luther Gesellschaft 36 (1965), S. 50-71; und Vera Lind, Selbstmord in der frühen Neuzeit. Diskurs, Lebenswelt und kultureller Wandel am Beispiel der Herzogtümer Schleswig und Holstein (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 146), Göttingen 1999, S. 26-31.

[13] Martin Papenheim, Der Tod des Herrschers in der politischen Kultur Alteuropas: einige Überlegungen, in: Christoph Kampmann/Martin Papenheim (Hg.), Der Tod des Herrschers. Aspekte der zeremoniellen und literarischen Verarbeitung des Todes politischer Führungsfiguren, Marburg 2009, S. 7-15, Onlinefassung, URL: archiv.ub.uni-marburg.de/es/2009/0009/pdf/kpht.pdf Zugriff: 11.01.2013).

[14] Für Mecklenburg hat dies Ilka Minneker nachgewiesen. Vgl. hierzu Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), insbesondere Kapitel 4, S. 352-528, 531f.

[15] Ebd., S. 250.

[16] Mecklenburg, Autobiographie und Testament (wie Anm. 3), S. 88.

[17] Zitiert nach Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), S. 250.

[18] Die zeittypischen Argumentationsmuster waren wahrscheinlich auch den mecklenburgischen Herzögen bekannt, da Andreas Celichius, der seinerzeit als Superintendent in Güstrow wirkte und regen Kontakt zu Herzog Ulrich hatte, 1578 eine Abhandlung erstellte, die den Diskussionsstand zum Thema "Selbsttötung" im 16. Jahrhunderts zusammenfasste und u.a. auch auf den Wahnsinn einging. Vgl. hierzu Andreas Celichius, Nützlicher vnd notwendiger bericht/ Von den Leuten/ so sich selbst aus angst-verzweiffelung/ oder andern vrsachen/ entleiben vnd hinrichten [...], Magdeburg 1578 (VD16 C 1800), Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek, München (im Folgenden BSB München), URL (Werk): http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10187128.html (Zugriff: 11.01.2013).

[19] Juliane Rieche, Literatur im Melancholiediskurs des 16. Jahrhunderts. Volkssprachige Medizin, Astrologie, Theologie und Michael Lindeners "Katzipori" (1558) (Literaturen und Künste der Vormoderne 1), Stuttgart 2007, S. 124.

[20] Ebd.

[21] Vgl. hierzu Katrin Moeller, Dass Willkür über Recht ginge. Hexenverfolgung in Mecklenburg im 16. und 17 Jahrhundert (Hexenforschung 10), Bielefeld 2007, S. 98, 373-375.

[22] Ergebnis der Katalogabfrage in Gesamtkatalog deutschsprachiger Leichenpredigten (GESA), URL: http://www.personalschriften.de/datenbanken/gesa.html (Zugriff: 11.01.2013); vgl. ferner Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), S. 541.

[23] Andreas Celichius, Ehrenpredigt Von allerley Herrlichen und Fürstlichen tugenden eines Christliebenden Regenten [...], Rostock 1592 (VD16 C 1789); Daniel Nagel, Eine Predigt Vber dem Hochbetruebeten Todeszfall/ Jedoch seligen Abgang [...] Herrn Johansen/ Hertzogen zu Meckelnburgk [...], Eisleben 1593 (VD16 N 46); Vitus Schirmeister, Ein Christlich Trostpredigt/ Gehalten auff dem Fürstlichen Schlos/ Schwerin [...], Rostock 1592 (VD16 ZV 19613).

[24] Digitalisat der Predigt von Schirmeister aus dem Bestand der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Permalink (Werk): http://diglib.hab.de/drucke/lpr-stolb-16234/start.htm (Zugriff: 11.01.2013).

[25] Vgl. hierzu Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), S. 250; vgl. ferner Bernhard Hederich, Schwerinische Chronica [...], Rostock 1598 (VD16 H 920), Digitalisat der BSB München, URL (Werk): http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00022270-1 (Zugriff: 11.01.2013).

[26] Ebd.

[27] Schirmeister bezieht sich hier explizit auf den Text aus Martin Luther, Haußpostil D. Martin Luthers/ vber die Sontags vnd der fuernembsten Fest Euangelia/ durch das gantze Jar. Mit fleiß von newem corrigirt vnd gemeret [...], Nürnberg 1545 (VD16 ZV 10044), Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), URN (Werk): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-102424 (Zugriff: 11.01.2013).

[28] Vgl. hierzu Kümmel, Der sanfte und selige Tod (wie Anm. 11), S. 202.

[29] Zwar wird der Fakt, dass Johann wieder zur Besinnung kam, sowohl in der Autobiographie als auch von Schirmeister erwähnt, es kann aber nicht verifiziert werden, ob es sich tatsächlich so zugetragen hat oder beide Autoren den herzoglichen Tod am Ende noch einmal verklären.

[30] Vgl. hierzu Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), S. 514-528.

 

Zitierweise: Jan-Hendrik Hütten, Johann VII. Herzog zu Mecklenburg (1558-1592). Ein Schefflein, das verirret war, vnd Gott lob wider funden ist – Selbsttötung und christliches Sterben eines Landesherrn, in: Leben in Leichenpredigten 05/2013, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/herzog-johann-vii-zu-mecklenburg-1558-1592.html>

Artikel nach...

...Monaten