Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Hartmann Beyer (1516-1577)

01.06.2011

Kategorie: Leben in Leichenpredigten

Von: André Junghänel

[...] ein grosser eiverer umb die Religion und Evangelische Warheit – Die „Historia Mag. Hartmann Beyers“ und die Anfänge der lutherischen Funeralbiographik

Titelblatt der "Historia Mag. Hartmann Beyers" [1/2]

Der Tod Hartmann Beyers, der seiner Vaterstadt Frankfurt am Main uber die ein und dreyssig Jar im Predigtamt gedient hatte,[1] veranlasste seinen Kollegen Peter Gedultig, alias Petrus Patiens[2], die Historien von M. Hartmann Beyers seligen Leben und Abschied zunächst in Latein[3] und anschließend unserer Gemein zu gut [...] auch in teutscher Sprach[4] zu verfassen. Patiens hielt seinem lieben Seniorn auch die (ungedruckt gebliebene) Leichenpredigt, in der er, wie er in seiner Historia berichtet, das Exempel deß herrlichen und bestendigen Glaubens/ welcher an dem verstorbnen je unnd allweg geleuchtet besonders empfohlen habe.

Mit der Zweiteilung von Predigt und Lebensbeschreibung knüpfte Patiens an ein Modell an, das Martin Luther und Philipp Melanchthon anlässlich der Begräbnisfeierlichkeiten für die sächsischen Kurfürsten Friedrich den Weisen (1525) und Johann den Beständigen (1532) grundlegten.[5] Die Anregung zur Lebensbeschreibung Beyers lieferte wohl die 1554 von dessen jüngerem Frankfurter Predigerkollegen Matthias Ritter, der nach Beyers Tod zum väterlichen Freund seines Sohnes Johann Hartmann wurde,[6] publizierte "Beschreibung des lebens und handlungen/ des Ehrwirdigen Hernn D. Martini Lutheri [...]".[7] Darin veröffentlichte er in deutscher Übersetzung unter anderem die „Historia Lutheri“ – Melanchthons biographische Vorrede zum zweiten Band der lateinischen Reihe der Wittenberger Ausgabe der Werke des Reformators – sowie dessen Leichenrede auf Luther – in der von Caspar Cruciger übersetzten Langform Joachim Camerarius’ –,[8] in der Hoffnung, damit das Ansehen Luthers im Westen Deutschlands und insbesondere in der lange konfessionell indifferenten Reichsstadt am Main zu heben.[9]

Auch die neue Sozialgruppe der evangelischen Geistlichkeit musste erst ihren Platz in der frühneuzeitlichen Gesellschaft finden. Medium dieser Verortung waren unter anderem die Leichenpredigten.[10] Mit ihrer Inspiration durch das Funeralschrifttum der Reformatoren knüpft die "Historia Mag. Hartmann Beyers" auch an die rhetorischen Vorbilder der Renaissance und Antike an.[11] Sie enthält in ausführlicher Weise die Elemente, die vor allem seit dem 17. Jahrhundert typisch wurden für die Funeralbiographie in Leichenpredigten auf evangelische Geistliche, die damit ihre stabilisierende Rolle für das Gesamtgefüge der 'politica christiana'[12] betonen wollten.

Beyer scheint sich mit seiner Standhaftigkeit in zween sondern schweren fällen – Auseinandersetzungen mit dem Frankfurter Rat, in denen er sich mit Vehemenz gegen die Einführung des Augsburger Interims[13] und die Religionsausübung der calvinistischen Glaubensflüchtlinge in der Reichsstadt[14] stemmte – Anerkennung und Wohlwollen in der Bevölkerung erworben zu haben. So dünkte Patiens der Leichenzug Beyers, als wäre es nicht nur ein hauffen Leute/ sondern eine Welt/ die sich zu der Leich versamlet hette/ unnd dem verstorbenen zun ehren erschiene.

Da die ursprünglich angedachte Widmungsempfängerin Maria Eller vorher starb, schrieb Patiens das Büchlein ihrem Ehemann Anthonius Eller, dem Älteren Bürgermeister des Verwaltungsjahres 1577/78, zu und rückte in der Vorrede die Histori/ der so frommen und heiligen Matron ein, die Hartmann Beyer sehr werth hatte und der Gottseligkeyt halben ein außbund alhie gewest. Patiens schildert darin die Haushaltung und das Frömmigkeitsleben der Ellers und gibt damit wertvolle Einblicke in den Alltag einer privilegierten frühneuzeitlichen Familie.

Beyer selbst war dreimal verheiratet. Nur seine letzte Frau und fünf seiner 17 Kinder überlebten ihn. Bemerkenswert im Hinblick auf den Umgang mit der Alltäglichkeit des Sterbens in dieser Zeit ist die Geschichte/ von dem tödlichen Abgang der ersten Ehefrau Hartmann Beyers, die Patiens in seine Historia aufnahm, darauß zusehen, wie sich Christliche Eheleut lieben/ und eins das ander in Creutz/ trübsal und todtsnöten trösten unnd stercken solle/ Welches sein letztes Gespräch mit jr/ er selber also/ wie es hie eingeführet wirt/ in einem Büchlein/ von wort zu wort auffgezeichnet un[d] beschriben.[15]

Mit Hilfe eines vom Rat verwalteten Stipendiums hatte Beyer in Wittenberg in D. Luthers seligen Schule studiert, bey den allerfürnemmesten Theologen Teutscher Nation.[16] Als er 1545, nach dem Tod seiner Eltern, zur Klärung von Erb- und Nachlassangelegenheiten in seine Vaterstadt reiste, wurden die Stadtväter auf ihn aufmerksam, die, da es [z]u derselbigen zeit [...] umb die Kirche zu Franckfort/ deß predigens halbe[n]/ sehr ubel und erbärmlich gestanden auf der Suche waren nach einem frommen/ gelehrten/ tapfern Mann und guten Theologum [...]/ der solche schwere und verwirrete Händel schlichten/ unnd geschicklichen auffheben/ und also die hochbetrübte Kirch widerumb zu recht bringen kündte. Beyer schien ihnen dazu der Richtige zu sein.

Die "Historia Mag. Hartmann Beyers", in der Patiens schriftliche Aufzeichnungen Beyers, Gespräche mit ihm sowie an ihn gerichtete Briefe verarbeitete,[17] ist eine wichtige zeit- und lebensgeschichtliche Quelle. M. Hartmannum, in dem die betrübte Kirche zu Frankfurt einen so gute[n] Artzt und treuwen Seelsorger gefunden habe, war eine maßgebliche Figur auf dem Weg der bisher konfessionell eher von der vermittelnden Theologie Martin Bucers geprägten Reichsstadt zu ihrer Verankerung im lutherischen Lager. Das Bild existenziell gelebter Glaubensüberzeugung, die auch vor persönlichen Einbußen nicht zurückschreckte, kennzeichnet die Funeralbiographien der Leichenpredigten auf Geistliche in den kommenden Jahrhunderten. In ihnen versuchte eine neue Gruppe im Sozialgefüge der frühneuzeitlichen Gesellschaft ihre eigene Existenz zu legitimieren, ihr Handeln zu rechtfertigen und in ihrem Sinne steuernd auf die Umwelt einzuwirken.

 

ANDRÉ JUNGHÄNEL M.A. ist Stipendiat des Internationalen Graduiertenkollegs "Politische Kommunikation von der Antike bis ins 20. Jahrhundert" an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Im Rahmen seiner Dissertation beschäftigt sich der Autor mit dem Thema: "Kirchenverwaltung und Landesherrschaft. Kirchliches Verwaltungshandeln in der Landgrafschaft Hessen-Kassel im 17. Jahrhundert".

 

Bestand: Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main
Signatur: N. libr. Ff 10294

 

Anmerkungen:

[1] Über Hartmann Beyer, unter umfassender Auswertung der Quellen, hauptsächlich Georg Eduard Steitz, Der lutherische Prädicant Hartmann Beyer. Ein Zeitbild aus Frankfurts Kirchengeschichte im Jahrhundert der Reformation, Frankfurt (Main) 1852, Digitalisat über Google Books, URL: http://books.google.de/books?id=zeg5AAAAcAAJ&ots=T2nKQ4r6ve&dq=Der%20lutherische%20Pr%C3%A4dicant%20Hartmann%20Beyer&pg=PA1#v=onepage&q&f=false [Zugriff: 03.05.2011]), auch in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst 4 (1847), S. 100-146 ("Erste Abtheilung"), 5 (1853), S. 49-110 ("Zweite Abtheilung"); siehe auch André Junghänel, Prediger der Reichsstadt Frankfurt am Main. Die Formierung einer frühmodernen Sozialgruppe im Spiegel der Leichenpredigtliteratur des 16.-18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung Hartmann Beyers (1516-1577), Magisterarbeit Universität Frankfurt (Main) 2010, URL: http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/7982 (Zugriff: 08.11.2011).

[2] Über ihn Theodor Kaul, Peter Patiens, der hierzulande "unübliche Papst", in: Blätter für pfälzische Kirchengeschichte und religiöse Volkskunde 37/38 (1970/71), S. 373-443.

[3] Petrus Patiens, Resolutio aliquot locorum sacrae scripturae [...] Authore Petro Patiente, Ecclesiaste Francofurtensi. [...] Accessit narratio de vita et obitu M. Hartmanni Beyeri, Ecclesiastis Francofurtensis primarij, eodem authore scripta, Frankfurt (Main): Nikolaus und Franz Basse 1577 (VD16 G 674; Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt (Main), Lesesaal Frankfurt: N. libr. Ff 10294). Noch im selben Jahr, 1577, erschien eine zweite Auflage, die die Lebensbeschreibung Hartmann Beyers anfügte mit: [...] IN FINE ADIECTA EST BREVIS narratio de vita & obitu M. Hartmanni Beyeri, Ecclesiastis Francofurtensis. (zitiert nach VD16 ZV 6435).

[4] Petrus Patiens, Historia Mag. Hartmann Beyers/ seligen/ weylandt Euangelischen Predicanten zu Franckfort am Mayn/ wie es vmb sein gantzes Leben vnd Wesen gethan/ vnd wie er von diesem Jammerthal seliglich abgeschieden. Vor diser zeit in Latein beschriben/ durch Petrum Patientem/ Euangelischen Predicanten daselbst/ vnd nun durch denselben auch verteutscht/ vnd gemehret. In der Vorrede wirt auch das Christlich Leben vnnd Ende Frauw Marien/ Herrn Antony Elers/ alten Burgermeisters Haußfrauwen/ seligen/ kürtzlich vnd gantz tröstlich beschrieben, Frankfurt (Main): Paul Reffeler 1578 (VD16 G 672; Institut für Stadtgeschichte Frankfurt (Main), Bibliothek: Lb 51; Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt (Main), Lesesaal Frankfurt: N. libr. Ff 10294). Die Historia ist weder paginiert noch foliiert, nur über eine Lagenzählung am Fuß der Rectoseiten erschlossen. Das Zitat aus der Überschrift findet sich auf fol. E2r.

[5] Siehe dazu v.a. Cornelia Niekus Moore, Das erzählte Leben in der lutherischen Leichenpredigt, Anfang und Entwicklung im 16. Jahrhundert, in: Wolfenbütteler Barock-Nachrichten 29 (2002), S. 3-32.

[6] Miriam Zitter, Ansichten eines Studenten. Der Briefwechsel des Johann Hartmann Beyer (1563-1625), in: Cora Dietl/Dörte Helschinger (Hg.), Ars und Scientia im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Ergebnisse interdisziplinärer Forschung. Georg Wieland zum 65. Geburtstag, Tübingen/Basel 2002, S. 283-301, hier S. 287.

[7] Matthias Ritter, Beschreibung des lebens vnd handlungen/ des Ehrwirdigen Hernn. D. Martini Lutheri ["der vnuerfelschten Theologi Lehrer" – Ergänzung am Beginn der Übersetzung] trewlich vñ warhafftiglich beschrieben. Durch den wirdigen Herrn Philippvm Melanchtonem. Itzt newlich auß dem Latin ins Teutsch gebracht/ sampt andern weitleufftigern Historien vñ geschichten/ beyd seins lebens vñ sterbens hinzu gesetzt. Durch Mathiam Ritterum, Frankfurt (Main): David Zöpfel 1554 (VD16 M 3426); 1555 unter dem Titel "Vita Lutheri. Vonn dem Leben vnd Sterben/ deß Ehrwirdigen herrn D. Martini Lutheri [...]" (VD16 M 3427). Zu Matthias Ritter (um 1525-1588), der nach seinem Studium (u.a. in Wittenberg) seit 1552 als entschieden lutherischer Prediger in Frankfurt an der Seite Beyers wirkte und nach dessen Tod die Führungsrolle im Predigerministerium übernahm: Hermann Dechent, Ritter, lutherische Pfarrersfamilie zu Frankfurt a. M., in: Allgemeine Deutsche Biographie 28 (1889), S. 666-670 (hier S. 666-668) [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd138052468.html (Zugriff: 03.05.2011) – das dort (S. 668) angegebene Sterbejahr (1584) ist nach der Leichenpredigt auf (14. März) 1588 zu korrigieren (siehe Leichenpredigtkatalog der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, URL: http://dbs.hab.de/leichenpredigten/, Suche unter Verstorbener "Ritter, Matthias" [Zugriff: 03.05.2011]).

[8] Melanchthons „Historia Lutheri“ findet sich in Carl Gottlieb Bretschneider/Heinrich Ernst Bindseil (Hg.), Corpus Reformatorum [CR]. Philippi Melanchthonis opera quae supersunt omnia, Bd. 6, Halle (Saale) 1839 (ND New York/London 1963), Sp. 155-170 (Nr. 3478); deutsche Übersetzung: Gerhard Weng, Das Leben Martin Luthers. Historia Lutheri, 1546, in: Michael Beyer/Stefan Rhein/Günther Wartenberg (Hg.), Melanchthon deutsch, Bd. 2: Theologie und Kirchenpolitik, Leipzig 1997, S. 169-188. Zur Druck- und Übersetzungsgeschichte der Leichenrede Melanchthons auf Luther (mit Edition): Siegfried Bräuer, Die Überlieferung von Melanchthons Leichenrede auf Luther, in: Michael Beyer/Günther Wartenberg (Hg.), Humanismus und Wittenberger Reformation. Festgabe anläßlich des 500. Geburtstages des Praeceptor Germaniae Philipp Melanchthon am 16. Februar 1997. Helmar Junghans gewidmet, Leipzig 1996, S. 185-252, die Übersetzung Caspar Crucigers dort auf S. 234-243 (die Camerarius-Fassung der lateinischen Leichenrede auch in CR 11 [1843], Sp. 726-734 [Nr. 89]; deutsche Übersetzung: Siegfried Bräuer, Rede bei der Bestattung des ehrwürdigen Mannes D. Martin Luther. Oratio in funere reverendi viri D. Martini Lutheri, 1546, in: Melanchthon deutsch, Bd. 2 [wie oben], S. 156-168). Die Anregung zur gemeinsamen Publikation der deutschen Übersetzung von „Historia Lutheri“ und Leichenrede Melanchthons erhielt Ritter wohl durch die Zusammenstellung der lateinischen Werke (Leichenrede in der ursprünglichen [Kurz-] Fassung Melanchthons), die Johannes Pollicarius Cygnäus, mit begleitenden Gedichten, schon 1548 in Erfurt (Druck: Gervasius Stürmer) erscheinen ließ: "Historia de vita et actis reverendiss. viri D. Mart. Lutheri, uerae Theologiae Doctoris, bona fide conscripta, à Philippo Melanthone. [...]" (VD16 M 3416). Vgl. auch VD16 M 3421 (erweiterter ND, Leichenrede in der Camerarius-Fassung, Frankfurt (Main): David Zöpfel 1555), Digitalisat der Aufl. von 1557 (VD16 M 3422) der Bayerischen Staatsbibliothek, München, URL: http://daten.digitale-sammlungen.de/0003/bsb00034011/images/ (Zugriff: 03.05.2011). Der von Patiens für seine Lebensbeschreibung Beyers gewählte Titel "Historia" steht wohl in dieser Tradition. Siehe auch Eike Wolgast, Biographie als Autoritätsstiftung. Die ersten evangelischen Lutherbiographien, in: Walter Berschin (Hg.), Biographie zwischen Renaissance und Barock. Zwölf Studien, Heidelberg 1993, S. 41-71.

[9] Zu den Absichten der lutherischen Prädikanten Frankfurts Karl Bauer, Der Bekenntnisstand der Reichsstadt Frankfurt a. M. im Zeitalter der Reformation, Teil V, in: Archiv für Reformationsgeschichte (ARG) 22 (1925), S. 39-101, hier S. 64; die anderen Teile: Teil I, in: ARG 19 (1922), S. 194-251; Teil II, in: ARG 20 (1923), S. 127-174; Teil III, in: ARG 21 (1924), S. 1-36; Teil IV, in: ARG 21 (1924), S. 206-239.

[10] Moore, Das erzählte Leben (wie Anm. 5), S. 19; Robert Kolb, Burying the Brethren. Lutheran Funeral Sermons as Life-Writing, in: Thomas F. Mayer/D. R. Woolf (Hg.), The Rhetorics of Life-Writing in Early Modern Europe. Forms of Biography from Cassandra Fedele to Louis XIV, Ann Arbor 1995, S. 97-113. Zu den gesellschaftstheoretischen Hintergründen Luise Schorn-Schütte, Die Drei-Stände-Lehre im reformatorischen Umbruch, in: Bernd Moeller (Hg.), Die frühe Reformation in Deutschland als Umbruch. Wissenschaftliches Symposion des Vereins für Reformationsgeschichte 1996 (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 199), Gütersloh 1998, S. 435-461.

[11] Heinz Scheible, Melanchthons biographische Reden. Literarische Form und akademischer Unterricht, in: Berschin (Hg.), Biographie (wie Anm. 8), S. 73-96, insbesondere S. 81; Moore, Das erzählte Leben (wie Anm. 5), S. 6f. Mit seiner Forderung nach chronologischer Ordnung bei Reden auf Personen orientierte sich Melanchthon an den Viten Plutarchs: Walter Berschin, Sueton und Plutarch im 14. Jahrhundert, in: August Buck (Hg.), Biographie und Autobiographie in der Renaissance (Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung 4), Wiesbaden 1983, S. 35-43.

[12] Siehe dazu Matthias Weiß, " ... weltliche hendel werden geistlich." Zur politica christiana des 16. Jahrhunderts, in: Lutz Raphael/Heinz-Elmar Tenorth (Hg.), Ideen als gesellschaftliche Gestaltungskraft im Europa der Neuzeit. Beiträge für eine erneuerte Geistesgeschichte (Ordnungssysteme. Studien zur Ideengeschichte der Neuzeit 20), München 2006, S. 109-124.

[13] Mit dem auf dem "geharnischten Reichstag" zu Augsburg am 15. Mai 1548 für die Protestanten aus seiner Machtvollkommenheit verkündeten "Interim", das mit dem Reichsabschied vom 30. Juni 1548 Rechtskraft erlangte, hoffte Kaiser Karl V. die religiösen Streitigkeiten im Reich bis zu einer endgültigen Entscheidung des Konzils beizulegen. Siehe: Joachim Mehlhausen, Artikel "Interim", in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 16, in Gemeinschaft mit Horst Balz hg. von Gerhard Krause und Gerhard Müller, Berlin/New York 1987, S. 230-237, hier S. 230f.; der Text: Das Augsburger Interim. Nach den Reichstagsakten deutsch und lateinisch herausgegeben von Joachim Mehlhausen (Texte zur Geschichte der evangelischen Theologie 3), 2., erweiterte Aufl., Neukirchen-Vluyn 1996. Zu den obrigkeitskritisch-gesellschaftstheoretischen Debatten im Hintergrund Luise Schorn-Schütte, Kommunikation über Herrschaft: Obrigkeitskritik im 16. Jahrhundert, in: Raphael/Tenorth (Hg.), Ideen (wie Anm. 12), S. 71-108, insbes. S. 85, 96f.

[14] Streitpunkt zwischen den Reformierten, die in den Jahren 1554/55 nach Frankfurt am Main zuwanderten, und den lutherischen Prädikanten waren vor allem die unterschiedlichen Auffassungen in der Abendmahlslehre. Siehe Steitz, Hartmann Beyer (wie Anm. 1), S. 99-141 (Kapitel VII: Die Streitigkeiten mit den fremden Reformirten 1554-1561), Digitalisat über Google Books, URL: http://books.google.de/books?id=zeg5AAAAcAAJ&ots=T2nKQ4r6ve&dq=Der%20lutherische%20Pr%C3%A4dicant%20Hartmann%20Beyer&pg=PA99#v=onepage&q&f=false (Zugriff: 03.05.2011). Ausführlich: Bauer, Bekenntnisstand (wie Anm. 9), Teil II, S. 163-174 (Abschnitt 6), Teile III-V; siehe auch Irene Dingel, Entstehung der Evangelischen Französisch-reformierten Gemeinde Frankfurt: theologische und ekklesiologische Aspekte, in: Georg Altrock u.a. (Hg.), Migration und Modernisierung. 450-jähriges Bestehen der Evangelischen Französisch-reformierten Gemeinde Frankfurt am Main, Frankfurt (Main) 2006, S. 53-72.

[15] Die Rolle der Pfarrfrau fasst prägnant zusammen: Cornelia Niekus Moore, Patterned Lives. The Lutheran Funeral Biography in Early Modern Germany (Wolfenbütteler Forschungen 111), Wiesbaden 2006, S. 72: "A pastor’s wife was very much part of her husband’s profession. By her example, she was to show the Christian way of living, that her husband propagated from the pulpit." Ausführlich dazu: Luise Schorn-Schütte, "Gefährtin" und "Mitregentin". Zur Sozialgeschichte der evangelischen Pfarrfrau in der Frühen Neuzeit, in: Heide Wunder/Christina Vanja (Hg.), Wandel der Geschlechterbeziehungen zu Beginn der Neuzeit, Frankfurt (Main) 1991, S. 109-153.

[16] Steitz, Hartmann Beyer (wie Anm. 1), S. 11f. mit Anm. 3, Digitalisat über Google Books, URL: http://books.google.de/books?id=zeg5AAAAcAAJ&ots=T2nMSdq1Am&dq=Der%20lutherische%20Pr%C3%A4dicant%20Hartmann%20Beyer&pg=PA11#v=onepage&q&f=false (Zugriff: 03.05.2011). Zum Stellenwert der Theologenausbildung nach der Reformation Marcel Nieden, Die Erfindung des Theologen. Wittenberger Anweisungen zum Theologiestudium im Zeitalter von Reformation und Konfessionalisierung (Spätmittelalter und Reformation. Neue Reihe 28), Tübingen 2006.

[17] Einen guten Überblick über die an Beyer gerichteten Briefe in seinem in der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main aufbewahrten Nachlass liefert der „Verbundkatalog Nachlässe und Autographen“, URL: http://www.kalliope-portal.de, unter der Personensuche „Beyer, Hartmann“ (Zugriff: 03.05.2011).

 

Zitierweise: André Junghänel, [...] ein grosser eiverer umb die Religion und Evangelische Warheit – Die „Historia Mag. Hartmann Beyers“ und die Anfänge der lutherischen Funeralbiographik, in: Leben in Leichenpredigten 06/2011, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/hartmann-beyer-1516-1577.html>

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