Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Carl Landgraf von Hessen-Kassel (1654-1730)

01.03.2018

Kategorie: Leben in Leichenpredigten

Von: Eva Bender

Der tapfere Hessen-Held oder ein kluger Regent und treuer Vater des Vatterlandes? – Zum Bild Landgraf Carls im Spiegel seiner Leichenpredigt

Büste Landgraf Carls von Hessen-Kassel [1/4]

Mit dem Tod Landgraf Carls am 23. März 1730 verlor Hessen-Kassel den Regenten, der das Territorium in der Frühen Neuzeit am längsten regiert und sicher am nachhaltigsten geprägt hat.[1] Aus heutiger Perspektive werden vor allem vier Bereiche seines Wirkens hervorgehoben: die Aufnahme von Hugenotten und damit verbunden eine aktiv betriebene merkantilistische Wirtschaftspolitik sowie der Aufbau eines stehenden Heeres und letztlich seine Leistungen im kulturellen Sektor mit den großzügigen Bauaufgaben wie dem Bergpark Wilhelmshöhe, dem Marmorbad und der Orangerie in Kassel. Vor allem diese führen dazu, dass Landgraf Carl im Jahr 2018 von der Museumslandschaft Hessen Kassel mit einer Landesausstellung gewürdigt wird.[2] Diese soll Anlass sein, der Frage nachzugehen, welches Bild die Zeitgenossen kurz nach seinem Tod von Landgraf Carl zeichneten.

Anlässlich der offiziellen Trauerfeier am 24. Mai 1730 fertigte der Konsistorialrat und Hofprediger Johann Christoph Ungewitter (1681-1756)[3] die Leichenpredigt an, die neben dem Leichtext zu einer der sieben herrschaftlich verordneten Bibelstellen, hier 2. Chronik 14, 15+16,[4] auch über einen 44 Seiten umfassenden Personalia-Teil verfügt. Drei Jahre später erschien die Leichenpredigt im Druck. Der seit 1727 als Hofprediger in Kassel tätige Ungewitter erweist sich als erfahrener Autor von Leichen- und Glückwunschpredigten und präsentiert nicht nur die relevanten Inhalte des Lebenslaufes, sondern auch die für fürstliche Personen geläufigen Topoi. Der Beginn Nachdem von uralten Zeiten/ ein christ-löblicher/ Gebrauch gewesen, bey denen Leichbestat-/ tungen großer Fürsten und/ Herren deren Ruhm-vollen Le-/ bens und Wandels kürzlich zu/ gedenken, und auf die späte/ Nachwelt fortzupflanzen[5] nimmt deutlich Bezug auf den Anfang der Leichenpredigt Polycarp Leysers auf den sächsischen Kurfürsten Christian I., die 1595 im Druck erschienen war.[6] Zudem stellt Ungewitter auch über Carls Bautätigkeit den Vergleich mit Kaiser Augustus her und fügt den einzigen Satz in lateinischer Sprache ein, der sich in ähnlicher Form auch in weiteren fürstlichen Leichenpredigten findet: Eum Hassiam invenisse luteam & ligneam, sed reliquisse lateritiam & marmoream.[7] Aufgrund dieser Belege von Ungewitters umfassender Kenntnis der Textgattung kann davon ausgegangen werden, dass der Inhalt des Lebenslaufes Landgraf Carls bewusst von dem Kasseler Hofprediger verfasst worden ist, und nach einer sicher stattgefundenen redaktionellen Überprüfung von offizieller Stelle die Freigabe zum Druck erhalten hat.[8]

Der Lebenslauf enthält alle wichtigen Inhalte: Nach der dynastischen Abstammung und der Erwähnung der fürstlichen Eltern werden Angaben über Carls Kindheit und Erziehung gemacht. Es folgen dann in chronologischer Folge sein Werdegang als Regent und sein Wirken als Militär, wobei vor allem seine Taten im Neunjährigen Krieg (1688-1697) hervorgehoben werden. Im Anschluss an die Schilderung von Carls Reise nach Italien 1699/1700 geht Ungewitter auf die Bauleistungen des Landesherrn in Hessen ein.[9] Carls Baupolitik umfasste nicht nur die Förderung von Manufakturen und die damit verbundene Ansiedelung der Hugenotten, sondern auch den innenpolitischen Ausbau des Landes. Beides führte zur Mehrung des Hessen-Kasseler Wohlstandes. Weiter geht der Hofprediger auf die Leistungen Carls zur Förderung der reformierten Konfession, für die Schulbildung und die Wissenschaft ein und betont sein Ansehen innerhalb und außerhalb des Reiches sowie beim Kaiser. Neben der Erwähnung von Carls Gattin Marie Amelie von Kurland (1653-1711) und der gemeinsamen Kinder und Enkelkinder schließt der Lebenslauf mit der Charakterisierung und der Beschreibung des Gesundheitszustandes des Landgrafen, der schließlich zu seinem Ableben am 23. März 1730 führte.

Auch wenn der Lebenslauf somit die zu erwartenden Aspekte präsentiert, fällt doch auf, dass allein elf der insgesamt 44 Seiten des Lebenslaufes den militärischen Leistungen Carls während des Neunjährigen Krieges gewidmet sind. Diese stellt Ungewitter detailliert dar, obwohl er selbst schreibt: [...] davon wissen noch viele unter uns das beste Zeugnis zu geben.[10] Hingegen präsentieren lediglich fünf sehr kompakte Seiten die Leistungen des Landgrafen für Hessen-Kassel, die jedoch in den höchsten Tönen gelobt werden. Betrachtet man die häufig von Ungewitter in der gesamten Leichenpredigt verwendeten Schlüsselwörter,[11] so rangieren Patriot oder patriotisch neben der Betonung der Gloire an erster Stelle. Die Steigerung dieser wurde zudem durch die genannten Aktionen von Carls Söhnen erreicht, die sich im Krieg heroisch bewährten. Daneben werden immer wieder die Liebe und Sorge Carls für die teutsche Freyheit und das Wohlseyn des Reiches in unterschiedlichen Formulierungsvarianten hervorgehoben.[12] Ungewitter formuliert keine Regierungs- und Handlungsanleitung für den nachfolgenden Landgrafen von Hessen-Kassel, wie es bisweilen in anderen Fällen bei fürstlichen Leichenpredigten der Fall war.[13] Carls Nachfolger, Friedrich I. (1676-1751) und sein bereits seit 1727 für Landgraf Carl in Kassel immer mehr in der Regierung aktiver Bruder und Statthalter, der spätere Wilhelm VIII. (1682-1760),[14] waren bereits erwachsen. Landgraf Friedrich war seit 1720 König von Schweden, das er allerdings aufgrund des Einflusses der dortigen Stände anders regieren musste als Hessen.

So ist die Intention des Autors eine andere, als dem nachfolgenden Erbprinzen einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg zu geben.[15] Die Landgrafschaft Hessen-Kassel nahm zum Zeitpunkt von Carls Tod eine gefestigte Position innerhalb des Alten Reiches ein. Zu Beginn der 1730er-Jahre suchten aber Friedrich I. und vor allem Wilhelm VIII. die Nähe zum Kaiser, da sie über den absehbaren Hanauer Erbfall ein besseres Verhältnis zum obersten Lehnsherren als notwendig erachteten.[16] Zudem ist die Betonung der guten Beziehungen zum Kaiser in den Kontext der Hessen-Kassel inhärenten Bemühungen um Aufstieg innerhalb des Reiches wie der europäischen Adelshierarchie zu sehen. Greifbar wird somit aber auch die Diskrepanz zwischen Hessen-Kasseler Selbstwahrnehmung und politischer Realität.[17] Schließlich wird über das Verhältnis Carls zum Kaiser und Carls Treue zum Reich eine Kontinuitätslinie zu den nun regierenden Herrschern in Kassel generiert. Auch war es gegenüber den Einwohnern des Territoriums wichtig, Carls Sorge um die Wohlfahrt der getreuen Unterthanen durch den theuersten Landesfürsten erneut vor Augen zu führen. Wie in einer Leichenpredigt nicht anders zu erwarten, wird zudem die Herrscherpersönlichkeit durch die Hervorhebung seines im rechten Glauben gefestigten Charakters und sein Eintreten für die reformierte Konfession unterstrichen. Ungewitter positioniert Carl und somit die Landgrafschaft Hessen-Kassel in einer Traditionslinie der Politik seiner Eltern, Wilhelm VI. und Hedwig Sophie von Brandenburg, die für ihre Söhne zunächst die Regentschaft führte.[18] Dies erreicht er durch die Betonung der patriotischen Gesinnung des Landgrafen bei gleichzeitiger Sorge um die Untertanen und das Reich sowie über die konfessionelle Basis.

Als Landgraf Wilhelm VI. von Hessen-Kassel 1669 verstarb, war seine Gattin Hedwig Sophie als Regentin in einer Position, in der es galt, ihre Stellung und auch die Hessen-Kassels nach dem Dreißigjährigen Krieg, nicht zuletzt gegenüber der Darmstädter Linie des Hauses Hessen, zu festigen. Aus diesem Grund wurde für Wilhelm VI. eine aufwändige, folioformatige Funeralschrift angefertigt, die vor allem die Steigerung von Ruhm und Ehre der Kasseler Dynastie für die Nachwelt medial dokumentieren sollte.[19] Auch wenn für Landgraf Carl keine prunkvolle, folioformatige Leichenpredigt angefertigt wurde, und die politische Situation 1730 eine andere war als 60 Jahre zuvor, ist die vorliegende Funeralschrift mit einer bestimmten Absicht verfasst worden. Tatsächlich sagt Ungewitter selbst: Dann dessen [Carls; E.B.] fast 53 jähriges Regiment/ ist mit allem Fug ein kluger Regenten-Spiegel/ und tapffere Kriegs-Schule zu nennen, indem/ die Zeit über in Teutschland und benachbarten/ Provincien solche weit aussehende Affairen sich/ entsponnen, solche Kriege geführet, so viele/ Bünd- und Gegen-Bündnisse aufgerichtet wor-/ den, daß offters der weiseste Regent würde An-/ stand gefunden haben, sich hieraus mit Honeur/ und Vortheil zu wickeln. Doch hat der grund-/ gütigste Gott unsers gnädigsten Fürsten Con-/ silia dergestalt geseegnet, daß wir den verschiedenen Troublen für vielen andern in bestän-/ diger Ruhe und Frieden bis hiehin gelebt haben.[20]

Es galt somit, die Person Carls und seine Leistungen für Hessen-Kassel und seine Untertanen in einem Fürstenlob zu würdigen. Gleichzeitig wird über die von Ungewitter konstruierte Traditionslinie zu Carls Vorfahren eine Hoffnung für die Zukunft gelegt, zumal die Söhne und Enkel Carls Vorbild bereits folgten. Deutlich wird hier die Konsolidierung der Memoria eines verstorbenen Fürsten in dem aktuellen politischen Kontext seiner Dynastie.[21] So muss das Bild Carls in seiner Leichenpredigt neben den zur Diskussion gestellten Aspekten tapferer Hessen-Held und kluger Regent und treuer Vater des Vatterlandes um die Facetten seines guten Ansehens im Reich sowie seine Verankerung im Glauben ergänzt werden.

Das von Ungewitter vorgelegte Porträt des Landgrafen ist ein typisches Beispiel dafür, wie in der Krise, die durch den Tod des Herrschers entstand, durch die Hervorhebung bestimmter positiv konnotierter Eigenschaften des Verstorbenen sein Idealbild kreiert wurde, das die entstandene Zäsur überbrücken sollte.[22] Nach der Lektüre der Leichenpredigt auf Landgraf Carl kann die als Frage formulierte Überschrift der Kasseler Landesausstellung "Groß gedacht! Groß gemacht?" aus der Sicht der Zeitgenossen zumindest positiv beantwortet werden.

 

Dr. EVA BENDER ist Historikerin in Marburg mit den Forschungsschwerpunkten Bildungs- und Prinzenreisen, adlige Memoria sowie höfische und politische Kommunikation in der Frühen Neuzeit.

 

Bestand: Universitätsbibliothek Marburg
Signatur: VIII A 273
Enthalten in: Katalog der Leichenpredigten und sonstigen Trauerschriften in der Universitätsbibliothek Marburg (Marburger Personalschriften-Forschungen 2), Bd. 1, Marburg 1980

 

Anmerkungen:

[1] Zur Person des Landgrafen und seinem Wirken siehe u.a. Holger Th. Gräf, Art. "Landgraf Karl", in: Eckhart G. Franz (Hg.), Haus Hessen. Biografisches Lexikon (Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission, N.F. 34), Darmstadt 2012, S. 113-115; Hans Philippi, Landgraf Karl. Ein deutscher Fürst der Barockzeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 34), Marburg 1976, S. 563; Christoph Kampmann, Der Carolus Magnus unserer Zeit. Landgraf Carl und die Spielräume reichsfürstlicher Politik, in: Holger Th. Gräf/Christoph Kampmann/Bernd Küster (Hg.), Landgraf Carl (1654-1730). Fürstliches Planen und Handeln zwischen Innovation und Tradition (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 87), Marburg 2017, S. 3-18, hier S. 3.

[2] Vgl. URL: http://www.museum-kassel.de/de/ausstellungen/gross-gedacht-gross-gemacht- (Zugriff: 18.12.2017).

[3] Friedrich Wilhelm Strieder, Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte. Von der Reformation bis 1806, Bd. 16: Steuber-von dem Werder, hg. von Ludwig Wachler, Marburg 1812, S. 248-253, hier S. 248, Digitalisat der Universitätsbibliothek Marburg, URL (Werk): http://archiv.ub.uni-marburg.de/eb/2010/0389/view.html (Zugriff: 06.12.2017); darauf basiert der Artikel Metz, Art. "Ungewitter, Johann Christoph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 39 (1895), S. 303-304 [Online-Version], URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd138806713.html#adbcontent (Zugriff: 06.12.2017).

[4] Hessisches Staatsarchiv Marburg, 4a 57, 36, unfol. Akte, darin: Druck über die offizielle Trauerfeier im gesamten Territorium am 24. Mai 1730 mit sieben Textvorschlägen aus der Bibel für den Leichtext.

[5] Johann Christoph Ungewitter, Die im Leben und Tod, und nach dem selben blühende und aus Gnaden belohnte Gottseeligkeit der Frommen [...], Kassel 1733, hier Personalia, S. 1.

[6] Es ist ein löblicher und uralter Brauch, der nicht von dem weisen Heiden seinen Ursprung genommen hat, sondern in Gottes Wort gegründet ist, dass man großer Herren und vornehmer Potentaten Leben und Absterben zu beschreiben pflegt. Zitiert aus Polycarp Leyser, Kurtzer/ aber warhaffter gründlicher Bericht/ von dem christlichen/ Leben und seligen Abschied des Durch-/ lauchtigsten, hochgebornen Fürsten und Herrn/ Herrn Christiani I. [...], Dresden 1595, Bl. A2 (VD16 ZV 9619), Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) (im Folgenden ULB Sachsen-Anhalt), PURL (Werk): http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd16/content/titleinfo/997524 (Zugriff: 15.12.2017).

[7] Ungewitter, Die im Leben und Tod (wie Anm. 5), Personalia, S. 35. Ähnlich lautende Sätze in Latein mit der Gleichsetzung von verstorbenem Fürst und Kaiser Augustus finden sich etwa in Funeralschriften auf die Herzöge Ernst I. von Sachsen-Gotha und Altenburg (1601-1675) und Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg (1603-1669). Die Personalia auf Ernst I. von Sachsen-Gotha und Altenburg liegen in drei Versionen vor. Vgl. Eva Bender, Die Wolverdiente Ehren-Seule für Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha und Altenburg als Medium höfischer Kommunikation, in: Axel E. Walter (Hg.), Medien höfischer Kommunikation. Formen, Funktionen und Wandlungen am Beispiel des Gothaer Hofes (Daphnis 42, H. 2), Leiden 2013, S. 541-569, hier S. 543f. Hier wurden folgende, in der sogenannten "Ehren-Seule" publizierten Personalia verwendet: Wolverdiente Ehren-Seule/ Dem weyland Durchläuchtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Ernst Hertzogen zu Sachsen [...] Aufgerichtet zum Friedenstein, Gotha [1678], S. 85 (VD17 23:249754Q), Digitalisat der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, PURL (Werk): http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:urmel-ecadd6ec-3e41-4135-87bd-9a449e6a0c3f0 (Zugriff: 16.12.2017); Johann Christfried Sagittarius, Der Schüler Jesu Christi Unfeilbahres Prognosticum [...], Altenburg 1671, S. 62 (VD17 1:068913Q), Digitalisat der ULB Sachsen-Anhalt, PURL (Werk): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-47249 (Zugriff: 16.12.2017).

[8] Eine herrschaftliche Redaktion hat in der Regel stattgefunden. Vgl. Bender, Wolverdiente Ehren-Seule (wie Anm. 7), S. 544-555.

[9] Zur Italienreise Landgraf Carls siehe Irmtraud Baier, "Ohnvergleichliches Italien". Italienreise, Italienbild und Italienrezeption am Beispiel des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde 53), Neustadt an der Aisch 2010.

[10] Ungewitter, Die im Leben und Tod (wie Anm. 5), Personalia, S. 20; ähnliche Formulierung ebd., S. 29.

[11] Zu den Schlüsselwörtern vgl. Volker Seresse, Einführung. Zur Bedeutung von Schlüsselbegriffen der politischen Kommunikation für das Verständnis frühneuzeitlicher Politik, in: Ders. (Hg.), Schlüsselbegriffe der politischen Kommunikation in Mitteleuropa während der frühen Neuzeit (Kieler Werkstücke, Reihe G, Beiträge zur frühen Neuzeit 4), Frankfurt (Main) u.a. 2009, S. 7-13 und 89-91: Register der Schlüsselbegriffe; Ders., Politische Normen in Kleve-Mark während des 17. Jahrhunderts. Argumentationsgeschichtliche und herrschaftstheoretische Zugänge zur politischen Kultur der frühen Neuzeit (Frühneuzeit-Forschungen 12), Epfendorf (Neckar) 2005, S. 84-99.

[12] Ungewitter, Die im Leben und Tod (wie Anm. 5), Personalia, nennt Patriot bzw. patriotisch fünf Mal, Gloire sieben Mal. Zu den ersten Begriffen vgl. Robert von Friedeburg, "Patria" und "Patrioten" vor dem Patriotismus. Pflichten, Rechte, Glauben und Rekonfigurierung europäischer Gemeinwesen im 17. Jahrhundert, in: Ders. (Hg.), "Patria" und "Patrioten" vor dem Patriotismus. Pflichten, Rechte, Glauben und Rekonfigurierung europäischer Gemeinwesen im 17. Jahrhundert (Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung 41), Wiesbaden 2005, S. 7-54. Mit der Betonung der Gloire wird auf zentrale Argumentationsbegriffe zurückgegriffen, die neben König Ludwig XIV. von Frankreich vor allem Kurfürst/König Friedrich III./I. von Brandenburg-Preußen verwendet hat. Vgl. Johannes Kunisch, La guerre - c'est moi! Zum Problem der Staatskonflikte im Zeitalter des Absolutismus, in: Zeitschrift für Historische Forschung 14 (1987), S. 407-438, hier S. 429ff.

[13] Vgl. Christoph Kampmann, Arbiter und Friedensstiftung. Die Auseinandersetzung um den politischen Schiedsrichter im Europa der Frühen Neuzeit (Quellen und Forschungen aus dem Gebiete der Geschichte; N.F. 21), Paderborn u.a. 2001, S. 115f.

[14] Vgl. Philippi, Landgraf Karl (wie Anm. 1), S. 547; Wolf von Both/Hans Vogel, Landgraf Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel. Ein Fürst der Rokokozeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 27,1), München/Berlin 1964, S. 25; Helmut Burmeister (Hg.), Friedrich. König von Schweden, Landgraf von Hessen-Kassel. Studien zu Leben und Wirken eines umstrittenen Fürsten (1676-1751) (Die Geschichte unserer Heimat 40), Hofgeismar 2003.

[15] Zu Memorialschriften als Fürstenspiegel siehe Kerstin Weiand, Eine politische Funktionsbestimmung der literarischen Reaktion auf den Tod Prince Henrys, 1612, in: Christoph Kampmann/Martin Papenheim (Hg.), Der Tod des Herrschers. Aspekte der zeremoniellen und literarischen Verarbeitung des Todes politischer Führungsfiguren, Marburg 2009, S. 13-35, hier S. 18, Onlinefassung, URL: http://archiv.ub.uni-marburg.de/es/2009/0009/pdf/kpht.pdf (Zugriff: 06.12.2017).

[16] Vgl. von Both/Vogel, Landgraf Wilhelm VIII. (wie Anm. 14), S. 68.

[17] Vgl. Tobias Schenk, Landgraf Carl aus der Perspektive des kaiserlichen Reichshofrates. Überlegungen zum hierarchischen Element der Reichsverfassung, in: Gräf/Kampmann/Küster (Hg.), Landgraf Carl (wie Anm. 1), S. 30-41, hier S. 40f.

[18] Vgl. Pauline Puppel, Die Regentin. Vormundschaftliche Herrschaft in Hessen 1500-1700 (Geschichte und Geschlechter 43), Frankfurt (Main)/New York 2004, v.a. S. 236-277; Dies., ... per tot annos Principatus Tui tutelam Tutrix gessit. Hedwig Sophie von Brandenburg als vormundschaftliche Regentin, in: Gräf/Kampmann/Küster (Hg.), Landgraf Carl (wie Anm. 1), S. 21-29.

[19] Vgl. Bender, Wolverdiente Ehren-Seule (wie Anm. 7), S. 555. Dabei steht die "Ehren-Seule" für Wilhelm VI. in einem medialen Diskurs der beiden hessischen Linien Kassel und Darmstadt, der bereits im Lauf des Dreißigjährigen Krieges begonnen hatte. Vgl. hierzu Claudius Sittig, Kulturelle Konkurrenzen. Studien zu Semiotik und Ästhetik adeligen Wetteifers um 1600 (Frühe Neuzeit 151), Berlin/New York 2010, v.a. S. 91-136.

[20] Ungewitter, Die im Leben und Tod (wie Anm. 5), Personalia, S. 11.

[21] Vgl. Bender, Wolverdiente Ehren-Seule (wie Anm. 7), S. 566f.; Dominik Motz, Memoria im Duodezformat. Funeraldrucke des Hauses Waldeck als Medien dynastischer Erinnerung (Marburger Personalschriften-Forschungen 57), Stuttgart 2016, S. 174ff.

[22] Christoph Kampmann, Der Tod des Herrschers als Grenze und Übergang, in: Christine Roll/Frank Pohle/Matthias Myrczek (Hg.), Grenzen und Grenzüberschreitungen. Bilanz und Perspektiven der Frühneuzeitforschung (Frühneuzeit-Impulse 1), Köln/Weimar/Wien 2010, S. 263-270, hier S. 267ff.

 

Zitierweise: Eva Bender, Carl Landgraf von Hessen-Kassel (1654-1730). Der tapfere Hessen-Held oder ein kluger Regent und treuer Vater des Vatterlandes? – Zum Bild Landgraf Carls im Spiegel seiner Leichenpredigt, in: Leben in Leichenpredigten 03/2018, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/carl-landgraf-von-hessen-kassel-1654-1730.html>

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