Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Albertine Antonie Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt (15.-17.09.1668)

01.04.2013

Kategorie: Leben in Leichenpredigten

Von: Judith P. Aikin

Was liebet, Das betrübet. Was hertzet, Das schmertzet – Eine Wöchnerin liest die Leichenpredigt ihres neugeborenen Kindes

Porträt Aemilie Juliane Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt (1637-1706) [1/4]

Nur 36 Stunden lebte das winzige, zu früh geborene Mädchen, dann starb es. Doch hatte es schon ihre eigene Identität und einen Platz auf dem Stammbaum der schwarzburgischen Grafen erworben, wie die gedruckte Leichenpredigt "Freundschafft Christi/ mit Seinen Gläubigen" und die angebundene "Memoria" über das kurze Leben und den seligen Tod des Neugeborenen uns immer noch zeigen.[1] Das Exemplar in der Historischen Bibliothek Rudolstadt gehörte einst der Mutter des verstorbenen Kindes, wie ihre Glossen am Rand und die unterstrichenen Worte und Phrasen beweisen. Der Leichenpredigttext, die Memoria und die Lesespuren der Mutter auf diesem Exemplar sagen viel über das Gefühlsleben der Frühen Neuzeit aus.

Das Titelblatt nennt die beiden Eltern, den regierenden Grafen Albrecht Anton von Schwarzburg-Rudolstadt (1641-1710) und seine Gattin Aemilie Juliane, geb. Gräfin von Barby und Mühlingen (1637-1706), und beschreibt die traurigen Umstände: Als dero Hochgebornes Fräwlein Töchterlein/ Albertina Antonia, Gräffin und Fräwlein zu Schwartzburgk und Hohnstein/ etc. Anno 1668. den XV. Sept. Abends gegen 9. Uhr zwar zur Welt gebohren und in der H. Tauffe wiedergebohren/ aber den XVII. ejusd. Früh gegen 9. Uhr unter hertzlichen Gebet wieder abgefordert/ Freytags hernach auff dem Abend in der zur Ehre Gottes erbaueten Kirchen zu Rudolstadt beygesetzet/ und Sonnabends früh aus dem gnädig beliebten Spruch Marc: X Lasset die Kindlein zu mir kommen, etc. In der Hoch Gräfflichen Schloß Kirche dem Herrn Christo in der angeordneten Predigt nochmahln übergeben ward. Der Autor, General-Superintendent Justus Söffing (1624-1695), erwähnt schon hier das Wichtigste an diesem verkürzten Leben: Abstammung und adlige Titel, den vom Namen des Vaters abgeleiteten Doppelnamen, die seligmachende Taufe, den Tod unter den heftigen Gebeten der Anwesenden und Einwohnern der Grafschaft und die Beisetzung in der Fürstengruft in der Stadtkirche in Rudolstadt. In der Memoria werden diese Mitteilungen in erweiterter Form wiederholt, indem Söffing kurz über die schwierige Geburt, die wachsende Schwachheit des Kindes, die für notwendig gefundene Nottaufe, die letzten Stunden und den sanften Tod des Kindes berichtet. Trotz der Kürze des Lebens ist diese Biographie für die Gattung der fürstlichen Lebensläufe nicht untypisch, denn Söffing erwähnt, zwar ohne einzelne Ahnen anzuführen, die Abstammung aus dem schwarzburgischen Grafenhaus (dessen Stammbaum übrigens großformatig über der Fürstengruft bildhauerisch dargestellt war). Am Ende der Memoria merkt er verschiedene Verwandte und Ahnen aus der Familie der Mutter an und nennt bei der Beschreibung der Taufe die Zeugen, verzichtet dabei aber auf eine Auflistung der offiziellen hochadeligen Taufpaten - vielleicht, weil sie wegen der Frühgeburt (das Mädchen kam ungefähr einen Monat zu früh auf die Welt) und dem schnellen, die Nottaufe erforderlich machenden Ableben des Kindes noch nicht dazu erbeten wurden. Da aber auch diese Namen zur Bestimmung einer christlichen und standesgemäßen Identität beitrugen, verweist der Prediger auf das Kirchenarchiv, wo das Taufregister zu finden ist.

Die Predigt, die Söffing am Tag nach der Beisetzung in der Fürstengruft vortrug, hatte als Hauptthema das vorbildliche Benehmen der beiden Eltern, die ihr liebes Kind, trotz ihrer großen Trauer und ohne sich dagegen zu sträuben, in die Hände des Heilandes übergeben hätten. Schon auf dem Titelblatt erscheint das Reimpaar, das das Thema der bereitwilligen Übergabe erörtert: die genannten Eltern hätten beyderseits aus Gottgelassenem Gemüth gesagt:

Nimm hin zu treuer Gnaden Hand
Jesu/ mein Freund/ diß Liebes Pfand.

Dieses Reimpaar kommt auch mehrmals im Predigttext vor, zum Beispiel, wenn Söffing die biblische Stelle im Neuen Testament beschreibt, in der die gläubigen Mütter ihre kleinen Kinder zu Jesus bringen (Markus 10,13-15).[2] Als die Jünger versuchten, die Mütter davon abzuhalten, sprach Jesus die Worte, die öfters bei Kinderbeerdigungen zitiert wurden: "Lasset die Kinderlein zu mir kommen". Aus einem Befehl Jesu an seine Jünger wird also eine Mahnung an alle trauernden Eltern. Das gottgelassene[3] Auftreten der gräflichen Eltern - die Annahme des Verlustes ihres geliebten Kindes als von Gott gewirktes Schicksal - sollte beispielhaft bei der Gemeinde und bei den Lesern wirken: Genauso sollten alle Eltern handeln, die ein Kind verlieren. Indem Söffing aber die Eltern so schildert, fordert er sie zugleich auf, ihr eigenes Verhalten seinen Vorgaben aus der Leichenpredigt anzupassen. Der trauernde Vater wie auch die traurige Mutter sind in der Predigt nicht nur die Vorbilder, sondern auch die Hauptadressaten seiner Worte.

In der Sozialgeschichtsschreibung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde mehrmals behauptet, dass die Eltern der Frühen Neuzeit weniger trauerten und die Mütter ihren kleinen Kindern weniger Mutterliebe zeigten, weil Neugeborene und kleine Kinder leider allzu oft den Tod erlitten. Solche Behauptungen über das Gefühlsleben der Eltern sind aber in den letzten Jahrzehnten vermehrter Kritik ausgesetzt und haben sich in ihrer generellen Pauschalisierung als falsch erwiesen.[4] Würden die Aussagen früherer Sozialhistoriker zutreffen, dann hätte Söffing kaum seine Ermahnungen an das Verhalten der Eltern in seine Predigt integrieren müssen. Die Leichenpredigt für Albertine Antonie ist ein weiterer Beweis dafür, dass Eltern in der Frühen Neuzeit beim Tod ihrer Kinder ebenso starke, sogar überwältigende Gefühle durchlebten wie heutige Mütter und Väter.

Schon in der Einführung seiner Predigt spricht Söffing das Thema der heftigen Emotionen der Eltern angesichts des Verlustes eines Kindes an. Er zitiert die klagenden Worte eines biblischen Helden des Alten Testaments (Jeftah) über den Verlust seiner Tochter (Richter 11,35) und bietet ein Sprichwort an, das die naturgemäße Traurigkeit der Eltern anerkennt: Was liebet/ Das betrübet: Was hertzet/ Das schmertzet: Kinder kommen von Hertzen/ und gehen auch wieder zu Hertzen.[5]

Um seine frommen, evangelisch-lutherischen Gönner zu überzeugen, dass sie trotz dieser Gefühle gottgelassen handeln sollten, erwähnt Söffing eine Stelle aus den Tischreden von Martin Luther ("Da seine Tochter noch sehr krank lag, sprach er: 'Ich hab sie sehr lieb; aber, lieber Gott, da es dein Wille ist, daß du sie dahin nehmen willst, so will ich sie gerne bey dir wissen.'"[6]). Die Worte, die Luther den Mittrauernden später bei der Beerdigung seiner Tochter gesprochen haben soll ("Es soll Euch lieb seyn!"), kommen sogar wortwörtlich bei Söffing vor - eine Mahnung an die trauernden Eltern, dass sie diesen Todesfall gelassen hinnehmen sollen. Doch bestätigt Söffing dadurch auch, dass die Eltern (genauso wie das von ihm genutzte Vorbild Martin Luther) sehr traurig waren: Dieses nachzusprechen/ ist zwar sehr schwer/ denn Kinder sind theure Schätze und werthe Liebespfande [...] Und wie sie denen Eltern fest ans Hertz gebunden sind, also können sie ohne Schmertzen nicht abgerissen werden.

Wenn die Eltern die Worte nachsprechen: Nimm hin zu treuer Gnaden-Hand/ Jesu/ mein Freund/ diß Liebes Pfand, bedeutet das nach Söffing nicht nur, dass sie bereitwillig und gottgelassen ihr Kind nach dessen Tode übergeben, sondern auch, dass sie schon zu Lebzeiten verschiedene Schritte unternehmen, die zur Seligkeit des Kindes führen. Der Prediger beschreibt die dafür notwendigen Handlungsweisen frommer Eltern: Man bringet aber die Kindlein zu Christo 1. Durch fleissiges Gebet/ wenn sie noch im Mutterleibe verschlossen sind [...] Man bringet die Kinder zu Christo 2. Durch die Tauffe [...] Man bringet die Kinder zu Christo durch Christliche Aufferziehung/ so lange sie am Leben sind [...] Man bringet die Kinder zu Christo durch gute Gedult und Christliche Gelassenheit/ wenn sie kranck und schwach/ oder gar von uns geschieden sind.[7]

Söffing schildert in diesem Zusammenhang die besonderen Schritte, die für Albertine Antonie unternommen wurden: die Gebete und neugedichteten Lieder der Mutter vor und nach der Geburt,[8] die Gebete der Einwohner Schwarzburgs während der Schwangerschaft der Gräfin und die Gebete der Zeugen bei der Taufe,[9] die Gebete der Anwesenden, als sich das Kind dem Tode näherte als auch die Gottgelassenheit der beiden Eltern nach dem Tod ihrer Tochter. Mit diesen Worten der Bestätigung über das erfolgte Überbringen[10] des Kindes zu Jesus hoffte der Prediger, die Eltern zu trösten und ihnen zu versichern, dass sie alles Nötige getan hätten, dem Kind den Weg zur Seligkeit vorzubereiten.

Als Sechswöchnerin durfte die Mutter nicht anwesend sein, als Söffing in der Hofkapelle predigte. Vielleicht besuchte er Aemilie Juliane im Voraus oder kurz nach dem Gottesdienst in ihrem Zimmer, um ihr den Text vorzutragen. Aber die gedruckte Predigt, wahrscheinlich schon innerhalb einiger Tage nach der Beisetzung vorliegend, muss sie mit höchster Betroffenheit gelesen haben, denn sie hinterließ auf ihrem Exemplar Anmerkungen, die darauf hinweisen, dass sie sich stark mit dem Inhalt auseinander gesetzt hat. Als Söffing schilderte, wie in einer gemalten Darstellung der Szene in Markus 10,13-15 die Mütter ihre kleinen Kinder zu Jesus bringen, hatte Aemilie Juliane offensichtlich ihre Feder in der Hand, denn im Satz: [Sie] kommen [...] und bringen ihre Kindlein/ Eine hat ihrs auff den Armen/ die andere auff dem Schoß die dritte an den Brüsten/ wie es zum öfftern schön abgemahlet unterstrich sie das Wort Brüsten. Dies zeigt, dass sie eine liebende Mutter war (ebenso wie die biblische Frau, die ihr Kind herzte und liebte) - und die verstorbene Tochter trotz ihrer großen Traurigkeit dennoch Jesus überbrachte. Im nächsten Abschnitt der Predigt erkannte sie die Vorbildhaftigkeit der biblischen Mutter an, indem sie im Satz also uns allen zum Fürbilde/ daß wir dergleichen thun/ wann wir von Gott mit Kindern beschencket werden/ daß wir sie auch zum Herrn Christo bringen durch weitere unterstrichene Wörter ihr Einverständnis mit dieser Handlungsweise ausdrückt. Am Rand notierte sie: was nun hir diese Eltern gethan haben das wil unß auch gebühren. Sie unterstrich darüber hinaus die Textstelle, in der Söffing Martin Luther und seine sterbende Tochter erwähnt, ebenso die Worte Es soll euch lieb seyn. Und am Ende dieses Abschnitts hob sie in dem Satz, so gibt sich ein gläubiges Vater- und Mutter-Hertz zufrieden das letzte Wort entsprechend hervor. Auch bei der Schilderung der Nottaufe hinterließ die trauernde Mutter eine Glosse am Rand: weil das Kind sehr schwach. Diese und andere schriftliche Hinweise auf die Auseinandersetzung Aemilie Julianes mit der Leichenpredigt auf ihr neugeborenes Kind sind ein Beweis dafür, dass auch in der Frühen Neuzeit die Emotionen einer Mutter beim Tod ihres Kindes heftig und schmerzhaft waren.

Nachdem sie die Leichenpredigt gelesen und kommentiert hatte, dichtete die Mutter ein geistliches Lied, mit dem sie ihre Gefühle und ihre Sicht auf die Ereignisse zum Ausdruck brachte, sich aber zugleich auch der gottgewollten Fügung unterstellte. Die ersten Zeilen lauten:

1. GOTT/ dein Wille ist geschehen/
Mein Kind hat auf dein Geheiß
Zu dir von mir müssen gehen.
GOTT sey Lob/ weil ich doch weiß/
Daß/ mein Gott/ dein Will geschehn/
Der es also gut ersehn.

2. Laß es dir nur nicht mißfallen/
Daß die Thränen fliessen mir:
Denn in diesem/ wie in allen/
Bin ich doch gelassen dir/
Und denck/ daß du Väterlich
Als dein Kind auch straffest mich.

3. Du kennst ja ein Vater-Hertze/
Und die wahre Mutter-Treu:
Du weist daß was hertzet/ schmertze:
Kinder-Tod höchst schmertzlich sey.
Drum gib nicht der Ungedult/
Sondern bloß der Lieb die Schuld.

Am Ende des siebenstrophigen Liedes behauptet Aemilie Juliane, durch Gottes Trost könne sie nun vom Weinen ablassen. Der Text zeigt, dass es ihr gelungen war, ihre Trauer zu verarbeiten - genau wie der Prediger es ihr geboten hatte. Später nutzte sie das Lied, um ihre Erfahrungen in solch einer Situation mit anderen Betroffenen zu teilen: Sie veröffentlichte es unter der Überschrift "Ein Lied der Eltern/ nachdem das Kind gestorben" in ihrem Buch für schwangere und gebärende Frauen.[11] Auch andere Frauen und andere Eltern sollten in diesen Worten, so hoffte sie, angesichts des Todes eines Kindes Trost finden und Hoffnung für dessen Seligkeit schöpfen können. Durch die Publikation des Liedes transportierte Aemilie Juliane zugleich eine der grundlegenden Intentionen der Leichenpredigt auf ihre Tochter - die Erbauung des Publikums - mittels eines weiteren Mediums in einen größeren Leserinnen- und Leserkreis.

 

Prof. Dr. JUDITH P. AIKIN ist emeritierte Professorin für deutsche Sprache und Literatur an der University of Iowa, Iowa City (USA).

 

Bestand: Historische Bibliothek Rudolstadt
Signatur: Fun. div. XLV
Enthalten in: Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in der Historischen Bibliothek der Stadt Rudolstadt (Marburger Personalschriften-Forschungen 51), Stuttgart 2010

 

Erneut veröffentlicht in: Blätter der Gesellschaft für Buchkultur und Geschichte 16/17 (2012/2013), Rudolstadt 2014

 

Anmerkungen:

[1] Justus Söffing, Freundschafft Christi/ mit Seinen Gläubigen [...], Rudolstadt [1668].

[2] Ebd., Bl. B2r.

[3] Die Bedeutung des Ausdrucks "gottgelassen" bzw. "gelassen" muss hier und im folgenden Text zeitgenössisch verstanden werden. Der Begriff bedeutet in diesem Kontext eine aktive Annahme des göttlichen Willens und findet oft in Schriften der Devotio moderna und des Pietismus Verwendung.

[4] Für den aktuellen Forschungsstand siehe u.a. Anna Linton, Poetry and Parental Bereavement in Early Modern Lutheran Germany (Oxford Modern Languages and Literature Monographs), Oxford 2008, S. 1-3.

[5] Söffing, Freundschafft Christi (wie Anm. 1), Bl. A3r. Das Sprichwort kommt bei Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hg.), Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde., Leipzig 1867-1880, in verschiedenen Formen vor, u.a.: "Was betrübt, das liebt; Was liebt, betrübt; und Herzlich geliebt, schmerzlich betrübt".

[6] Martin Luther, Colloqvia Oder Tischreden D.Mart. Luthers/ So er in vielen Jaren/ gegen Gelarten leuten auch Frembden Gesten/ vnd seinen Tischgesellen geführet [...], hg. von Johannes Aurifaber, Eisleben 1569, Kapitel: XLVIII, S. 447v-448v. (VD16 L 6755), Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) (im Folgenden ULB Sachsen-Anhalt), URN (Werk): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-119284 (Zugriff: 12.02.2013). Söffing gibt die Aussage folgendermaßen wieder: Als dem Herrn Luthero sein Töchterlein kranck war/ sprach Er/ ‘ich habe sie lieb/ wo es aber Gottes Wille ist [dass sie stirbt, gebe ich sie gern hin’].

[7] Söffing, Freundschafft Christi (wie Anm. 1), Bl. B2r-B3r.

[8] Unter Verwendung der zeitgenössisch populärsten Kirchenliedermelodien dichtete Aemilie Juliane mehr als 700 geistliche Lieder. Zwei dieser Lieder sind immer noch im heute genutzten Evangelischen Gesangbuch enthalten. In der Leichenpredigt für die verstorbene Tochter schildert Söffing das Liederschaffen Aemilie Julianes: Davon zeugen die geistreichen süssen Liederlein/ die Ihrentwegen aus Hochgräfflichen Hertzen geflossen [...] So hat sie auch manch schönes Gesänglein/ und süsses Liedlein gemachet wegen [...] der geliebten Albertinae Antoniae, daß sie Gott nach seinem Wolgefallen behüten und bewahren wolle (Bl. B3v-B4r). Über Aemilie Julianes Lieder und Gesangbücher siehe den Artikel Judith P. Aikin, Der Weg zur Mündigkeit in einem Frauenleben aus dem 17. Jahrhundert. Genesis und Publikationsgeschichte der geistlichen Lieder der Gräfin Aemilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt, in: Wolfenbütteler Barock-Nachrichten 29 (2002), S. 33-59.

[9] Die vorgeschriebenen Gebete der Gemeinde für schwangere und gebärende Frauen und Säuglinge sowie die Gebete der Taufzeugen befinden sich in der Kirchenagenda: Agenda Schwartzburgica, Das ist: Verzeichniß der Ceremonien/ Wie solche Die jetzo regierende Gräfliche Schwartzburgisch und Honsteinische sämptliche Herrschaft Beyder/ Sondershäusisch- und Rudolstätischer Linien/ in ihren Kirchen wollen gehalten haben, Rudolstadt 1675, S. 33-35, 129-139 (VD17 1:083274H), Digitalisat der ULB Sachsen-Anhalt, URN (Werk): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-53465 (Zugriff: 12.02.2013). Weil die Schwangerschaft Aemilie Julianes ein politisch wichtiges Ereignis war, gab die Herrscherfamilie auch Sondergebete aus, die täglich von allen Einwohnern der Grafschaft Schwarzburg zu rezitieren waren. Siehe Thüringisches Staatsarchiv Rudolstadt, Geheimes Archiv, B II 4 a, Nr. 5.

[10] Söffing verknüpft mit der Verwendung dieses Ausdrucks mehrere theologische Bedeutungsebenen: Zum einen die passive Annahme des Todes als Gottes Wille ("Gelassenheit"), zum anderen aber auch aktive Tätigkeiten der Eltern, die die Kinder zu deren Lebzeiten zu Gott führen und unter dessen Schutz stellen (Gebet, Taufe, Erziehung).

[11] Aemilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt, Geistliches Weiber-Aqua-Vit/ Das ist/ Christliche Lieder und Gebete/ Vor/ bey und nach Erlangung Göttlichen Ehe-Segens/ Wie auch Bey andern darbey sich begebenden Fällen zu gebrauchen/ Aus Landes-Mütterlichen Hertzen/ Mund und Hand Ihren Landes-Kindern zu erwünschter/ kräftiger Erbauung aus Gottes H. Wort zubereitet und mitgetheilet, Rudolstadt 1683, S. 223-225 (VD17 3:004903W), Digitalisat der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, URL (Werk): http://diglib.hab.de/drucke/tl-62/start.htm (Zugriff: 12.02.2013).

 

Zitierweise: Judith P. Aikin, Albertine Antonie Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt (15.-17.09.1668). Was liebet, Das betrübet. Was hertzet, Das schmertzet – Eine Wöchnerin liest die Leichenpredigt ihres neugeborenen Kindes, in: Leben in Leichenpredigten 04/2013, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/albertine-antonie-graefin-von-schwarzburg-rudolstadt-15-1791668.html>

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