Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Marburger Personalschriften-Forschungen, Bd. 20

Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in der Bibliothek der Schloßkirche zu Oels.

Bearbeitet von Rudolf Lenz, Eva-Maria Dickhaut, Petra Kehl und Jörg Witzel
1998. XIII, 310 Seiten.
ISBN 3-515-08154-2. EUR 50,00.

Inhalt

Die Schloßkirchenbibliothek zu Oels wurde 1594 von Karl II. Herzog von Münsterberg-Oels (1545-1617) gegründet und mit wertvollen Büchern aus seinem Besitz ausgestattet. Die Bibliothek ist in einem Raum über einem Eingang der spätgotischen, 1905 eingestürzten und bis 1910 wiederaufgebauten Schloßkirche untergebracht. Sie ist die jüngste und einzige noch erhaltene sowie an ihrem Standort verbliebene der drei bekannten schlesischen Kettenbibliotheken. Vor allem zu Lebzeiten ihres Gründers wuchs die Bibliothek durch Bücherstiftungen bis zu einem geschätzten maximalen Umfang von 550 Büchern. Heute umfasst der Bestand 239 Bände. Leichenpredigten finden sich vor allem in 30 Sammelbänden, die bis ins 18. Jahrhundert in der Sakristei der Schloßkirche aufbewahrt wurden. Ein Großteil der in diesem Band verzeichneten 912 Leichenpredigten und sonstigen Trauerschriften ist in Sammlungen seinerzeit berühmter Theologen wie Friedrich Balduin, Kaspar Sauter, Georg Weinrich, Johann Heermann, Valerius Herberger und Andreas Pancratius enthalten. Jeweils ein Drittel der Adressaten lebte in Hof an der Saale, dem Dienstort des Andreas Pancratius, und in Sachsen; etwa ein Viertel in Schlesien. Die Mehrzahl der Adressaten gehörte dem Bürgertum an. Gelehrte und Geistliche sowie deren Angehörige überwiegen. Bemerkenswert ist die große Zahl von 40 Studenten der Universitäten Leipzig und Wittenberg.

Interessenten:
Kultur-, Literatur-, Kirchen- und Medizinhistoriker, an Historischer Demographie, Historischer Familienforschung und Regionalgeschichte Interessierte, ferner Kunst- und Musikwissenschaftler, Institute, Bibliotheken, Archive und Museen.