Forschungsstelle für Personalschriften Marburg

Erläuterungen zur Datenbank

Umfang und Inhalt

Der Thesaurus Locorum, an dem erste Arbeiten im Sommer 1993 begannen, verzeichnet in 43.666 Einträgen die Namen der Orte, die bei der Auswertung der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in Archiven und Bibliotheken in Hessen, Sachsen, Schlesien und Thüringen, den Arbeitsschwerpunkten der Forschungsstelle für Personalschriften, erfasst wurden. Dabei handelt es sich um Archive und Bibliotheken in:  

  • Altenburg (Bde. 43, 44, 48)
  • Bautzen (Bd. 34)
  • Breslau (Bde. 16, 21)
  • Darmstadt (Bde. 11, 13)
  • Dresden (Bde. 17, 19)
  • Frankfurt am Main (Bde. 26, 29, 36)
  • Fulda (Bd. 39)
  • Gera (Bd. 55)
  • Görlitz (Bde. 31, 38)
  • Gotha (Bd. 56)
  • Greiz (Bd. 56)
  • Kamenz (Bd. 27)
  • Kassel (Bd. 42)
  • Krakau (Bd. 33)
  • Leipzig (Bde. 37, 46, 49, 50)
  • Löbau (Bd. 34)
  • Marburg (Bde. 12, 14)
  • Meiningen (Bd. 56)
  • Meißen (Bd. 49)
  • Nieder- und Oberschlesien (Bde. 32, 30)
  • der Odenwaldregion (Bd. 24)
  • Oels (Bd. 20)
  • Oppeln-Rogau (Bd. 22)
  • Pirna (Bd. 49)
  • Röhrsdorf (Bde. 40, 47, 49)
  • Rudolstadt (Bde. 45, 51, 52)
  • Sondershausen (Bde. 53, 54)
  • dem sächsischen Vogtland (Bd. 41)
  • Weimar (Bd. 56)
  • Wiesbaden (Bde. 15, 23)
  • Zittau (Bde. 25, 28)

Suchmöglichkeiten

Die frühneuzeitlichen Ortsnamen, die zum Teil deutsch, zum Teil latinisiert oder gräzisiert sind, zu einem kleineren Teil in weiteren Sprachen auftreten, sind den modernen Ortsnamen zugeordnet. Die Datenbank erlaubt die Suche nach den heutigen Ortsbezeichnungen und nach den Namensformen aus den Quellen. Findet sich ein und derselbe frühneuzeitliche Ortsname in mehreren Katalogen, so erscheint er – z.B. Altenburg oder Altorff – mit Angabe der Katalogsiglen in alphabetischer Reihenfolge.

Zeitliche Zuordnung der Ortsnamen

Den frühneuzeitlichen Ortsnamen sind - wenn möglich - in runden Klammern zeitliche Zuordnungen beigefügt. Dabei handelt es sich in der Regel um das Jahr, in dem der Verstorbene, dem die jeweilige Leichenpredigt gewidmet ist, beerdigt wurde. Ist in der Quelle dieses Datum nicht angegeben, erscheinen das Sterbe- oder - wenn auch dieses fehlt - das Erscheinungsjahr.

Geographische Zuordnung der Orte

Zur geographischen Orientierung wird jeder Ort in Deutschland und den ehemaligen deutschen Ostgebieten, der eindeutig zu identifizieren ist, auf einer Übersichtskarte und einer Detailkarte präsentiert. Die Karten der ehemaligen deutschen Ostgebiete weisen die Grenzverläufe der preußischen Provinzen, einschließlich der Provinz Posen, der Zeit um 1882 auf. Zusätzlich werden für Orte in der Bundesrepublik Deutschland die Landkreise und die Bundesländer genannt, in denen sie sich befinden. Bei Orten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten erscheinen die Namen der Kreise und Provinzen bzw. Provinzteile der Zeit vor 1945. Orte, die außerhalb Deutschlands und der ehemaligen deutschen Ostgebiete liegen, wie z.B. in Böhmen, Ungarn, den Niederlanden, Frankreich oder Schweden, werden angezeigt, aber nicht auf Karten dargestellt.

Normierung der Ortsnamen

Die Ortsbezeichnungen werden in Anlehnung an Müllers Großes Deutsches Ortsbuch [1], das Ortsnamenverzeichnis der Ortschaften jenseits von Oder und Neiße [2] sowie das Amtliche Gemeinde- und Ortsnamenverzeichnis der Deutschen Ostgebiete [3] normiert nachgewiesen; für heutige Ortsteil-Namen von Städten und Gemeinden in den neuen Bundesländern, die bei Müller nicht immer ausgewiesen sind, wird das Ortslexikon der Deutschen Demokratischen Republik [4] hinzugezogen. Die Identifizierung von Orten und ihre Zuordnung zu den heutigen Ortsnamen bereitet oft Schwierigkeiten und kann in manchen Fällen nicht in der wünschenswerten Eindeutigkeit erfolgen. Dies gilt insbesondere für verbreitete Ortsnamen, z.B. Friedersdorf, wo nicht in allen Fällen ein eingrenzender Hinweis gefunden werden konnte. In der Regel jedoch ist bei verschiedenen Orten mit gleichem Namen zur besseren Identifikation ein erklärender Zusatz hinzugefügt.

Heutige polnische und russische Ortsnamen

Die heutigen polnischen und russischen Ortsnamen erscheinen sowohl in den Suchregistern als auch in der Detailanzeige eines Ortes. Für russische Ortsnamen des Kaliningradskaja Oblast' werden deutsche Transkriptionen angegeben.

Untergegangene Orte

Orte, die heute nicht mehr existieren, da sie dem Braunkohle-Abbau vor allem in den neuen Bundesländern zum Opfer gefallen oder schon in der Frühen Neuzeit untergegangen sind, werden nicht als Wüstungen ausgewiesen.

Veränderte Ortsnamen

Orte, die in der Frühen Neuzeit eigenständige Gemeinden waren, aber heute Ortsteile bilden, erscheinen mit ihrem ursprünglichen Namen. Orte, die heute den Zusatz "Bad" im Namen tragen, sind im Thesaurus ohne diese Bezeichnung zu finden. Für Orte, die in den an den frühneuzeitlichen deutschen Sprachraum angrenzenden Gebieten liegen, wird angestrebt, deutsche Bezeichnungen zu verwenden, sofern diese vorhanden und gängig sind. Umbenennungen slawisch erscheinender Ortsnamen in Schlesien durch die Nationalsozialisten werden jedoch nicht berücksichtigt.

[1] Müllers Großes Deutsches Ortsbuch, 30. überarbeitete und erweiterte Auflage, München 2007.

[2] Margarete Kaemmerer (Bearb.), Ortsnamenverzeichnis der Ortschaften jenseits von Oder und Neiße, Würzburg 2004.

[3] Amtliches Gemeinde- und Ortsnamenverzeichnis der Deutschen Ostgebiete unter fremder Verwaltung, Bd. 2, bearbeitet und herausgegeben von der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1955.

[4] Heinz Adomeit (Hg.), Ortslexikon der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1971.