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		<title>Personalschriften</title>
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			<title>Personalschriften</title>
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		<lastBuildDate>Tue, 21 May 2013 09:53:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Workshop &quot;Personendaten und ihre Bereitstellung für Forschungsprojekte&quot;</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/workshop-personendaten-und-ihre-bereitstellung-fuer-forschungsprojekte.html</link>
			<description>Vortrag im Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz</description>
			<content:encoded><![CDATA[Auf dem Workshop "Personendaten und ihre Bereitstellung für Forschungsprojekte" des DFG-Projektes FuD2015 am 17. Mai 2013 im Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz hat Dr. Jörg Witzel das Projekt "AutoThür - eine digitale Edition autobiographischer Texte aus Thüringer Leichenpredigten" vorgestellt.
Der Schwerpunkt seiner Präsentation lag auf der Visualisierung von Raum- und Zeitreferenzen in den Personendaten, die innerhalb dieses Projektes aus autobiographischen Lebensläufen erfasst werden. Außerdem demonstrierte er die graphische Veranschaulichung von Personennetzwerken.
Im Rahmen des DFG-Projektes FuD2015 soll das Forschungsnetzwerk und Datenbanksystem (FuD) an der Universität Trier zu einer projekt­unabhängigen virtuellen Forschungsumgebung (VFU) ausgebaut und als dau­erhafte IT-Infrastruktur für die Geschichtswissenschaften bereitgestellt werden.
 Die Leitung des Projektes&nbsp;<span class="Apple-style-span">liegt beim Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren für die Geisteswissenschaften und dem Forschungszentrum "Europa". N</span><span class="Apple-style-span">eben dem&nbsp;</span><span class="Apple-style-span">Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz, sind</span><span class="Apple-style-span">&nbsp;die Bayerische Staatsbibliothek München und die Stiftung Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (Geschäftsstelle Bonn, Deutsches Historisches Institut Paris und Deutsches Historisches Institut Moskau) an dem Projektvorhaben beteiligt.</span>
<span class="Apple-style-span"></span>]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 21 May 2013 09:53:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Das Projekt &quot;AutoThür&quot;</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/das-projekt-autothuer.html</link>
			<description>Vortrag auf der 7. Tagung der AG Regionalportale Deutschlands</description>
			<content:encoded><![CDATA[Im Rahmen der 7. Tagung der Arbeitsgemeinschaft landesgeschichtlicher und landeskundlicher Internet-Portale in Deutschland (AG Regionalportale Deutschlands), die vom 14. bis 16. Mai 2013 in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg stattfand, stellte Dr. Jörg Witzel in einem Vortrag das Projekt "AutoThür" vor, in dessen Rahmen autobiographische Lebensläufe aus thüringischen Leichenpredigten ediert und digital aufbereitet ins Netz gestellt werden sollen.
]]></content:encoded>
			<category>Vorträge</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 16 May 2013 09:08:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>7. Tagung der AG Regionalportale Deutschlands</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/autothuer-eine-digitale-edition-autobiographischer-texte-aus-thueringer-leichenpredigten.html</link>
			<description>Im Rahmen der 7. Tagung der Arbeitsgemeinschaft landesgeschichtlicher und landeskundlicher...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Im Rahmen der 7. Tagung der Arbeitsgemeinschaft landesgeschichtlicher und landeskundlicher Internet-Portale in Deutschland (AG Regionalportale Deutschlands), die vom 14. bis 16. Mai 2013 in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg stattfand, stellte Dr. Jörg Witzel in einem Vortrag das Projekt "AutoThür" vor, in dessen Rahmen autobiographische Lebensläufe aus thüringischen Leichenpredigten ediert und digital aufbereitet ins Netz gestellt werden sollen.
In der Sektion "Neue Portale" präsentierte Dipl. Inf. Jörg Hambuch von der Digitalen Akademie Mainz "namenforschungs.net - ein Portal der Mainzer Namensforschungsprojekte".
]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 16 May 2013 09:08:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Volltext via OCR - Möglichkeiten und Grenzen</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/volltext-via-ocr-moeglichkeiten-und-grenzen.html</link>
			<description>Neue Projektpublikation der Staatsbibliothek Berlin</description>
			<content:encoded><![CDATA[In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt zum OCR-Einsatz bei der Digitalisierung der Funeralschriften der Staatsbibliothek zu Berlin sollten die Möglichkeiten und Chancen des Einsatzes von Software zur automatischen Zeichenerkennung bei frühneuzeitlichen Drucken aus dem deutschsprachigen Raum ausgelotet werden.
Dazu ist jetzt von Maria Federbusch und Christian Polzin eine Publikation unter dem Titel "Volltext via OCR - Möglichkeiten und Grenzen. Testszenarien zu den Funeralschriften der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Mit einem Erfahrungsbericht von Thomas Stäcker aus dem Projekt 'Helmstedter Drucke Online' der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel" erschienen.
Für dieses Projekt stellte die Forschungsstelle für Personalschriften der Staatsbibliothek zur Identifizierung von Orts- und Berufsangaben Daten aus THEPRO und THELO zur Verfügung.
Die Publikation erschien als Band 43 der Reihe "Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz", 138 Seiten, 77 farb. Abbildungen, Berlin 2013. Auf der Website des Projektes ist sie als Printversion zu bestellen, aber auch als PDF online abrufbar.]]></content:encoded>
			<category>Neuerscheinungen</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 09:03:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Johann VII. Herzog zu Mecklenburg (1558-1592)</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/herzog-johann-vii-zu-mecklenburg-1558-1592.html</link>
			<description>Ein Schefflein, das verirret war, vnd Gott lob wider funden ist – Selbsttötung und christliches...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Nachdem Herzog Johann VII. (1558-1592) mündig geworden war, übernahm er 1585 zusammen mit seinem Onkel Herzog Ulrich (1527-1603) die Landesherrschaft. Trotz gewissenhafter Vorbereitung auf die Rolle eines Reichsfürsten, erst durch seinen Vater Johann Albrecht (1525-1576) und nach dessen Tod durch Ulrich, der auch die Vormundschaft ausübte, schien Johann den Aufgaben eines Landesherrn kaum gewachsen zu sein.[1] Schon in frühen Jahren machte er einen psychisch labilen Eindruck und litt unter Wahnvorstellungen.[2] Seine Frau Sophia, geb. von Schleswig-Holstein-Gottorf (1569-1634), berichtet beispielsweise in ihrer Autobiographie, dass sie v<em>on seiner Fraw mutter [...] wol gehorett, daß es sein gebrauch von iungk auff [...] gewesen [...] von vmbringen zu</em> reden.[3] Bereits fünf Jahre nach der Regierungsübernahme plante Johann erfolglos seine Ämter niederzulegen und außer Landes zu gehen, da er vermutlich von den Regierungsaufgaben überfordert war. Besonders die innerdynastische Konfliktsituation mit seinem Onkel Christoph (1537-1592), der nach Teilhabe an der Landesherrschaft strebte, zerrte an seiner geistigen Verfassung ebenso wie die Schuldenlast des Herzogtums, die trotz zahlreicher Einschränkungen nicht abgebaut werden konnte.[4]
Seit Ende Februar 1592 weilte Johann mit seiner Familie in Stargard und seine geistige Verfassung hatte sich nach dem Tod seiner Mutter Anna Sophie, geb. von Preußen (1527-1591), weiter verschlechtert.[5] Während eines mehrtägigen Aufenthaltes bei seinem Bruder Sigismund August (1560-1600) in Ivenack klagte Sophia über Schlafmangel aufgrund nächtlicher Wahnvorstellungen ihres Mannes, <em>da sich S. L. ingebildet, sein br[u]der wollte ihn gefangen nehmen</em>.[6] Nach der Rückkehr erreichte ihn in Stargard am 8. März die Nachricht, dass sein Onkel Christoph überraschend gestorben war.[7] Obwohl, wie eingangs erwähnt, zahlreiche Auseinandersetzungen die Beziehung belasteten, machte der Tod einen starken Eindruck auf Johann[8] und er war <em>den abent sehr trawrich</em> und bemerkte: <em>ich folge meinem vettern balt. [...] der kopf wehr ihm so seltzam</em>. Im Laufe der Nacht verschlechterte sich sein geistiger Zustand scheinbar derart, dass Johann einen Selbsttötungsversuch unternahm. Sophia berichtet, dass <em>zwischen 12 vnd einß, [...] ehr sich stach sieben wunden</em>.[9] Nach einer kurzen Besinnungsphase direkt im Anschluss des Suizidversuchs, in der Johann seine Sünden bekannte und die Sakramente empfing, verschlechterte sich sein Zustand am Abend erneut. Er glaubte, dass er seine Frau umgebracht habe und forderte die Bediensteten auf, <em>man soltte seinen Sohn adolff</em> [Adolf Friedrich I. (1588-1658), d. V.] <em>zu ihm bringen</em> und <em>daß kindt auch umbringen</em>. In den folgenden Tagen litt Johann weiter an Wahnvorstellungen. Erst am 22. März besserte sich sein geistiger Zustand kurzzeitig und er <em>kam [...] fein wieder zu sich selbst</em> - dann aber verstarb er zwischen fünf und sechs Uhr.[10]
 Mit dem plötzlichen und selbstverschuldeten Tod des erst 34-jährigen Landesherrn sah sich die mecklenburgische Dynastie vor einige Probleme gestellt, weil die Todesumstände nicht dem Ideal eines christlich-protestantischen Ablebens entsprachen[11] und dem Ansehen des Fürstenhauses nicht besonders zuträglich waren. Nach gesamtchristlichem Verständnis wurde die Selbsttötung als Sünde angesehen, da sie gegen das 5. Gebot verstieß. Zwar waren sich die Theologen im Mittelalter und Früher Neuzeit weitestgehend einig, dass die Selbsttötung von geistig verwirrten Personen straffrei war und beispielsweise nicht durch unehrenhafte Begräbnisse sanktioniert wurde.[12] Trotzdem haftete dem Suizid immer ein gewisser Makel an, der gerade im Fall eines regierenden Fürsten als besonders schwerwiegend anzusehen war. Der Tod eines Landesherrn war keine Privatangelegenheit, sondern vielmehr ein Ereignis von öffentlichem Interesse, dem in standesgemäßer Weise nachgekommen werden musste.[13] Die Ausrichtung von Bestattungen diente, neben der Trauerbewältigung und dem Abschied, auch immer der Inszenierung der Dynastie, die in einem repräsentativen Kontext der Zurschaustellung des herrschaftlichen politischen Einflusses gesehen werden muss.[14] Besonders deutlich wird die Brisanz des Suizidversuchs mit anschließender Todesfolge in der offiziellen Korrespondenz des Herzogshauses. Die genauen Umstände wurden verschwiegen und auch in privaten Briefen der Familienmitglieder blieben die Begebenheiten unerwähnt oder wurden beschönigt.[15] Denjenigen, <em>die sagten, wie ihr herr gestorben</em>, wurde sogar gedroht, dass sie <em>ihres Eides loß</em> würden.[16]
 Aufgrund der Aufzeichnungen seiner Frau Sophia wird deutlich, dass Johann in den Tagen vor seinem Selbsttötungsversuch unter Wahnvorstellungen litt und der Akt in einem Zustand seltsamer <em>Melancolie</em> erfolgte,[17] der das Resultat seiner labilen Psyche war. Obwohl nach zeittypischer Argumentation die Tat als entschuldbar galt,[18] konnten sich die Hinterbliebenen nicht einfach darauf berufen - geistige Schwäche war kaum mit dem Ideal des "entschlossenen und konsequent handelnden"[19] Landesvaters in Verbindung zu bringen, dem auch im Tod eine Vorzeigerolle zukam. Von einem Fürsten wurden stoische Tugenden wie Serenitas, Tranquillitas, Animus sine pertubatione gefordert,[20] und ein geistig verwirrter Landesherr fiel hier aus dem Konzept. Diese Umstände führten dazu, dass man alternative Erklärungen für den plötzlichen Tod suchte. Hier bot sich die Hexerei förmlich an. Die beschuldigten und schließlich wegen&nbsp;"Schadenszauber" angeklagten Frauen entgingen aber mangels Indizien einer Verurteilung und mussten nach langen Verhandlungen freigesprochen werden.[21]
 Wie alle anderen mecklenburgischen Herzöge im späten 16. Jahrhundert, erhielt auch Johann mehrere Leichenpredigten.[22] Insgesamt sind drei deutsche Predigten nachweisbar.[23] Zwei Predigten wurden während der Trauerfeierlichkeiten gehalten, bei der Dritten hingegen konnte kein Vortragsort ausgemacht werden. Im engeren Fokus steht hier die Predigt[24] von Vitus Schirmeister (1520-1605), Pastor in Dewitz und Cölpin, der diese am Morgen der Beerdigung, vor der Translation des Leichnams in den Schweriner Dom, in der dortigen Schlosskirche vor dem engeren Familienkreis gehalten hat.[25] Diese Predigt rückt insbesondere in den Fokus, da Schirmeister <em>bey seiner F. G. biß sie den Geist auffgegeben</em> gewesen war.[26]
 Schirmeister legt im Hauptteil die Lazarusgeschichte aus dem Johannesevangelium exegetisch aus, am Schluss der Leichenpredigt geht er dann explizit auf Johann ein und kündigt an <em>warhafften bericht</em> zu tun, <em>wie es sich damit begeben vnd zugetragen - Als sein F. G. [...] zu Stargardt wider an[ge]kommen</em> war. Er beginnt mit dem Erhalt der Todesnachricht und erwähnt, ähnlich der Autobiographie, die Trauer des Herzogs. Anschließend hätte Johann zu Abend gegessen und <em>teglicher gewohnheit nach/ in Biblijs</em> gelesen. Nachdem er sich in das Schlafgemach begeben hatte, war er gegen Mitternacht <em>schwach vnd kranck geworden</em>. Da kein Prediger in Stargard zur Verfügung stand, wurde nach Schirmeister geschickt, der um vier Uhr nachts aus Dewitz kam und Johann das Glaubensbekenntnis abnahm. Danach ermahnte der Herzog die Anwesenden <em>was der Teuffel/ wens ihm Gott verhengt/ könnte zu wege bringen</em> und beichtete. Anschließend erteilte Schirmeister dem reuigen Sünder die Absolution, worauf dieser antwortete: <em>ich hab mich in Gottes willen ergeben/ [...] den Christus ist mein guter Hirte/ so bin ich sein armes schwaches/ [...] Schefflein/ das verirret war/ vnd Gott lob wider funden ist/ aus seiner Hand sol mich ob Gott wil nunmehr niemand reissen</em>. Eigentlich rechneten die Anwesenden in den folgenden Stunden mit dem herzoglichen Tod. Dieser trat wider Erwarten nicht ein und Schirmeister berichtet, dass die Schmerzen Johanns <em>durch Gottes Gnad gelindert worden</em>. Die folgenden Tage, so der Prediger, verbrachte er an der Seite Johanns, betete mit ihm und spendete Trost.
 Auffällig in diesem Teil der Predigt ist die gesteigerte Sorge Johanns um seine Sünden und dass Schirmeister den Herzog immer wieder erbaut. Er teilt mit, dass Johann gerne das&nbsp;"Tractatum" von Martin Luther aus der&nbsp;"Haußpostil" und der darin enthaltenen Leichenpredigt gehört hat und gibt den Inhalt kurz wieder.[27] Hier ist besonders interessant, dass es sich bei diesem Text um eine kurze Ausführung handelt, in der berichtet wird, dass Personen - wenn sie im <em>wahnwitz</em> umkämen - trotzdem nicht verdammt seien, wenn sie ihr Leben zuvor <em>bey guter vernunfft Christlich geführt</em> hätten. Zwar wird in der gesamten Predigt immer wieder kurz von "Schwachheit" im Kontext des Todes gesprochen beziehungsweise Johann gibt selbst Bericht von teuflischer Anfechtung, die als Zeichen des Selbsttötungsversuchs und seiner Reue interpretiert werden kann. Es wird aber nicht näher ausgeführt, was sich genau zugetragen hat. Dem informierten Zuhörer oder Leser, der mit den Rahmenbedingungen des Todes genauer vertraut war, ergibt sich hier die Möglichkeit, zwischen den Zeilen zu lesen und den Fall in seiner annähernden Bandbreite zu erfassen. Nur in diesem Abschnitt wird mehr oder minder deutlich, dass Johann im <em>wahnwitz [...] schwach</em> wurde und als Konsequenz einen Suizidversuch unternahm. Zwar muss hier offenbleiben, ob sich die Begebenheiten, wie Schirmeister sie darlegt, tatsächlich so ereignet haben. Gerade der Bericht Sophias stellt das in Frage, da sie von anhaltenden Wahnvorstellungen spricht und nicht von einer Besserung bis zum Tod. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass der Prediger mit seinen Ausführungen zum einen den Hinterbliebenen die eigentlich sündhafte Tat in einen erlösenden Zusammenhang stellen möchte und so ihrer Trauer nachkommt und sie mildert. Zum anderen begegnet er der heiklen öffentlichen Situation, indem er Wahnvorstellungen und Selbsttötung bewusst verschweigt, damit keine negativen Reaktionen bezüglich der mecklenburgischen Dynastie hervorgerufen werden. Insgesamt stellt er ein Sterben dar, das bemerkenswerterweise einem idealtypischen Tod gleicht. [28] Dadurch entschärft der Autor die gesamte Situation, denn das&nbsp;"selige Sterben" war ein zentraler Aspekt des frühneuzeitlichen Verständnisses eines&nbsp;"gottgefälligen" Todes. Am Ende seines Sterbeberichts merkt Schirmeister an, wie Sophia auch, dass Johann wieder zu sich kam und ihm noch einmal die Absolution erteilt wurde. Schirmeister fragte, ob er in Gott sterben wolle und nachdem der Herzog bejaht hatte, verstarb er schließlich im&nbsp;"rechten Glauben".[29]
 In den beiden anderen Leichenpredigten finden sich ebenfalls keine wahrheitsgemäßen Schilderungen des herzoglichen Todes. In der Predigt von Andreas Celichius (gest. 1599), gehalten vor der Beisetzung im Schweriner Dom, wird das herzogliche Leben insgesamt als besonders christlich und fromm dargestellt. Die genauen Todesumstände verschweigt aber auch er und führt lediglich an, dass Johann aus <em>zufelliger Melancholischer Schwermut in grosser leibes Schwacheit gerahten</em> war, kurz darauf zu Christus zurückfand und rechtgläubig starb. Verweise auf <em>wahnwitz</em> oder ähnliches fehlen jedoch. Vielmehr ermahnt Celichius die Hörer im Dom, dass Johann eventuell für die sündhaften Untertanen mit seinem Tod büßen musste.
 Insgesamt kann die Leichenpredigt von Schirmeister als eindrucksvolles Zeugnis angesehen werden, wie ein fürstlicher Tod, der einer gewissen Brisanz aufgrund der Umstände nicht entbehrte, trotzdem als gutes christliches Ableben dargestellt werden konnte und so der Dynastie nicht zum Nachteil gereichte. Dennoch bot die Leichenpredigt dem Verfasser die Möglichkeit, informierten Rezipienten einen tieferen Einblick&nbsp;"zwischen den Zeilen" zu gewähren und die eigentlich sündhafte Handlung mit zeitgenössischen theologischen Ansichten zu relativieren. Die vorgestellte Leichenpredigt verdeutlicht, wie es gelang, trotz der durch den Suizid politisch und theologisch schwierigen und heiklen Situation, den Angehörigen dennoch Trost zu spenden und den herzoglichen Tod vor der Öffentlichkeit zu verklären. Hier stellt sich schließlich die Frage, ob die Leichenpredigten explizit für das Gedenken an Johann verfasst wurden oder den repräsentativen Interessen der Dynastie dienten - wobei letzteres aufgrund des dargestellten Sterbeprozesses wahrscheinlicher ist.[30]

<strong>JAN-HENDRIK HÜTTEN</strong> B.A. ist Student der Neueren Geschichte Europas und der Politikwissenschaft sowie Studentische Hilfskraft im Arbeitsbereich Historische Geographie und Demographie des Instituts für Medienforschung an der Universität Rostock. Der Autor ist erreichbar unter: jan-hendrik.huetten[at]uni-rostock.de.

<strong>Bestand:</strong> Stolberger Leichenpredigten-Sammlung (als Depositum in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel)<br /><strong>Signatur:</strong> Slg. Stolberg 16234<br /><strong>Enthalten in</strong>: Katalog der fürstlich Stolberg-Stolberg'schen Leichenpredigten-Sammlung, Bd. III, Leipzig 1930

<strong>Anmerkungen: </strong>
[1] Stuth, Steffen, Höfe und Residenzen. Untersuchungen zu den Höfen der Herzöge von Mecklenburg im 16. und 17. Jahrhundert (Quellen und Studien aus den Landesarchiven Mecklenburg-Vorpommerns 4), Bremen 2001, S. 154f.
 [2] Ebd.; vgl. auch Koch, Ira, Sophia von Schleswig-Holstein, Herzogin von Mecklenburg (1569-1634), in: Schattkowsky, Martina (Hg.), Witwenschaft in der Frühen Neuzeit. Fürstliche und adlige Witwen zwischen Fremd- und Selbstbestimmung (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde 6), Leipzig 2003, S. 203-226, hier S. 208f.
 [3] Mecklenburg, Herzogin Sophia von, Autobiographie und Testament. 1632, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde 15/1850, S. 84-98, hier S. 86.
 [4] Stuth, Höfe und Residenzen (wie Anm. 1), S. 154.
 [5] Koch, Sophia von Schleswig-Holstein (wie Anm. 2), S. 211. 
[6] von Mecklenburg, Autobiographie und Testament (wie Anm. 3), S. 86. 
[7] Ebd.
 [8] Stuth, Höfe und Residenzen (wie Anm. 1), S. 155.
 [9] von Mecklenburg, Autobiographie und Testament (wie Anm. 3), S. 86.
 [10] Ebd., S. 87; vgl. ferner Stuth, Höfe und Residenzen (wie Anm. 1), S. 155; vgl. auch Minneker, Ilka, Vom Kloster zur Residenz. Dynastische Memoria und Repräsentation im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Mecklenburg (Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme 18), Münster 2007, S. 249f.
 [11] Vgl. hierzu allgemein Kümmel, Werner Friedrich, Der sanfte und selige Tod. Verklärung und Wirklichkeit des Sterbens im Spiegel lutherischer Leichenpredigten des 16. bis 18. Jahrhunderts, in: Lenz, Rudolf (Hg.), Leichenpredigten als Quelle historischer Wissenschaften, Bd. 3, Marburg 1984, S. 199-226, insbesondere S. 201f.
 [12] Vgl. hierzu Kästner, Alexander, Tödliche Geschichte(n). Selbsttötungen in Kursachsen im Spannungsfeld von Normen und Praktiken (1547-1815) (Konflikte und Kultur 24), Konstanz 2012, S. 99-102; vgl. ferner Krause, Gerhard, Luthers Stellung zum Selbstmord. Ein Kapitel seiner Lehre und Praxis der Seelsorge, in: Luther. Zeitschrift der Luther Gesellschaft 36/1965, S. 50-71, und Lind, Vera, Selbstmord in der frühen Neuzeit. Diskurs, Lebenswelt und kultureller Wandel am Beispiel der Herzogtümer Schleswig und Holstein (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 146), Göttingen 1999, S. 26-31.
[13] Papenheim, Martin, Der Tod des Herrschers in der politischen Kultur Alteuropas: einige Überlegungen, in: Kampmann, Christoph / Ders. (Hg.), Der Tod des Herrschers. Aspekte der zeremoniellen und literarischen Verarbeitung des Todes politischer Führungsfiguren, Marburg 2009, S. 7-15 (Onlinefassung, URL: <link http://archiv.ub.uni-marburg.de/es/2009/0009/pdf/kpht.pdf _blank - "Der Tod des Herrschers">archiv.ub.uni-marburg.de/es/2009/0009/pdf/kpht.pdf</link> [Zugriff: 11.1.2013]).
 [14] Für Mecklenburg hat dies Ilka Minneker nachgewiesen. Vgl. hierzu Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), insbesondere Kapitel 4, S. 352-528, 531f. 
[15] Ebd., S. 250.
 [16] von Mecklenburg, Autobiographie und Testament (wie Anm. 3), S. 88.
 [17] Zitiert nach Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), S. 250.
 [18] Die zeittypischen Argumentationsmuster waren wahrscheinlich auch den mecklenburgischen Herzögen bekannt, da Andreas Celichius, der seinerzeit als Superintendent in Güstrow wirkte und regen Kontakt zu Herzog Ulrich hatte, 1578 eine Abhandlung erstellte, die den Diskussionsstand zum Thema&nbsp;"Selbsttötung" im 16. Jahrhunderts zusammenfasste und u.a. auch auf den Wahnsinn einging. Vgl. hierzu Celichius, Andreas, Nützlicher vnd notwendiger bericht/ Von den Leuten/ so sich selbst aus angst-verzweiffelung/ oder andern vrsachen/ entleiben vnd hinrichten [...], Magdeburg 1578 (VD16 C 1800, Permalink: <link http://gateway-bayern.de/VD16+C+1800 _blank - "VD16 C 1800">http://gateway-bayern.de/VD16+C+1800</link> [Zugriff: 11.1.2013]), digitaler Volltext der Bayerischen Staatsbibliothek, München, URL: <link http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10187128.html _blank - "Bayerische Staatsbibliothek, München">http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10187128.html</link> (Zugriff: 11.1.2013).
 [19] Rieche, Juliane, Literatur im Melancholiediskurs des 16. Jahrhunderts. Volkssprachige Medizin, Astrologie, Theologie und Michael Lindeners&nbsp;"Katzipori" (1558) (Literaturen und Künste der Vormoderne 1), Stuttgart 2007, S. 124.
 [20] Ebd.
[21] Vgl. hierzu Moeller, Katrin, Dass Willkür über Recht ginge. Hexenverfolgung in Mecklenburg im 16. und 17 Jahrhundert (Hexenforschung 10), Bielefeld 2007, S. 98, 373-375.
 [22] Ergebnis der Katalogabfrage in&nbsp;"GESA", URL: <link http://www.personalschriften.de/datenbanken/gesa.html _blank - GESA>http://www.personalschriften.de/datenbanken/gesa.html</link> (Zugriff: 11.1.2013); vgl. ferner Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), S. 541.
 [23] Celichius, Andreas, Ehrenpredigt Von allerley Herrlichen und Fürstlichen tugenden eines Christliebenden Regenten [...], Rostock 1592 (VD16 C 1789, Permalink: <link http://gateway-bayern.de/VD16+C+1789 _blank - "VD16 C 1789">http://gateway-bayern.de/VD16+C+1789</link> [Zugriff: 11.1.2013]); Nagel, Daniel, Eine Predigt Vber dem Hochbetruebeten Todeszfall/ Jedoch seligen Abgang [...] Herrn Johansen/ Hertzogen zu Meckelnburgk [...], Eisleben 1593 (VD16 N 46, Permalink: <link http://gateway-bayern.de/VD16+N+46 _blank - "VD16 N 46">http://gateway-bayern.de/VD16+N+46</link> [Zugriff: 11.1.2013]); Schirmeister, Vitus, Ein Christlich Trostpredigt/ Gehalten auff dem Fürstlichen Schlos/ Schwerin [...], Rostock 1592 (VD16 ZV 19613, Permalink: <link http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+19613 _blank - "VD16 ZV 19613">http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+19613</link> [Zugriff: 11.1.2013]).
 [24] Digitalisat der Predigt von Schirmeister aus dem Bestand der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, URL: <link http://diglib.hab.de/drucke/lpr-stolb-16234/start.htm _blank - "Herzog August Bibliothek München">http://diglib.hab.de/drucke/lpr-stolb-16234/start.htm</link> (Zugriff: 11.1.2013).
 [25] Vgl. hierzu Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), S. 250; vgl. ferner Hederich, Bernhard, Schwerinische Chronica, Rostock 1598 (VD16 H 920, Permalink: <link http://gateway-bayern.de/VD16+H+920 _blank - "VD16 H 920">http://gateway-bayern.de/VD16+H+920</link> [Zugriff: 11.1.2013]), Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek, München, URL: <link http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00022270-1 _blank - "Bayerische Staatsbibliothek, München">http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00022270-1</link> (Zugriff: 11.1.2013). 
[26] Hederich, Chronica (wie Anm. 25).
 [27] Schirmeister bezieht sich hier explizit auf den Text aus Luther, Martin, Haußpostil D. Martin Luthers/ vber die Sontags vnd der fuernembsten Fest Euangelia/ durch das gantze Jar. Mit fleiß von newem corrigirt vnd gemeret [...], Nürnberg 1545 (VD16 ZV 10044, Permalink: <link http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+10044 _blank - "VD16 ZV 10044">http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+10044</link> [Zugriff: 11.1.2013]), Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen Anhalt, Halle (Saale), URL: <link http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-102424 _blank - "Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Halle (Saale)">http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-102424</link> (Zugriff: 11.1.2013). 
[28] Vgl. hierzu Kümmel, Der sanfte und selige Tod (wie Anm. 11), S. 202.
 [29] Zwar wird der Fakt, dass Johann wieder zur Besinnung kam, sowohl in der Autobiographie als auch von Schirmeister erwähnt, es kann aber nicht verifiziert werden, ob es sich tatsächlich so zugetragen hat oder beide Autoren den herzoglichen Tod am Ende noch einmal verklären.
 [30] Vgl. hierzu Minneker, Vom Kloster zur Residenz (wie Anm. 10), S. 514-528.

<strong>Zitierweise:</strong> Jan-Hendrik Hütten, Johann VII. Herzog zu Mecklenburg (1558-1592). <em>Ein Schefflein, das verirret war, vnd Gott lob wider funden ist</em> – Selbsttötung und christliches Sterben eines Landesherrn, in: Leben in Leichenpredigten 05/2013, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: &lt;http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/herzog-johann-vii-zu-mecklenburg-1558-1592.html&gt;]]></content:encoded>
			<category>Leben in Leichenpredigten</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 01 May 2013 12:09:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Weibliche Lebensgeschichten in Leichenpredigten der Frühen Neuzeit</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/weibliche-lebensgeschichten-in-leichenpredigten-der-fruehen-neuzeit.html</link>
			<description>Vortrag an der Friedrich-Schiller-Universität Jena</description>
			<content:encoded><![CDATA[Am 25. April 2013 hielt Dr. Jörg Witzel am Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte des&nbsp;Historischen Institutes der Friedrich-Schiller-Universität Jena einen Vortrag über das Thema "Autobiographisches Gedächtnis und Memoria. Weibliche Lebensgeschichten in Leichenpredigten der Frühen Neuzeit".
Darin stellte er dar, auf welche Weise Frauen für ihre eigenen Memoriae vorsorgten, indem sie aus dem Stoff ihrer Lebensgeschichten zum Zweck einer Veröffentlichung nach ihrem Tod auf dem Papier&nbsp;kohärente und sinnvolle Erzählungen schufen. Beim Schreiben erarbeiteten sie sich ein Selbstverständnis, das präsentabel sein musste. Trotz der inhärenten kulturellen, sozialen und geschlechtsspezifischen Deutungsmuster lassen diese Texte immer auch ganz persönliche Bewertungen und Erwartungen ihrer Verfasserinnen erkennen.]]></content:encoded>
			<category>Vorträge</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 09:12:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Autobiographisches Gedächtnis und Memoria</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/autobiographisches-gedaechtnis-und-memoria.html</link>
			<description>Vortrag an der Friedrich-Schiller-Universität Jena</description>
			<content:encoded><![CDATA[Am 25. April 2013 hielt Dr. Jörg Witzel am Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte des&nbsp;Historischen Institutes der Friedrich-Schiller-Universität Jena einen Vortrag über das Thema "Autobiographisches Gedächtnis und Memoria. Weibliche Lebensgeschichten in Leichenpredigten der Frühen Neuzeit".
Darin stellte er dar, auf welche Weise Frauen für ihre eigenen Memoriae vorsorgten, indem sie aus dem Stoff ihrer Lebensgeschichten zum Zweck einer Veröffentlichung nach ihrem Tod auf dem Papier&nbsp;kohärente und sinnvolle Erzählungen schufen. Beim Schreiben erarbeiteten sie sich ein Selbstverständnis, das präsentabel sein musste. Trotz der inhärenten kulturellen, sozialen und geschlechtsspezifischen Deutungsmuster lassen diese Texte immer auch ganz persönliche Bewertungen und Erwartungen ihrer Verfasserinnen erkennen.]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 09:11:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Der Hessische Rundfunk zu Gast in der Forschungsstelle</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/hr-zu-gast-in-der-forschungsstelle.html</link>
			<description>Am 17. April 2013 wurde im Rundfunkprogramm HR4 ein Beitrag von Jürgen Fleger gesendet, in dem Dr....</description>
			<content:encoded><![CDATA[Am 17. April 2013 wurde im Rundfunkprogramm HR4 ein Beitrag von Jürgen Fleger gesendet, in dem Dr. Jörg Witzel in einem Interview Auskunft über seine Forschungen über weibliche Autobiographien in Leichenpredigten gab.
Über den unten stehenden Link können Sie den Beitrag im mp3-Format abrufen.]]></content:encoded>
			<category>Presse</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 08:37:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Vortrag zum DFG-Projekt AEDit Frühe Neuzeit</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/vortrag-zum-kooperationsprojekt-aedit-fruehe-neuzeit.html</link>
			<description>Als einer von fünf Kooperationspartnern ist die Forschungsstelle für Personalschriften an dem von...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Als einer von fünf Kooperationspartnern ist die Forschungsstelle für Personalschriften an dem von der DFG geförderten Projekt "<strong>A</strong>rchiv-, <strong>E</strong>ditions- und <strong>Di</strong>stributionspla<strong>t</strong>tform für Werke der Frühen Neuzeit (AEDit Frühe Neuzeit)" beteiligt. Unter Federführung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel werden dabei Texte und Datenbanken aus Forschungsprojekten, die frühneuzeitliche Quellen erschließen und edieren, in einem gemeinsamen Repositorium zusammengeführt und langfristig archiviert.
Im Rahmen der Werkstattgespräche der Herzog August Bibliothek wird Timo Steyer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei AEDit Frühe Neuzeit, das Projekt vorstellen und dabei insbesondere auf die technische Umsetzung des digitalen Editionsvorhabens eingehen. Die von Prof. Dr. Ulrike Gleixner moderierte Veranstaltung wird am 18. April 2013 um 14.15 Uhr im Zeughaus der Herzog August Bibliothek stattfinden. Weitere Informationen zum Vortrag können über die angegebenen Links abgerufen werden. ]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 11:43:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Der Pfarrer als Arbeiter am Gedächtnis</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/der-pfarrer-als-arbeiter-am-gedaechtnis.html</link>
			<description>Neue Veröffentlichung zur lutherische Erinnerungskultur in der Frühen Neuzeit</description>
			<content:encoded><![CDATA[Vor kurzem erschien unter dem Titel "Der Pfarrer als Arbeiter am Gedächtnis. Lutherische Erinnerungskultur in der Frühen Neuzeit zwischen Religion und sozialer Kohäsion" die Dissertation von Stefan Dornheim (Reihe: Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, Band 40, Universitätsverlag Leipzig).
Die literarische Basis der Untersuchung bilden u.a. auch Leichenpredigten, die der Autor als aussagekräftige Quellen für seine Forschungen heranzieht. Leichenpredigten sind für die Fragestellungen des Projekts dabei in mehrfacher Hinsicht relevant: Die Fragen nach den Ursprüngen und Grundlagen der sozialen und politischen Ordnung eines Gemeinwesens und die Deutung seiner Geschichte berührten in der Vormoderne stets auch theologische Probleme, die im Rahmen einer öffentlichen Fest- und Gedenkkultur verhandelt wurden. An diesem Punkt setzt dieses Buch an, das der Verbindung von Religion und sozialer Kohäsion am Beispiel der lutherischen Erinnerungskultur zwischen Reformation und Spätaufklärung nachgeht. Dabei wird insbesondere die Rolle der Pfarrer als Spezialisten des Gedenkens untersucht und nach den konfessionsspezifischen Formaten und Entwicklungslinien der lutherischen Gedenkkultur gefragt. Unter anderem wird dem Vergangenheitsdiskurs beim Totengedenken, der Bedeutung des Kirchenraums für das kollektive Erinnern und den Funktionen des archivarischen Gedächtnisses des Pfarrhauses nachgegangen. Mit den Amts-, Promotions- und Ehejubiläen rückt erstmals die personale Jubiläumskultur im Luthertum genauer in das Blickfeld der Forschung. Ferner werden Grundsteinlegungs- und Turmknopffeste sowie die jährliche Verhandlung der kollektiven Vergangenheit im Rahmen von Neujahrspredigten und Neujahrspublizistik in ihrer Bedeutung für frühneuzeitliche Stadt- und Dorfgemeinschaften analysiert.
Dr. Stefan Dornheim ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt G "Gemeinsinnsdiskurse und religiöse Prägung zwischen Spätaufklärung und Vormärz (ca. 1770 - ca. 1848)" des SFB 804 "Transzendenz und Gemeinsinn" an der Technischen Universität Dresden. Er hat über einen Teilaspekt seines Dissertationsprojekts auch im Rahmen von <link 95>"Leben in Leichenpredigten" </link>berichtet.]]></content:encoded>
			<category>Neuerscheinungen</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 11:07:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Albertine Antonie Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt (15.-17.09.1668)</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/albertine-antonie-graefin-von-schwarzburg-rudolstadt-15-1791668.html</link>
			<description>Was liebet/ Das betrübet. Was hertzet/ Das schmertzet – Eine Wöchnerin liest die Leichenpredigt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Nur 36 Stunden lebte das winzige, zu früh geborene Mädchen, dann starb es. Doch hatte es schon ihre eigene Identität und einen Platz auf dem Stammbaum der schwarzburgischen Grafen erworben, wie die gedruckte Leichenpredigt &quot;Freundschafft Christi/ mit Seinen Gläubigen&quot; und die angebundene &quot;Memoria&quot; über das kurze Leben und den seligen Tod des Neugeborenen uns immer noch zeigen.[1] Das Exemplar in der Historischen Bibliothek Rudolstadt gehörte einst der Mutter des verstorbenen Kindes, wie ihre Glossen am Rand und die unterstrichenen Worte und Phrasen beweisen. Der Leichenpredigttext, die Memoria und die Lesespuren der Mutter auf diesem Exemplar sagen viel über das Gefühlsleben der Frühen Neuzeit aus.
 Das Titelblatt nennt die beiden Eltern, den regierenden Grafen Albrecht Anton von Schwarzburg-Rudolstadt (1641-1710) und seine Gattin Aemilie Juliane, geb. Gräfin von Barby und Mühlingen (1637-1706), und beschreibt die traurigen Umstände: <em>Als dero Hochgebornes Fräwlein Töchterlein/ Albertina Antonia, Gräffin und Fräwlein zu Schwartzburgk und Hohnstein/ etc. Anno 1668. den XV. Sept. Abends gegen 9. Uhr zwar zur Welt gebohren und in der H. Tauffe wiedergebohren/ aber den XVII. ejusd. Früh gegen 9. Uhr unter hertzlichen Gebet wieder abgefordert/ Freytags hernach auff dem Abend in der zur Ehre Gottes erbaueten Kirchen zu Rudolstadt beygesetzet/ und Sonnabends früh aus dem gnädig beliebten Spruch Marc: X Lasset die Kindlein zu mir kommen, etc. In der Hoch Gräfflichen Schloß Kirche dem Herrn Christo in der angeordneten Predigt nochmahln übergeben ward</em>. Der Autor, General-Superintendent Justus Söffing (1624-1695), erwähnt schon hier das Wichtigste an diesem verkürzten Leben: Abstammung und adlige Titel, den vom Namen des Vaters abgeleiteten Doppelnamen, die seligmachende Taufe, den Tod unter den heftigen Gebeten der Anwesenden und Einwohnern der Grafschaft und die Beisetzung in der Fürstengruft in der Stadtkirche in Rudolstadt. In der Memoria werden diese Mitteilungen in erweiterter Form wiederholt, indem Söffing kurz über die schwierige Geburt, die wachsende Schwachheit des Kindes, die für notwendig gefundene Nottaufe, die letzten Stunden und den sanften Tod des Kindes berichtet. Trotz der Kürze des Lebens ist diese Biographie für die Gattung der fürstlichen Lebensläufe nicht untypisch, denn Söffing erwähnt, zwar ohne einzelne Ahnen anzuführen, die Abstammung aus dem schwarzburgischen Grafenhaus (dessen Stammbaum übrigens großformatig über der Fürstengruft bildhauerisch dargestellt war). Am Ende der Memoria merkt er verschiedene Verwandte und Ahnen aus der Familie der Mutter an und nennt bei der Beschreibung der Taufe die Zeugen, verzichtet dabei aber auf eine Auflistung der offiziellen hochadeligen Taufpaten - vielleicht, weil sie wegen der Frühgeburt (das Mädchen kam ungefähr einen Monat zu früh auf die Welt) und dem schnellen, die Nottaufe erforderlich machenden Ableben des Kindes noch nicht dazu erbeten wurden. Da aber auch diese Namen zur Bestimmung einer christlichen und standesgemäßen Identität beitrugen, verweist der Prediger auf das Kirchenarchiv, wo das Taufregister zu finden ist.
 Die Predigt, die Söffing am Tag nach der Beisetzung in der Fürstengruft vortrug, hatte als Hauptthema das vorbildliche Benehmen der beiden Eltern, die ihr liebes Kind, trotz ihrer großen Trauer und ohne sich dagegen zu sträuben, in die Hände des Heilandes übergeben hätten. Schon auf dem Titelblatt erscheint das Reimpaar, das das Thema der bereitwilligen Übergabe erörtert: die genannten Eltern hätten <em>beyderseits aus Gottgelassenem Gemüth</em> gesagt:
<em>Nimm hin zu treuer Gnaden Hand</em><br /> <em>Jesu/ mein Freund/ diß Liebes Pfand</em>.
Dieses Reimpaar kommt auch mehrmals im Predigttext vor, zum Beispiel, wenn Söffing die biblische Stelle im Neuen Testament beschreibt, in der die gläubigen Mütter ihre kleinen Kinder zu Jesus bringen (Markus 10,13-15).[2] Als die Jünger versuchten, die Mütter davon abzuhalten, sprach Jesus die Worte, die öfters bei Kinderbeerdigungen zitiert wurden: &quot;Lasset die Kinderlein zu mir kommen&quot;. Aus einem Befehl Jesu an seine Jünger wird also eine Mahnung an alle trauernden Eltern. Das <em>gottgelassene</em>[3] Auftreten der gräflichen Eltern - die Annahme des Verlustes ihres geliebten Kindes als von Gott gewirktes Schicksal - sollte beispielhaft bei der Gemeinde und bei den Lesern wirken: Genauso sollten alle Eltern handeln, die ein Kind verlieren. Indem Söffing aber die Eltern so schildert, fordert er sie zugleich auf, ihr eigenes Verhalten seinen Vorgaben aus der Leichenpredigt anzupassen. Der trauernde Vater wie auch die traurige Mutter sind in der Predigt nicht nur die Vorbilder, sondern auch die Hauptadressaten seiner Worte.
 In der Sozialgeschichtsschreibung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde mehrmals behauptet, dass die Eltern der Frühen Neuzeit weniger trauerten und die Mütter ihren kleinen Kindern weniger Mutterliebe zeigten, weil Neugeborene und kleine Kinder leider allzu oft den Tod erlitten. Solche Behauptungen über das Gefühlsleben der Eltern sind aber in den letzten Jahrzehnten vermehrter Kritik ausgesetzt und haben sich in ihrer generellen Pauschalisierung als falsch erwiesen.[4] Würden die Aussagen früherer Sozialhistoriker zutreffen, dann hätte Söffing kaum seine Ermahnungen an das Verhalten der Eltern in seine Predigt integrieren müssen. Die Leichenpredigt für Albertine Antonie ist ein weiterer Beweis dafür, dass Eltern in der Frühen Neuzeit beim Tod ihrer Kinder ebenso starke, sogar überwältigende Gefühle durchlebten wie heutige Mütter und Väter.
 Schon in der Einführung seiner Predigt spricht Söffing das Thema der heftigen Emotionen der Eltern angesichts des Verlustes eines Kindes an. Er zitiert die klagenden Worte eines biblischen Helden des Alten Testaments (Jeftah) über den Verlust seiner Tochter (Richter 11,35) und bietet ein Sprichwort an, das die naturgemäße Traurigkeit der Eltern anerkennt: <em>Was liebet/ Das betrübet: Was hertzet/ Das schmertzet: Kinder kommen von Hertzen/ und gehen auch wieder zu Hertzen</em>.[5] 
Um seine frommen, evangelisch-lutherischen Gönner zu überzeugen, dass sie trotz dieser Gefühle gottgelassen handeln sollten, erwähnt Söffing eine Stelle aus den Tischreden von Martin Luther (&quot;Da seine Tochter noch sehr krank lag, sprach er: 'Ich hab sie sehr lieb; aber, lieber Gott, da es dein Wille ist, daß du sie dahin nehmen willst, so will ich sie gerne bey dir wissen.'&quot;[6]). Die Worte, die Luther den Mittrauernden später bei der Beerdigung seiner Tochter gesprochen haben soll (&quot;Es soll Euch lieb seyn!&quot;), kommen sogar wortwörtlich bei Söffing vor - eine Mahnung an die trauernden Eltern, dass sie diesen Todesfall gelassen hinnehmen sollen. Doch bestätigt Söffing dadurch auch, dass die Eltern (genauso wie das von ihm genutzte Vorbild Martin Luther) sehr traurig waren: <em>Dieses nachzusprechen/ ist zwar sehr schwer/ denn Kinder sind theure Schätze und werthe Liebespfande [...] Und wie sie denen Eltern fest ans Hertz gebunden sind, also können sie ohne Schmertzen nicht abgerissen werden</em>.
 Wenn die Eltern die Worte nachsprechen: <em>Nimm hin zu treuer Gnaden-Hand/ Jesu/ mein Freund/ diß Liebes Pfand</em>, bedeutet das nach Söffing nicht nur, dass sie bereitwillig und gottgelassen ihr Kind nach dessen Tode übergeben, sondern auch, dass sie schon zu Lebzeiten verschiedene Schritte unternehmen, die zur Seligkeit des Kindes führen. Der Prediger beschreibt die dafür notwendigen Handlungsweisen frommer Eltern: <em>Man bringet aber die Kindlein zu Christo 1. Durch fleissiges Gebet/ wenn sie noch im Mutterleibe verschlossen sind [...] Man bringet die Kinder zu Christo 2. Durch die Tauffe [...] Man bringet die Kinder zu Christo durch Christliche Aufferziehung/ so lange sie am Leben sind [...] Man bringet die Kinder zu Christo durch gute Gedult und Christliche Gelassenheit/ wenn sie kranck und schwach/ oder gar von uns geschieden sind</em>.[7]
 Söffing schildert in diesem Zusammenhang die besonderen Schritte, die für Albertine Antonie unternommen wurden: die Gebete und neugedichteten Lieder der Mutter vor und nach der Geburt,[8] die Gebete der Einwohner Schwarzburgs während der Schwangerschaft der Gräfin und die Gebete der Zeugen bei der Taufe,[9] die Gebete der Anwesenden, als sich das Kind dem Tode näherte als auch die Gottgelassenheit der beiden Eltern nach dem Tod ihrer Tochter. Mit diesen Worten der Bestätigung über das erfolgte <em>Überbringen</em>[10] des Kindes zu Jesus hoffte der Prediger, die Eltern zu trösten und ihnen zu versichern, dass sie alles Nötige getan hätten, dem Kind den Weg zur Seligkeit vorzubereiten.
 Als Sechswöchnerin durfte die Mutter nicht anwesend sein, als Söffing in der Hofkapelle predigte. Vielleicht besuchte er Aemilie Juliane im Voraus oder kurz nach dem Gottesdienst in ihrem Zimmer, um ihr den Text vorzutragen. Aber die gedruckte Predigt, wahrscheinlich schon innerhalb einiger Tage nach der Beisetzung vorliegend, muss sie mit höchster Betroffenheit gelesen haben, denn sie hinterließ auf ihrem Exemplar Anmerkungen, die darauf hinweisen, dass sie sich stark mit dem Inhalt auseinander gesetzt hat. Als Söffing schilderte, wie in einer gemalten Darstellung der Szene in Markus 10,13-15 die Mütter ihre kleinen Kinder zu Jesus bringen, hatte Aemilie Juliane offensichtlich ihre Feder in der Hand, denn im Satz: <em>[Sie] kommen [...] und bringen ihre Kindlein/ Eine hat ihrs auff den Armen/ die andere auff dem Schoß die dritte an den Brüsten/ wie es zum öfftern schön abgemahlet</em> unterstrich sie das Wort <em>Brüsten</em>. Dies zeigt, dass sie eine liebende Mutter war (ebenso wie die biblische Frau, die ihr Kind herzte und liebte) - und die verstorbene Tochter trotz ihrer großen Traurigkeit dennoch Jesus überbrachte. Im nächsten Abschnitt der Predigt erkannte sie die Vorbildhaftigkeit der biblischen Mutter an, indem sie im Satz <em>also uns allen zum Fürbilde/ </em><span class="underline"><em>daß wir dergleichen</em></span><em> thun/ wann wir von Gott mit Kindern beschencket werden/ daß wir sie auch zum Herrn Christo </em><em><span class="underline">bringen</span></em> durch weitere unterstrichene Wörter ihr Einverständnis mit dieser Handlungsweise ausdrückt. Am Rand notierte sie: <em>was nun hir diese Eltern gethan haben das wil unß auch gebühren</em>. Sie unterstrich darüber hinaus die Textstelle, in der Söffing Martin Luther und <em><span class="underline"><span class="underline"></span></span></em>seine sterbende Tochter erwähnt, ebenso die Worte <em>Es soll euch lieb seyn</em>. Und am Ende dieses Abschnitts hob sie in dem Satz, <em>so gibt sich ein gläubiges Vater- und Mutter-Hertz <span class="underline">zufrieden</span></em> das letzte Wort entsprechend hervor. Auch bei der Schilderung der Nottaufe hinterließ die trauernde Mutter eine Glosse am Rand: <em>weil das Kind sehr schwach</em>. Diese und andere schriftliche Hinweise auf die Auseinandersetzung Aemilie Julianes mit der Leichenpredigt auf ihr neugeborenes Kind sind ein Beweis dafür, dass auch in der Frühen Neuzeit die Emotionen einer Mutter beim Tod ihres Kindes heftig und schmerzhaft waren.
 Nachdem sie die Leichenpredigt gelesen und kommentiert hatte, dichtete die Mutter ein geistliches Lied, mit dem sie ihre Gefühle und ihre Sicht auf die Ereignisse zum Ausdruck brachte, sich aber zugleich auch der gottgewollten Fügung unterstellte. Die ersten Zeilen lauten:
<em>1. GOTT/ dein Wille ist geschehen/<br /> Mein Kind hat auf dein Geheiß<br /> Zu dir von mir müssen gehen.<br /> GOTT sey Lob/ weil ich doch weiß/<br /> Daß/ mein Gott/ dein Will geschehn/<br /> Der es also gut ersehn.</em>
<em> 2. Laß es dir nur nicht mißfallen/<br /> Daß die Thränen fliessen mir:<br /> Denn in diesem/ wie in allen/<br /> Bin ich doch gelassen dir/<br /> Und denck/ daß du Väterlich<br /> Als dein Kind auch straffest mich.</em>
<em> 3. Du kennst ja ein Vater-Hertze/<br /> Und die wahre Mutter-Treu:<br /> Du weist daß was hertzet/ schmertze:<br /> Kinder-Tod höchst schmertzlich sey.<br /> Drum gib nicht der Ungedult/<br /> Sondern bloß der Lieb die Schuld.</em>
 Am Ende des siebenstrophigen Liedes behauptet Aemilie Juliane, durch Gottes Trost könne sie nun vom Weinen ablassen. Der Text zeigt, dass es ihr gelungen war, ihre Trauer zu verarbeiten - genau wie der Prediger es ihr geboten hatte. Später nutzte sie das Lied, um ihre Erfahrungen in solch einer Situation mit anderen Betroffenen zu teilen: Sie veröffentlichte es unter der Überschrift &quot;Ein Lied der Eltern/ nachdem das Kind gestorben&quot; in ihrem Buch für schwangere und gebärende Frauen.[11] Auch andere Frauen und andere Eltern sollten in diesen Worten, so hoffte sie, angesichts des Todes eines Kindes Trost finden und Hoffnung für dessen Seligkeit schöpfen können. Durch die Publikation des Liedes transportierte Aemilie Juliane zugleich eine der grundlegenden Intentionen der Leichenpredigt auf ihre Tochter - die Erbauung des Publikums - mittels eines weiteren Mediums in einen größeren Leserinnen- und Leserkreis.

Prof. Dr<strong>. JUDITH P. AIKIN</strong> ist emeritierte Professorin für deutsche Sprache und Literatur an der University of Iowa.

 <strong>Bestand:</strong> Historische Bibliothek Rudolstadt<br /> <strong>Signatur:</strong> Fun. div. XLV<br /> <strong>Enthalten in:</strong> Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in der Historischen Bibliothek der Stadt Rudolstadt (Marburger Personalschriften-Forschungen 51), Stuttgart 2010

 <strong>Anmerkungen:</strong>
 [1] Söffing, Justus, Freundschafft Christi/ mit Seinen Gläubigen [...], Rudolstadt [1668].
 [2] Ebd., Bl. B2r.
 [3] Die Bedeutung des Ausdrucks &quot;gottgelassen&quot; bzw. &quot;gelassen&quot; muss hier und im folgenden Text zeitgenössisch verstanden werden. Der Begriff bedeutet in diesem Kontext eine aktive Annahme des göttlichen Willens und findet oft in Schriften der Devotio moderna und des Pietismus Verwendung.
 [4] Für den aktuellen Forschungsstand siehe u.a. Linton, Anna, Poetry and Parental Bereavement in Early Modern Lutheran Germany (Oxford Modern Languages and Literature Monographs), Oxford 2008, S. 1-3.
 [5] Söffing, Freundschafft Christi (wie Anm. 1), Bl. A3r. Das Sprichwort kommt bei Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hg.), Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde., Leipzig 1867-1880, in verschiedenen Formen vor, u.a.: <em>Was betrübt, das liebt; Was liebt, betrübt; und Herzlich geliebt, schmerzlich betrübt</em>.
 [6] Luther, Martin, Colloqvia Oder Tischreden D.Mart. Luthers/ So er in vielen Jaren/ gegen Gelarten leuten auch Frembden Gesten/ vnd seinen Tischgesellen geführet [...], hrsg. von Johannes Aurifaber, Eisleben 1569, Kapitel: XLVIII, S. 447v-448v. (VD16 L 6755, Permalink: <link http://gateway-bayern.de/VD16+L+6755 _blank - "VD16 L 6755">http://gateway-bayern.de/VD16+L+6755</link> [Zugriff: 12.2.2013]), digitaler Volltext der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt Halle (Saale) unter der URL: <link http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-119284 _blank - "Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt Halle (Saale)">http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-119284</link> (Zugriff: 12.2.2013). Söffing gibt die Aussage folgendermaßen wieder: <em>Als dem Herrn Luthero sein Töchterlein kranck war/ sprach Er/ ‘ich habe sie lieb/ wo es aber Gottes Wille ist [dass sie stirbt, gebe ich sie gern hin’]</em>.
 [7] Söffing, Freundschafft Christi (wie Anm. 1), Bl. B2r-B3r.
 [8] Unter Verwendung der zeitgenössisch populärsten Kirchenliedermelodien dichtete Aemilie Juliane mehr als 700 geistliche Lieder. Zwei dieser Lieder sind immer noch im heute genutzten Evangelischen Gesangbuch enthalten. In der Leichenpredigt für die verstorbene Tochter schildert Söffing das Liederschaffen Aemilie Julianes: <em>Davon zeugen die geistreichen süssen Liederlein/ die Ihrentwegen aus Hochgräfflichen Hertzen geflossen [...] So hat sie auch manch schönes Gesänglein/ und süsses Liedlein gemachet wegen [...] der geliebten Albertinae Antoniae, daß sie Gott nach seinem Wolgefallen behüten und bewahren wolle</em> (Bl. B3v-B4r). Über Aemilie Julianes Lieder und Gesangbücher siehe den Artikel Aikin, Judith P., Der Weg zur Mündigkeit in einem Frauenleben aus dem 17. Jahrhundert. Genesis und Publikationsgeschichte der geistlichen Lieder der Gräfin Aemilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt, in: Wolfenbütteler Barock-Nachrichten 29/2002, S. 33-59.
 [9] Die vorgeschriebenen Gebete der Gemeinde für schwangere und gebärende Frauen und Säuglinge sowie die Gebete der Taufzeugen befinden sich in der Kirchenagenda: Agenda Schwartzburgica, Das ist: Verzeichniß der Ceremonien/ Wie solche Die jetzo regierende Gräfliche Schwartzburgisch und Honsteinische sämptliche Herrschaft Beyder/ Sondershäusisch- und Rudolstätischer Linien/ in ihren Kirchen wollen gehalten haben, Rudolstadt 1675, S. 33-35, 129-139 (VD17 1:083274H, Permalink: <link http://gateway-bayern.de/VD17+1%3A083274H _blank - "VD17 1:083274H">http://gateway-bayern.de/VD17+1%3A083274H</link> [Zugriff: 12.2.2013]), digitaler Volltext der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt Halle (Saale) unter der URL: <link http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-53465 _blank - "Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt Halle (Saale)">http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-53465</link> (Zugriff: 12.2.2013). Weil die Schwangerschaft Aemilie Julianes ein politisch wichtiges Ereignis war, gab die Herrscherfamilie auch Sondergebete aus, die täglich von allen Einwohnern der Grafschaft Schwarzburg zu rezitieren waren. Siehe Thüringisches Staatsarchiv Rudolstadt, Geheimes Archiv B II 4 a, Nr. 5.
 [10] Söffing verknüpft mit der Verwendung dieses Ausdrucks mehrere theologische Bedeutungsebenen: Zum einen die passive Annahme des Todes als Gottes Wille (&quot;Gelassenheit&quot;), zum anderen aber auch aktive Tätigkeiten der Eltern, die die Kinder zu deren Lebzeiten zu Gott führen und unter dessen Schutz stellen (Gebet, Taufe, Erziehung).
 [11] Schwarzburg-Rudolstadt, Aemilie Juliane von, Geistliches Weiber-Aqua-Vit/ Das ist/ Christliche Lieder und Gebete/ Vor/ bey und nach Erlangung Göttlichen Ehe-Segens/ Wie auch Bey andern darbey sich begebenden Fällen zu gebrauchen/ Aus Landes-Mütterlichen Hertzen/ Mund und Hand Ihren Landes-Kindern zu erwünschter/ kräftiger Erbauung aus Gottes H. Wort zubereitet und mitgetheilet, Rudolstadt 1683, S. 223-225 (VD17 3:004903W, Permalink: <link http://gateway-bayern.de/VD17+3%3A004903W _blank - "VD17 3:004903W">http://gateway-bayern.de/VD17+3%3A004903W</link> [Zugriff: 12.2.2013]), digitaler Volltext der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel unter der URL: <link http://diglib.hab.de/drucke/tl-62/start.htm _blank - "Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel">http://diglib.hab.de/drucke/tl-62/start.htm</link> (Zugriff: 12.2.2013). 

<strong>Zitierweise:</strong> Judith P. Aikin, Albertine Antonie Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt (15.-17.09.1668). <em>Was liebet/ Das betrübet. Was hertzet/ Das schmertzet</em> – Eine Wöchnerin liest die Leichenpredigt ihres neugeborenen Kindes, in: Leben in Leichenpredigten 04/2013, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: &lt;http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/albertine-antonie-graefin-von-schwarzburg-rudolstadt-15-1791668.html&gt;]]></content:encoded>
			<category>Leben in Leichenpredigten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 01 Apr 2013 09:44:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Autobiographische Texte aus Thüringer Leichenpredigten</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/autobiographische-texte-aus-thueringer-leichenpredigten.html</link>
			<description>Vortrag auf dem PDR-Workshop in Berlin</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das DFG-Projekt "Personendaten-Repositorium", das an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt ist und 2012 um weitere drei Jahre verlängert wurde, veranstaltete vom 4. bis 6. März 2013 einen Workshop, in dessen Zusammenhang die Forschungsstelle für Personalschriften in mehrfacher Weise präsent war:
Am Dienstag, dem 5. März, hielt Dr. Jörg Witzel im Rahmen des Workshops unter dem Titel "Autobiographische Texte aus Thüringer Leichenpredigten. Eine Projektvorstellung" einen viel beachteten Vortrag. Moderiert wurde die Sektion von Dr. Eva-Maria Dickhaut. Bereits am 4. März hatte Robin Pack in der Poster-Session das Kooperationsprojekt AEDit Frühe Neuzeit vorgestellt. 
Der Workshop folgte&nbsp; einer&nbsp; Veranstaltung aus dem Jahre 2010, auf der die Forschungsstelle ebenfalls mit einem Poster vertreten gewesen war. Er setzte damit den wissenschaftlichen Austausch über Themenfelder der Personenforschung fort. Vor allem wurden technische und inhaltliche Neuerungen vorgestellt und die Nutzungmöglichkeiten von Webservices und Datenschnittstellen erläutert.
]]></content:encoded>
			<category>Vorträge</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 06 Mar 2013 08:59:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Mehr Personen - Mehr Daten - Mehr Repositorien</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/mehr-personen-mehr-daten-mehr-repositorien.html</link>
			<description>Die Forschungsstelle auf dem PDR-Workshop in Berlin</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das DFG-Projekt "Personendaten-Repositorium", das an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt ist und 2012 um weitere drei Jahre verlängert wurde, veranstaltete vom 4. bis 6. März 2013 einen Workshop, in dessen Zusammenhang die Forschungsstelle für Personalschriften in mehrfacher Weise präsent war:
Am Montag stellte Robin Pack in der Poster-Session das Kooperationsprojekt AEDit Frühe Neuzeit vor, und am Dienstag hielt Dr. Jörg Witzel einen viel beachteten Vortrag unter dem Titel "Autobiographische Texte aus Thüringer Leichenpredigten. Eine Projektvorstellung". Moderiert wurde die Sektion von Dr. Eva-Maria Dickhaut.
Der Workshop folgte&nbsp; einer&nbsp; Veranstaltung aus dem Jahre 2010, auf der die Forschungsstelle ebenfalls mit einem Poster vertreten gewesen war. Er setzte damit den wissenschaftlichen Austausch über Themenfelder der Personenforschung fort. Vor allem wurden technische und inhaltliche Neuerungen vorgestellt und die Nutzungmöglichkeiten von Webservices und Datenschnittstellen erläutert.
Neben der Forschungsstelle waren auch zwei AEDit-Kooperationspartner beim Workshop des Personendaten-Repositoriums vertreten.
Timo Steyer von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel moderierte am Dienstag den Thementisch "Digitale Editionen" und Christian Thomas vom Deutschen Textarchiv (DTA) referierte am Mittwoch über die computerlinguistisch gestützte Identifikation von Personen- und Ortsnamen in den Korpora des DTA. Die dabei vorgestellte Methode zur automatischen Namenserkennung wird auch bei AEDit zum Einsatz kommen.
<p class="MsoNormal"></p>]]></content:encoded>
			<category>Veranstaltungen</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 06 Mar 2013 08:59:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Johannes Buxtorf d.J. (1599-1664)</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/johannes-buxtorf-dj-1599-1664.html</link>
			<description>Men‘ ergo lachrymas numeris constringere Metri? – Zum Spannungsverhältnis von Trauern und Dichten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Während die Leichenpredigt für Johannes Buxtorf den Jüngeren lediglich zwei deutsche Epicedien aufweist, präsentiert die akademische Gedenkrede abschließend 55 Gedichte, bei denen die klassischen Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch überwiegen.[1] Die sprachliche Vielfalt sowie die große Zahl an Epicedien für Buxtorf gibt ein Bild von seiner Verknüpfung mit dem Europa der Frühen Neuzeit. Buxtorf trat als Professor für Hebräisch, Dogmatik und das Alte Testament in die Fußstapfen seines berühmten Vaters Johannes Buxtorf d.Ä., Begründer der Hebraistik an der Universität Basel.[2] Er galt als höchste Instanz für biblisch-orientalische Sprachen und so sagt Lucas Gernler in der akademischen Gedenkrede über den Verstorbenen: <em>Multi rebus dubiis velut sacrum quoddam Oraculum consulebant, plerique literaturae Orientalis principem & statorem salutbant.</em>[3] (Viele befragten [ihn] wie ein heiliges Orakel bei ungelösten Problemen, die meisten begrüßten [ihn] als Begründer und Erhalter der orientalischen Wissenschaft. [Übersetzung d. V.]) Das Gleichsetzen Buxtorfs mit einem Orakel zieht sich als ein Motiv durch die Epicedien und so fragt John Lightfoot, Hebraist aus Cambridge, in seinem Gedicht für den verstorbenen Kollegen: <em>Isti Quis doctos inter non debitor est oraclo?</em>[4] (Wer unter den Gelehrten ist diesem Orakel nicht zu Dank verpflichtet? [Übersetzung d. V.])
 Das Interesse an der Erschließung der hebräischen Sprache und der jüdischen Tradition verband sowohl Vater als auch Sohn mit Lightfoot, wie aus der Gelehrtenkorrespondenz hervorgeht.[5] In einem Brief an Johannes Buxtorf d.J. betont Lightfoot, dass er seine Kenntnisse des Talmuds gänzlich Buxtorfs Arbeit zu verdanken habe, da Lightfoot mit dessen Ochsen (d.h. vor allem dem "Lexicon Chaldaicum, Talmudicum et Rabbinicum") vor dem Pflug gesät habe und die Ernte deshalb dem Basler Gelehrten zugeschrieben werden müsse.[6] Auch wenn der Brief an Buxtorf d.J. gerichtet ist, gilt das Lob auch dessen Vater, der das Referenzwerk begonnen und dem Sohn zur Vollendung und Herausgabe hinterlassen hatte.[7]
 Vor seinem Tod wurde Buxtorf zusehends durch Krankheit vom Arbeiten abgehalten, was bei Lightfoot tiefstes Bedauern hervorrief.[8] Als Buxtorf 1664 verstarb, drückte Lightfoot seine Trauer in einem Epicedium aus,[9] das zwei Gedichte umfasst, wobei einem hebräischen Gedicht ein lateinisches folgt.
 Das lateinische Gedicht beginnt mit einem Paradox, denn Lightfoot ist, übermannt von der Trauer, scheinbar unfähig, Verse zu schreiben:
 <em>Men' ergo lachrymas numeris constringere Metri?<br /> Atque sub angusto limite versiculi?<br /> Men' Spondaeorum trutina librare dolorem?<br />Dactyli & exacto pondere flere pedis?<br />Moestitiae hocce foret malè contradicere nostrae:<br />Plangere velle foret, Plangere nolle foret,<br /> Excedunt lachrymae nostrae numerumque modumque:<br /> Exundant, diffluunt, mensuramque ignorant;<br /> Et ripas spernunt quantitatum Syllabarum.<br /> Nam Magnum flent Buxtorfium. Illustre Nomen.<br /> [...]</em>
 (Soll ich also meine Tränen in das Versmaß zwingen<br /> und in die enge Grenze des Versleins?<br /> Muss ich den Schmerz nach dem Maß der Spondeen abwägen?<br /> Weinen nach dem genauen Gewicht des daktylischen Fußes?<br /> Das würde bedeuten, unserer Trauer schlecht zu entsprechen:<br /> Es hieße, klagen zu wollen und gleichzeitig nicht klagen zu wollen.<br /> Unsere Tränen überschreiten den Vers und das Maß:<br /> Sie strömen über, fließen hervor und wollen nichts von einem Abzählen wissen<br /> und sie missachten die Ufer der festgelegten Silbenquantitäten,<br /> denn sie beweinen den großen Buxtorf, einen berühmten Namen. [Übersetzung d. V.])
 Lightfoot verwendet verschiedene Bilder, um sein Hadern mit der lyrischen Form zu artikulieren. Seine Tränen passen räumlich nicht in Distichen. Dabei vergleicht Lightfoot das Versmaß mit einer Maßeinheit, die man abwägen kann und die ein bestimmtes Gewicht verlangt, während die Trauer als Tränen wie ein Gewässer um das Versmaß herumfließt und sich nicht vom Ufer der Silbenquantitäten[10] eindämmen lässt. Die Unfähigkeit, in der Trauer zu dichten, wird nicht nur inhaltlich beschrieben, sondern formal umgesetzt. Nach sieben Versen verlässt der Dichter das elegische Distichon und fährt in Prosa fort, die durch viele lange Silben gekennzeichnet ist und damit, der Thematik angemessen, schwerfällig wirkt. Im Druckbild des Gedichts fällt der Ausfall des Versmaßes durch die linksbündig angeordneten Zeilen auf und es scheint, als bemühe sich der Verfasser, Hexameterverse zu dichten, was immer wieder scheitert.[11]
 Die Verbindung von Trauer und schwindender Dichterinspiration ist in humanistischen Gelehrtenepicedien ein wiederkehrendes Thema, das allegorisierend im Bild der versiegenden Musenquelle dargestellt wird.[12] In Epicedien der Barockzeit kann die Trauer ins Zentrum des Motivs rücken: Der Dichter beteuert, aufgrund seiner tiefen Trauerempfindung nicht mehr in der Lage zu sein, ein Gedicht zu verfassen, während diese Beteuerung bereits ein Teil des Gedichts ist. Das Paradox des "artikulierten Schweigens" liegt in der Problematik der literarischen Darstellung von Affekten und insbesondere von Trauer und Klage begründet, da etwas nicht Darstellbares vermittelt werden soll.[13] Tatsächlich findet sich der Widerspruch von Dichten im Trauerzustand auch in Iulius Caesar Scaligers Poetik thematisiert: "Quomodo nobis dicendum simul et silendum? Hoc dolor, illud officium, utrumque defuncti virtus persuadet."[14] (Wie sollen wir reden und zugleich schweigen? Der Schmerz gebietet das eine, die Pflicht das andere, der Wert des Verstorbenen beides.[15]) Lightfoots Trauerempfindung wird weder als Musenallegorie noch als umfassendes Schweigen charakterisiert, sondern sie wirkt sich auf das Versmaß, d.h. auf die formalen Anforderungen der Epicediendichtung aus. Genau genommen scheint seine Trauer die Dichtungskonvention zu durchbrechen, wodurch das Gedicht keines mehr ist und nicht zur Gattung der Epicedien gehört.
 Lightfoots Variation ist auch mit dem "Unsagbarkeitstopos" in Zusammenhang zu bringen, bei deren zahlreichen Varianten nach Ernst Robert Curtius der gemeinsame Nenner "die Betonung der Unfähigkeit, dem Stoff gerecht zu werden" gilt, um die Bedeutung des Stoffes zu bekräftigen und seinen Wert zu steigern, was vor allem im Kontext der Enkomiastik zur Anwendung kommt.[16] Gerade bei Epicedien trifft die Grundkonstante zu, dass die Thematik der Lobpreisung dazugehört[17] und in diesem Sinne kann auch Lightfoots Durchbrechen der Metrik gelesen werden. Die Trauer um den verlorenen Gelehrtenfreund ist so groß, dass sie nicht in die geforderten Konventionen gedrängt werden kann. Damit ist aber auch ein Motiv der Trauerrechtfertigung evoziert, das bewusst die Trauernormen umgeht und der Empfindung freien Lauf lässt, weil man nur auf diese Weise dem Verstorbenen gerecht werden kann.[18] Die Trauer ist der Ausdruck für die Wertschätzung der verstorbenen Person, weshalb der Ausdruck des Affekts in direktem Verhältnis zur Achtung der Person steht und damit wiederum der Intention des Lobs nachkommt. Lightfoot thematisiert eindrücklich die Problematik der Epicediendichtung, die stark von poetologischen Vorgaben und gesellschaftlichen Trauerkonventionen geprägt ist, aber dennoch mit der eigenen Empfindung vereinbart werden und glaubwürdig aufrichtige Trauer vermitteln muss. Das Gedicht ist ein Beleg dafür, wie in der Epicediendichtung die individuelle Umsetzung der engen Vorgaben der Gattung realisiert werden konnte. So wurde die situationsbezogene und im öffentlichen Rahmen angesiedelte Dichtung für den Anlass eines Todesfalls, dem eine Singularität inhärent ist, individuell umgesetzt. 
Auch wenn das Gedicht für Johannes Buxtorf d.J. nach sieben Versen zu kurzen Prosazeilen wechselt, weist es inhaltlich dennoch die charakteristischen Motive eines Epicediums auf. Nachdem der Dichter seine Trauer und die aller Gelehrten (<em>chorus omnis literatus</em>, V. 11) bekräftigt hat (<em>Plangimus extinctum Buxtorfium.</em>, V. 13), geht er zu verschiedenen und für Epicedien typischen Trostthemen über, die zugleich Lob auf den Verstorbenen beinhalten. Der Verstorbene wird durch seinen Ruhm und seine Werke weiterleben (<em>Vivit is aternâ famâ, librisque aeternis.</em>, V. 17) und zugleich auch durch seinen Sohn, der die Arbeit des Vaters weiterführen wird (<em>Vivit, et in nato vere Buxtorfiano.</em>, V. 18). Dabei geht Lightfoot auf die Ähnlichkeit innerhalb der Generationen ein, die ihren Anfang mit Buxtorf d.Ä. genommen und nun in dritter Generation weiter Bestand hat (<em>Vt similis mage non foret ipsi sibi uterque, Quam fit is utrique similis, patrique avoque.</em>, V. 20-21).[19] Im Weiteren gilt der Trost dem Sohn, da sich Lightfoot mit ihm auf dieselbe Empfindungsebene stellt: <em>Ereptum tibi, flemus eum, & eretpum nobis. Orphani tecum sumus, ac orbati patre</em>, V. 23-24 (Den dir Entrissenen beweinen wir und den uns Entrissenen. Waisen sind wir mit dir und des Vaters beraubt. [Übersetzung d. V.]) Das Gedicht öffnet sich nach diesem persönlich konnotierten Trost dem allgemeinen Lob auf den Verstorbenen, dem die gesamte Gelehrtenwelt ihre Kenntnisse der Heiligen Sprache zu verdanken hat (<em>Isti Quis doctos inter non debitor est oraclo?</em>, V. 28-29). Bei Zeile 30, die auch im Druck versetzt ist, findet Lightfoot zum Hexameter zurück, was schon mit der Zunahme an Spondeen in den vorhergehenden Versen vorbereitet wurde. Die drei Hexameter (V. 30-32) sind nur durch die Formulierung Lachrymas persolvito dignas durchbrochen, was wie ein subjektives Echo zum Versteil <em>Grates persolvito dignas</em> gelesen werden kann. Vers 32 (<em>Et tumulum facite & tumulo superaddite carmen</em>) als wörtliches Zitat aus Vergils fünfter Ekloge (V. 42) zeigt, dass der Dichter wieder ganz den poetologischen Anforderungen folgen kann und der "Imitatio" entsprechend ein klassisches Vorbild einflicht. Den Abschluss des Gedichts bildet ein Epitaphium, das die Vorrangstellung des Verstorbenen betont (<em>Heic Iacet plus quam millies mille docti [...]</em>, V. 33). Der Verfasser zeichnet mit einer gefühlsbetonten Subskription (<em>Cum lachrymis haec miscuit JOHAN. LIGHTFOOT. [...]</em>), die den Anfang des Gedichts nochmals bekräftigt.
 John Lightfoot stellt seine Trauer um den verstorbenen Kollegen in den Vordergrund, da sie nicht in das vorgegebene Versmaß hineinpasst, womit er das Spannungsverhältnis von Trauern und Dichten in den neulateinischen Epicedien evident macht. Anstatt des elegischen Distichons fährt der Dichter in Prosa fort und scheint damit die poetologischen Normen der Gattung zu durchbrechen. Der Ausfall beim Dichten kann als Unsagbarkeitstopos verstanden werden, der die Funktion hat, die Bedeutung des Gesagten zu bekräftigen. Zugleich wird ein Motiv zur Rechtfertigung der Trauer evoziert, bei dem sich die starke Empfindung über die Trauernormen hinwegsetzt, da die tiefe Trauer um den Verstorbenen seiner Wertschätzung entspricht. Mit diesem Motiv ist auch das Lob auf die verstorbene Person verquickt, was einen weiteren Berührungspunkt zum Unsagbarkeitstopos und seiner enkomiastischen Intention darstellt. Inhaltlich richtet sich das Gedicht nach den Vorgaben der Epicediendichtung, da charakteristische Trost- und Lobmotive angeführt werden. Mit dem Thematisieren der eigenen Trauer, die nicht in das geforderte Versmaß passt, wird die Spannung von Dichten und Trauer fokussiert, und zugleich zeigt es, wie experimentierfreudig die Gattung der Epicedien sein kann, um die individuelle Realisierung für den Anlass des Todesfalls zu garantieren. Der Dichter hat seine Trauer nicht dem geforderten Versmaß untergeordnet, sondern ihr in Form der Prosa freien Lauf gelassen. Indem er sich diese Freiheit erlaubte, zeigt er glaubwürdig seine Trauer um den verstorbenen Kollegen.

<strong>ELISABETH REBER</strong> M.A.&nbsp;promoviert am Seminar für Klassische Philologie der Universität Basel im Rahmen des Doktoratsprogramms der Basler Altertumswissenschaften über das Thema "Neulateinische Gelegenheitspoesie (Basler Leichenreden)". Dieser Beitrag stellt einen Aspekt aus dem Dissertationsprojekt der Autorin vor, das voraussichtlich 2015 zum Abschluss kommen wird.

 <strong>Bestand:</strong> Universitätsbibliothek Basel<br /> <strong>Signatur:</strong> KiAr G V 3:28 [20]

 <strong>Anmerkungen:</strong>
 [1] Gernler, Lucas, Oratio parentalis venerandi excellentissimique viri Dn. Johannis Buxtorfii [...], Basel 1665, S. 44-100 (VD17 7:635784X, URL: <link http://gso.gbv.de/DB=1.28/SET=2/TTL=31/CMD?MATCFILTER=N&MATCSET=N&NOSCAN=N&IKT0=&TRM0=&ACT3=*&IKT3=8183&ACT=SRCHA&IKT=1016&SRT=YOP&ADI_BIB=&TRM=Oratio+parentalis+venerandi+excellentissimique&REC=*&TRM3= _blank - VD17>http://gso.gbv.de/DB=1.28/SET=2/TTL=31/CMD?MATCFILTER=N&MATCSET=N&NOSCAN=N&IKT0=&TRM0=&ACT3=*&IKT3=8183&ACT=SRCHA&IKT=1016&SRT=YOP&ADI_BIB=&TRM=Oratio+parentalis+venerandi+excellentissimique&REC=*&TRM3=</link> [Zugriff: 10.1.2013]).
 [2] Smend, Rudolf, Vier Epitaphe. Die Basler Hebraistenfamilie Buxtorf (Litterae et Theologia 1), Berlin/New York 2010, S. 24-40.
 [3] Gernler, Oratio (wie Anm. 1), S. 31.
 [4] V. 28-29.
 [5] Key, Newton E., 'Lightfoot, John (1602-1675)', in: Oxford Dictionary of National Biography, Oxford 2004 (Onlinefassung, URL: <link http://www.oxforddnb.com/view/article/16648 _blank - "Oxford Dictionary of National Biography">http://www.oxforddnb.com/view/article/16648</link> [Zugriff: 10.1.2013]).
 [6] Strype, John, Some account of the life of the Reverend and most learned John Lightfoot D.D., in: Bright, George (Hg.), The works of the Reverend and learned John Lightfoot D.D. [...], Bd. 1, London 1684, S. XXVI (Onlinefassung, URL: <link http://eebo.chadwyck.com/search/full_rec?SOURCE=pgimages.cfg&ACTION=ByID&ID=V99269 _blank - "The works of the Reverend and learned John Lightfoot D.D.">http://eebo.chadwyck.com/search/full_rec?SOURCE=pgimages.cfg&ACTION=ByID&ID=V99269</link> [Zugriff: 10.1.2013]).
 [7] Smend, Epitaphe (wie Anm. 2), S. 33.
 [8] <em>Nec destitit (sc. Johannes Buxtorf), obmurmurante licèt morbo, qui annis postremis propè perpetuus, & tùm labori tùm quieti exquisitè molestus fuit, bonas studiis horas vindicare.</em>, aus Gernler, Oratio (wie Anm. 2), S. 34. Die Anmerkungen von John Strype zu Lightfoots Bedauern siehe Strype, Life (wie Anm. 6), S. XXVI.
 [9] Strype, Life (wie Anm. 6), S. XXVI.
 [10] Der Ausdruck <em>quantitatum Syllabarum</em> scheint als Fachbegriff auf die poetische Lehre zu verweisen.
 [11] Die Frage, ob die Anordnung der Verse auch zur bewussten Visualisierung des Inhalts im Druckbild dient, ist hier ausgeklammert. Zu diesem Aspekt in der deutschsprachigen Dichtung des 17. Jahrhunderts siehe Zeller, Rosmarie, Dichter des Barock auf den Spuren von Kratylos. Theorie und Praxis motivierter Sprache im 17. Jahrhundert, in: Germanisch-Romanische Monatsschrift, N.F. 38/1988, S. 371-394.
 [12] Steppich, Christoph J., Numine afflatur. Die Inspiration des Dichters im Denken der Renaissance (Gratia 39), Wiesbaden 2002, S. 323. Das Versiegen der Inspiration angesichts der Trauer rekurriert eventuell auf Statius, <em>Silv.</em> 5,3; dazu Esteve-Forriol, José, Die Trauer- und Trostgedichte in der römischen Literatur untersucht nach ihrer Topik und ihrem Motivschatz, München 1962, S. 100f.
 [13] Zum artikulierten Schweigen in barocken Dramen siehe Benthien, Claudia, Barockes Schweigen. Rhetorik und Performativität des Sprachlosen im 17. Jahrhundert, Paderborn/München 2006, S. 140-157.
 [14] Scaliger, Iulius Caesar, Poetices libri septem, Bd. III, Kap. 121 (168a).
 [15] Übersetzung Luc Deitz.
 [16] Curtius, Ernst Robert, Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, 11. Aufl., Tübingen/Basel 1993, S. 168.
 [17] Die Basler Epicedien weisen die drei konstitutiven Motive Klage, Lob und Trost auf, wie von Hans-Henrik Krummacher beschrieben: Krummacher, Hans-Henrik, Das barocke Epicedium. Rhetorische Tradition und deutsche Gelegenheitsdichtung im 17. Jahrhundert, in: Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft 18/1974, S. 89-147.
 [18] Das Motiv findet sich in der "Consolatio ad Liviam" (V. 7-12), auf die oftmals in den Epicedien rekurriert wird. Zur Interpretation der Consolatio ad Liviam siehe Esteve-Forriol, Trauer- und Trostgedichte (wie Anm. 12), S. 57.
 [19] Gerade Johannes Buxtorf d.J. soll nicht nur was die Interessen betrifft Ebenbild seines Vaters gewesen sein, sondern auch im Aussehen, siehe Smend, Epitaphe (wie Anm. 2), S. 24.
 [20] Weitere Dubletten des Druckes liegen unter den Signaturen BH VIII 33:2 / Falk 3157:9 / Aleph D XIII 2:112 und Frey-Gryn R III 32:10 in der Universitätsbibliothek Basel vor.

<strong>Zitierweise:</strong> Elisabeth Reber, Johannes Buxtorf d.J. (1599-1664). <em>Men‘ ergo lachrymas numeris constringere Metri?</em> – Zum Spannungsverhältnis von Trauern und Dichten in Epicedien, in: Leben in Leichenpredigten 03/2013, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: &lt;http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/johannes-buxtorf-dj-1599-1664.html&gt;]]></content:encoded>
			<category>Leben in Leichenpredigten</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 01 Mar 2013 09:49:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Von der Katalogisierung zum Volltext. Leichenpredigten aus der ehemaligen Stadtbibliothek Breslau im Projekt AEDit</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/von-der-katalogisierung-zum-volltext-leichenpredigten-aus-der-ehemaligen-stadtbibliothek-breslau-im.html</link>
			<description>Vortrag auf der DTA-/CLARIN-D-Konferenz in Berlin</description>
			<content:encoded><![CDATA["Historische Textkorppora für Geistes- und Sozialwissenschaften. Fragestellungen und Nutzungsperspektiven" - so lautete das Thema einer Konferenz mit themenbegleitenden Workshops, die am 18. und 19. Februar 2013 in Berlin stattfand. Veranstalter waren zwei Projekte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW): das Deutsche Textarchiv (DTA) und CLARIN-D (Common Language Ressources and Technology Infrastructure - Deutschland).
Im Rahmen dieser Veranstaltung hielten Dr. Eva-Maria Dickhaut und Dr. Jörg Witzel am 19. Februar 2013 im Einsteinsaal der BBAW einen Vortrag unter dem Titel "Von der Katalogisierung zum Volltext. Leichenpredigten aus der ehemaligen Stadtbibliothek Breslau im Projekt AEDit."&nbsp; Der Bestand wurde darin unter statistischen Gesichtspunkten vorgestellt. Außerdem wurden besonders aussagekräftige Stücke präsentiert.
 An der Konferenz nahmen auch Vertreter weiterer Kooperationspartner der Forschungsstelle teil. So sprach Timo Steyer, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, "Von Briefen, Predigten und Traktaten: Integration und Modellierung frühneuzeitlicher Texte im AEDit-Projekt", während Maria Federbusch, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, über den "OCR-Einsatz bei der Volltexterfassung von Quellen der Frühen Neuzeit" am Beispiel der Funeralschriften-Bestandes der Staatsbibliothek referierte.
 Große Resonanz fand auch der Workshop, den das DTA, ebenfalls ein enger Kooperationspartner der Forschungsstelle im DFG-Projekt AEDit, zum "Aufbau von Sprachressourcen am Beispiel des DTA" durchführte.]]></content:encoded>
			<category>Vorträge</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 09:16:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Breslauer Leichenpredigten - digital</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/vortrag-berlin.html</link>
			<description>Vortrag auf der DTA-/CLARIN-D-Konferenz in Berlin</description>
			<content:encoded><![CDATA["Historische Textkorpora für Geistes- und Sozialwissenschaften. Fragestellungen und Nutzungsperspektiven" - so lautete das Thema einer Konferenz mit themenbegleitenden Workshops, die am 18. und 19. Februar 2013 in Berlin stattfand. Veranstalter waren zwei Projekte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW): das Deutsche Textarchiv (DTA) und CLARIN-D (Common Language Ressources and Technology Infrastructure - Deutschland).
Im Rahmen dieser Veranstaltung hielten Dr. Eva-Maria Dickhaut und Dr. Jörg Witzel am 19. Februar 2013 im Einsteinsaal der BBAW einen Vortrag unter dem Titel "Von der Katalogisierung zum Volltext. Leichenpredigten aus der ehemaligen Stadtbibliothek Breslau im Projekt AEDit."&nbsp; Der Bestand wurde darin unter statistischen Gesichtspunkten vorgestellt. Außerdem wurden besonders aussagekräftige Stücke präsentiert.
 An der Konferenz nahmen auch Vertreter weiterer Kooperationspartner der Forschungsstelle teil. So sprach Timo Steyer, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, "Von Briefen, Predigten und Traktaten: Integration und Modellierung frühneuzeitlicher Texte im AEDit-Projekt", während Maria Federbusch, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, über den "OCR-Einsatz bei der Volltexterfassung von Quellen der Frühen Neuzeit" am Beispiel der Funeralschriften-Bestandes der Staatsbibliothek referierte.
 Große Resonanz fand auch der Workshop, den das DTA, ebenfalls ein enger Kooperationspartner der Forschungsstelle im DFG-Projekt AEDit, zum "Aufbau von Sprachressourcen am Beispiel des DTA" durchführte.]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 09:16:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Divine Right, 'Courtly Reformation' or Contractarianism?</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/divine-right-courtly-reformation-or-contractarianism.html</link>
			<description>Neuer Aufsatz von Ulrich Niggemann</description>
			<content:encoded><![CDATA[In der halbjährlich in Warschau erscheinenden interdisziplinären Zeitschrift "Barok. Historia-Literatura-Sztuka", Band XVIII/1 (35) 2011 hat Dr. Ulrich Niggemann, Philipps-Universität Marburg, einen Beitrag über die Funeralschriften veröffentlicht, die anlässlich des Todes Wilhelms III. von England verfasst wurden.
Unter dem Titel "Divine Right, 'Courtly Reformation' or Contractarianism? Political and Theological Languages in the Funeral Sermons on King William III" stellt er die Funeralpredigten als eine wichtige Quelle vor, die, so der Autor, "Aufschluß gibt über politische Normen, Wertungen und Bilanzierungen des seit der Revolution von 1688/89 existierenden Settlement. Der vorliegende Aufsatz bemüht sich, die in den Funeralpredigten verwendeten politischen Sprachen zu identifizieren und damit Hinweise zu geben auf die in ihnen wirksamen ideologischen Muster.
Der Beitrag greift zunächst Tony Claydons Beobachtung auf, demzufolge in der wilhelmitischen Propaganda seit Ende Dezember 1688 eine Ideologie der ‘Courtly Reformation’ in den Mittelpunkt rückte. Eine solche Ideologie oder politische Sprache läßt sich in der Tat auch in den Funeralschriften nachweisen. Sie äußert sich nicht nur in dem Appell für eine ‘Reformation of Manners’, einer grundlegenden Neuausrichtung von Sitten und Moral an der Grundidee der Reformation, sondern auch in einem ausgeprägten Antikatholizismus und protestantischen Providentialismus.
Zugleich läßt sich jedoch feststellen, daß in den Funeralschriften durchaus andere Sprachen und Ideologien wirksam waren, die sich auf unterschiedliche Weise mit der ‘Courtly Reformation’ verbanden. So ließen sich so konträre Ideologien wie die an Robert Filmers Partriarchalismus ausgerichtete Divine-Right-Ideologie ebenso feststellen wie eine potentiell whiggistische und den Ideen John Lockes verwandte Kontrakttheorie. Interessanterweise konnten beide Ideologien problemlos mit einer Sprache der ‘Courtly Reformation’ koexistieren. Gewissermaßen läßt sich die ‘Courtly Reformation’ geradezu als übergeordneter und dominierende Diskurs beschreiben, der jedoch in seiner politischen Zielrichtung keineswegs festgelegt war. Dies prägte auch das Bild Wilhelms III., der bis weit ins 18. Jahrhundert hinein als protestantischer Heros im Sinne des Providentialismus gefeiert wurde, ohne daß er in seiner Qualität als von Gott oder vom Volk eingesetzter Monarch eindeutig festgelegt gewesen wäre."

Ein weiterer, in Zusammenhang mit dem vorgestellten Beitrag stehender Aufsatz desselben Autors über die Ursprünge des Begriffs "Glorious Revolution", in welchem ebenfalls auf Funeralschriften verwiesen wird, erschien unter dem Titel "Some Remarks on the Origins of the Term 'Glorious Revolution'" in der von der Manchester University Press veröffentlichten Zeitschrift "The Seventeenth Century", Band XXVII, Nr. 4 (Dezember 2012).]]></content:encoded>
			<category>Neuerscheinungen</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 10:28:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Josua Schwartz (1632-1709)</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/josua-schwartz-1632-1709.html</link>
			<description>Der &quot;gerechte Krieg&quot; in Leichenpredigten</description>
			<content:encoded><![CDATA[Obwohl Kriege die Darstellungen von Leben (und Tod) in den Leichenpredigten des 17. Jahrhunderts intensiv beeinflussten und die verheerende Folgen eingehend kommentiert wurden, wird der "gerechte Krieg" nur selten zum Thema einer derartigen Trauerschrift.[1] In Leichenpredigten auf Bürgerliche liegt die Betonung auf dem empfundenen Kummer der Angehörigen und der Notwendigkeit zur Buße, damit Gott in seinem Erbarmen der Bevölkerung Frieden schenkt.[2] Leichenpredigten auf Adlige, gerade auf die im Krieg Gefallenen, würdigen hingegen insbesondere die Heldenhaftigkeit der Verstorbenen und heben hervor, wie diese dadurch Land und Einwohner beschützt hatten. Damit verbunden erfolgen seitens der Prediger Anweisungen, wie die Kämpfenden sich als Christen im Krieg verhalten sollen.[3] Eine der wenigen Leichenpredigten, die sich ausgiebig mit dem Thema des gerechten Krieges beschäftigt, stammt von Josua Schwartz, zur Zeit der Publikation Professor im schwedischen Lund.[4] Wie alle Leichenpredigten wurde sie zu einem bestimmten Anlass verfasst, und sie verdeutlicht abermals die These, dass bei der Untersuchung jeder Gelegenheitspredigt auf die Teilnehmer und die Begleitumstände geachtet werden muss. 
Josua Schwartz wurde 1632 in Waldau (poln. Wałdowo) bei Zempelburg (poln. Sępólno Krajeńskie) in Pommern geboren, wo sein Vater Prediger war.[5] Er studierte in Wittenberg und zeichnete sich schon bald als streitbarer, lutherischer Theologe aus. Wegen seiner Streitpredigten gegen die Lehrsätze der Reformierten musste er mehrmals die Stelle wechseln und fand endlich ein neues Zuhause in Schweden, wo man ihn 1668 zum Professor der Theologie an der neuen Universität Lund ernannte. Lund und dessen Umgebung war jedoch politisch umstrittenes Gebiet: Schweden und Dänemark erhoben Ansprüche darauf. Insbesondere im Jahr 1676 wurde die Gegend mehrmals von der einen oder anderen Seite eingenommen. Nach der Schlacht bei Lund (4.12.1676) befand sich die Stadt jedoch wieder unter schwedischer Herrschaft. Anlässlich der Beerdigung von vier bei diesem Gefecht gefallenen schwedischen Soldaten hielt Josua Schwartz eine Predigt, erweiterte diese später mit Zitaten und Argumenten und gab sie als letzte in einer Reihe von drei Predigten heraus. Ihr Titel lautete: "Von der Art des Krieges/ darin man mit gutem gewissen leben kann." In dieser Predigt rät der - selbst oft sehr provokativ agierende - Theologe, dass man so lange wie möglich den Frieden bewahren sollte. Schwartz hatte schon vorher mit Samuel Pufendorf (1632-1694) über dieses Thema und dessen Lehre vom Staat gestritten und stellt in der Predigt seine Kenntnisse der zeitgenössischen Natur- und Völkerrechtstheorien wie die von Hugo Grotius und Pufendorf unter Beweis. Ganz entfernt von dem traditionellen Begriff des Krieges als gerechter Strafe Gottes ist Schwartz aber nicht. Er warnt die Schweden davor, dass sie durch ihr gottloses Leben die Strafe Gottes auf sich gezogen hätten. Kriegern sei ihr Handeln jedoch verzeihbar, da sie nicht immer einen gerechten von einem ungerechten Krieg unterscheiden können; Plünderungen usw. sind aber auch im Krieg nicht erlaubt. Laut Salomo solle man den Krieg mit Vernunft führen, seine Feinde nicht verachten sondern beobachten. Auch Luther wird an dieser Stelle von Schwartz zitiert: "[...] ihr lieben Herren/ hütet euch für Krieg/ es sey denn daß Ihr Euch wehren und schützen müsst, und Ewer auffgelegtes Ampt Euch zwingt zum Kriegen".
Es ist bezeichnend, dass diese Predigt nicht bei der Beerdigung von Adligen gehalten wurde, sondern anlässlich der Beisetzung von drei Trompetern und einem Pauker. Die Musiker, die die Truppen mit ihrer Musik anfeuern sollten, gehörten meistens auch zu denjenigen, die als erste fielen. Die vier Musiker der Kavallerie wurden in Lund beerdigt und nicht in ihrem Herkunftsort - es sind also keine Familienmitglieder unter den Anwesenden, denen Trost gespendet werden musste. Vielmehr präsentiert sich mit der Predigt ein Verfasser, der eher zwischen den Fronten steht, und wenn er auch keine pazifistischen Ideen äußert, dennoch zu Mäßigung, Toleranz und Vernunft rät.
 Die persönlichen Umstände des Leichenpredigers Schwartz werden im Titel der bereits erwähnten Sammlung von drei Predigten deutlicher, deren Bestandteil die hier betrachtete Leichenpredigt ist:<br />"Drey Außgesonderte Krieges-Predigten. I. Von einigen ungemeinen Sünden/ alß Ursachen des Krieges nun auch in Schweden/ welches war bald nach der zur See verlohrnen ersten Schlacht: kurz aber zuvor/ da fast alle Festungen in Schonen biß auf eine übergingen. II. Von dem Schoß/ den man dem überwinder/ im Kriege zu geben schuldig ist. 1676 zu Lunden unter königlicher Dänischer Bottmäßigkeit gehalten. [...] III. Von der Art des Krieges/ darin man mit gutem gewissen leben kan. [...] In einem/ leider Gottes/ annoch wehrendem Bluttrieffenden Kriege/ zu Lunden gehalten [...] Wiederum unter königlicher Schwedischer Bottmessigkeit doch in einem kurzeren begriff alhier zu lesen. Sampt einer Schutz-Rede/ darin der Autor die ander Predigt/ und seine daher entstandene Flucht nacher Copenhagen/ wieder das ärgerniß/ welches ihm der jetzige Malmogische Gouverneur und General-Lieut. Herr Baron Georg Sperling, selbst darauß genommen hat/ mit Gottes Wort verteidigen thut. Anno 1678. [...] Kopenhagen [...]"[6]
 Am ausführlichen Titel und dem Inhalt der Texte wird einerseits deutlich, dass Josua Schwartz, wie viele in Lund und Umgebung, mit der dänischen Seite sympathisierte (später musste er aus diesem Grund [als Frau verkleidet] aus Lund fliehen). Andererseits zeigen die Predigten auch, wie die Ereignisse seine Ideen über die Interpretation eines gerechten Krieges beeinflussten. Beim Lesen der Predigten offenbart sich die Sichtweise eines Beobachters, dessen Sympathien den Verlierern galten. Wie in vielen Fällen präsentiert sich die Leichenpredigt damit als ein Sprachrohr für persönliches Schicksal - nicht nur des Verstorbenen sondern auch des Predigers.

Prof. Dr. <strong>CORNELIA NIEKUS MOORE</strong> ist emeritierte Professorin für deutsche und niederländische Sprache an der University of Hawi'i, Mānoa (USA). Der Beitrag ist Teil des Gastvortrags, den die Autorin im Rahmen der Vorlesungen "Krieg und Frieden in der Frühen Neuzeit" am Historischen Seminar der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main gehalten hat. Über unten stehenden Link können Sie den kompletten Vortragstext abrufen.

 <strong>Bestand:</strong> Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel<br /><strong>Signatur:</strong> QuN 236 (5)

 <strong>Anmerkungen:</strong>
 [1] Schindling, Anton, Gerechte Kriege im Zeitalter der Glaubenskämpfe? Krieg und Religion im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation im 16. und 17. Jahrhundert, in: Plus Ultra. Die Welt der Neuzeit. Festschrift für Alfred Kohler zum 65. Geburtstag, hg. von Friedrich Edelmayer u.a., Münster 2008, S. 191-210. Vgl. auch Moore, Cornelia Niekus, Der "gerechte Krieg" in den Leichenpredigten der Frühen Neuzeit. Vortrag am Historischen Seminar der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main [siehe Link am Ende des Artikels].
 [2] Nieden, Birthe zur, Johann Bonifacius Reuter (1624-1690). <em>... aufs greulichste tractieret</em> - Gewalterfahrungen im Dreißigjährigen Krieg, in: Leben in Leichenpredigten 01/2011, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <link http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/johann-bonifacius-reuter-1624-1690.html _blank - "Leben in Leichenpredigten 01/2001">http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/johann-bonifacius-reuter-1624-1690.html</link> (Zugriff: 8.1.2013). Vgl. auch Moore, Cornelia Niekus, Patterned Lives. The Lutheran Funeral Biography in Early Modern Germany, Wiesbaden 2006.
 [3] Bender, Eva, Carl Graf von Kunowitz (1674-1698). <em>Die Beliebung zum Krieg</em> - Die treibende Motivation junger Adliger für den Militärdienst, in: Leben in Leichenpredigten 11/2009, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <link http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/carl-graf-von-kunowitz-1674-1698.html _blank - "Leben in Leichenpredigten 11/2009">http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/carl-graf-von-kunowitz-1674-1698.html </link>(Zugriff: 8.1.2013); Moore, Cornelia Niekus, August Friedrich Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (1657-1676). Trauer um den Gefallenen - Die Leichenpredigt als Trost, in: Leben in Leichenpredigten 08/2011, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: <link http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/august-friedrich-herzog-von-braunschweig-wolfenbuettel-1657-1676.html _blank - "Leben in Leichenpredigten 8/2011">http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/august-friedrich-herzog-von-braunschweig-wolfenbuettel-1657-1676.html</link> (Zugriff: 8.1.2013).
 [4] Schwartz, Josua, Drey Außgesonderte Krieges-Predigten. I. Von einigen ungemeinen Sünden [...], II. Von dem Schoß/ den man dem überwinder/ im Kriege zu geben schuldig ist [...], III. Von der Art des Krieges/ darin man mit gutem Gewissen leben kan [...], Kopenhagen 1678 (VD17 14:081715V, URL: <link http://gso.gbv.de/DB=1.28/SET=1/TTL=1/CMD?MATCFILTER=N&MATCSET=N&NOSCAN=N&IKT0=&TRM0=&ACT3=*&IKT3=8183&ACT=SRCHA&IKT=1016&SRT=YOP&ADI_BIB=&TRM=drey+au%C3%9Fgesonderte+krieges-predigten&REC=*&TRM3= _blank - VD17>http://gso.gbv.de/DB=1.28/SET=1/TTL=1/CMD?MATCFILTER=N&MATCSET=N&NOSCAN=N&IKT0=&TRM0=&ACT3=*&IKT3=8183&ACT=SRCHA&IKT=1016&SRT=YOP&ADI_BIB=&TRM=drey+au%C3%9Fgesonderte+krieges-predigten&REC=*&TRM3=</link> [Zugriff: 8.1.2013]).
 [5] Carstens, Carsten Erich, "Schwartz, Josua", in: Allgemeine Deutsche Biographie 33 (1891), S. 208-210 [Onlinefassung]; URL: <link http://www.deutsche-biographie.de/pnd115463623.html?anchor=adb _blank - "Deutsche Biographie">http://www.deutsche-biographie.de/pnd115463623.html?anchor=adb</link> (Zugriff: 8.1.2013).
 [6] Der digitale Volltext des Exemplars der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Sign.: Hist.Suec.367) ist abrufbar unter der URL: <link http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/64405/1/cache.off _blank - "SLUB Dresden">http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/64405/1/cache.off</link> (Zugriff: 8.1.2013).


<strong>Zitierweise:</strong> Cornelia Niekus Moore, Josua Schwartz (1632-1709). Der "gerechte Krieg" in Leichenpredigten, in: Leben in Leichenpredigten 02/2013, hg. von der Forschungsstelle für Personalschriften, Marburg, Online-Ausgabe: &lt;http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/artikelserien/artikelansicht/details/josua-schwartz-1632-1709.html&gt; 
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			<category>Leben in Leichenpredigten</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 01 Feb 2013 11:06:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Vortrag auf dem Landesgeschichtlichen Kolloquium</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/vortrag-auf-dem-landesgeschichtlichen-kolloquium.html</link>
			<description>Auf dem von den Professoren Dr. Ursula Braasch-Schwersmann und Dr. Otto Volk veranstalteten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Auf dem von den Professoren Dr. Ursula Braasch-Schwersmann und Dr. Otto Volk veranstalteten Landesgeschichtlichen Kolloquium, das am 25. Januar 2013 in Marburg stattfand, hielt Dominik Motz einen Vortrag unter dem Titel &quot;Papierne Denkmäler: Zur Produktion von Leichenpredigten im Haus Waldeck und Pyrmont&quot;.
Dominik Motz hat an der Universität Kassel Germanistik und Politikwissenschaft studiert. Bereits in seiner Examensarbeit beschäftigte er sich mit Waldeckischen Funeralschriften. Obwohl diese Drucke von großer Bedeutung für die adelige Erinnerungskultur der Frühen Neuzeit sind, fehlt bis heute eine Studie, die den Umgang mit diesen Drucken aus der Perspektive einer Adelsfamilie in den Blick nimmt und ihre Rolle bei der Konstituierung der dynastischen Memoria untersucht. Deshalb promoviert Dominik Motz am Beispiel des Hauses Waldeck und Pyrmont zurzeit über dieses Thema. Erste Ergebnisse über diese "Memoria im Duodezformat" hat er bereits auf dem 5. Marburger Personalschriften-Symposion Anfang November 2012 vorgestellt.]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 28 Jan 2013 09:19:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Von Liebesleben bis Leichenpredigt</title>
			<link>http://www.personalschriften.de/aktuelles/feed/details/von-liebesleben-bis-leichenpredigt-1.html</link>
			<description>Präsentation im Rahmen des &quot;Salon Sophie Charlotte&quot;</description>
			<content:encoded><![CDATA[Unter dem Thema "Die Wissenschaft und die Liebe" fand am 19. Januar 2013 der jährlich von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgerichtete "Salon Sophie Charlotte" statt. Im Akademiengebäude am Berliner Gendarmenmarkt gingen Vertreter unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen - darunter Psychologen, Soziologen, Biologen, Literaturwissenschaftler und Historiker -, aber auch künstlerisch-kreative Projekte&nbsp;der Frage nach: Was hat Wissenschaft mit Liebe zu tun und kann sie helfen, das Phänomen Liebe zu ergründen?
Im Rahmen der Veranstaltung informierte das&nbsp;Deutsche Textarchiv (DTA) - Kooperationspartner der Forschungsstelle für Personalschriften im DFG-Projekt "AEDit Frühe Neuzeit" - unter dem Titel "Von Liebesleben bis Leichenpredigt" über Aspekte seiner Arbeit: die Digitalisierung historischer deutschsprachiger Texte und die Bereitstellung eines entsprechenden, in Form von Volltexten umfänglich recherchierbaren Quellenkorpus im Internet. Zu diesem gehören auch von der Forschungsstelle katalogisierte Leichenpredigten. Im Mittelpunkt der Präsentation in den Räumen des DTA stand die&nbsp; Funeralschrift auf Sophie Charlotte (1668-1705), der Gemahlin Friedrichs I. König in Preußen. Die Mitarbeiter erläuterten die einzelnen Bestandteile des Druckes. Zahlreiche interessierte Besucher nutzten die Möglichkeit, sich das aus der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz ausgeliehene Stück im Original anzusehen.]]></content:encoded>
			<category>Präsentationen</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 21 Jan 2013 15:38:00 +0100</pubDate>
			
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